Susanne Strobach

Am 6. September hatte ich die große Freude Dr. Ha Vinh Tho, den Leiter des Gross National Happiness Center in Bhutan, live im Gespräch mit Claudia Stöckl im Gartenbaukino erleben zu dürfen.

(Verdanken durften alle Anwesenden diesen inspirierenden, lustvollen, unterhaltsamen Abend übrigens der Agentur Leuchtpunkte.DANKE!)

Bhutans König, Jigme Singye Wangchuck, war sehr jung, als er den Thron übernahm. Er zog zwei Jahre durch sein Land und sprach mit den Menschen, um herauszufinden, was sie von ihm erwarteten.

Am Ende seiner Reise war ihm klar, dass es zwar unterschiedliche Wünsche gab, aber eines war allen Menschen gemeinsam: alle Menschen in seinem Land wollten glücklich sein.

Und so machte er Happiness & Wellbeing zum Ziel und beauftragte Dr. Ha Vinh Tho mit der Umsetzung. Anstelle des Bruttonationalproduktes gilt in Bhutan bis heute das Bruttonationalglück.

Doch wie misst man Glück?

In Bhutan gelten dafür 4 Prinzipien:

1. die Förderung einer sozial gerechten Gesellschafts- und Wirtschaft

2. Bewahrung und Förderung kultureller Werte

3. Schutz der Umwelt

4. gute Regierungs- und Verwaltungsstrukturen.

„Doing Business with Compassion“ – Ziel der Wirtschaft ist in erster Linie die Erfüllung menschlicher Bedürfnisse, also einen positiven Beitrag zur Gesellschaft zu leisten, den Lebensstandard zu erhöhen, zum Gemeinwohl beizutragen. Kapital ist nur das Mittel dazu, nicht das Ziel, das es zu erreichen gilt.

Wie würde so eine Wirtschaft bei uns aussehen?

Als größte Herausforderung in unserer Gesellschaft sieht Ha Vinh Tho die Entfremdung des Menschen von sich selbst. Wir alle erleben schmerzhafte Emotionen. Sie auszuschließen als etwas,das nicht Teil von mir ist, führt dazu, dass wir uns immer schwerer tun, echte, sinnvolle Beziehungen zu führen. Wie kann ich für andere da sein, wenn ich mich selbst nicht spüre?

Konsum ist Ausdruck des Mangels von Sein – nur: Äußeres ersetzt nicht, was im Inneren nicht da ist!

Auch unsere Entfremdung von der Natur nimmt uns Lebensqualität.

Wir brauchen wieder Fähigkeiten, die uns helfen, uns zu spüren.

Wir brauchen Kompetenzen wie Empathie.

Beziehungen dürfen nicht als selbstverständlich hingenommen werden. Gründe warum sie scheitern sind Routine, Langeweile, Eifersucht…was hier fehlt ist der tägliche „Anfängergeist“, auch nach Jahren noch übereinander staunen können, sich gegenseitig bereichern.

Wir müssen wieder Herr/Frau unseres Bewusstseins werden.

Und als Mittel dafür – wie sollte es anders sein – empfiehlt Dr. Ha Vinh Tho ACHTSAMKEIT.

Unsere Aufmerksamkeit ist das Wichtigste! Präsenz!

Attention Economy!

....und die Frage: Würde ich das, was ich tue, auch tun, wenn ich nicht dafür bezahlt werde?

Am Anfang stehen Mindful Self Compassion, also achtsames SELBSTMITGEFÜHL und DANKBARKEIT.

Innehalten und den Augenblick wahrnehmen.

Was bietet er an?

Was kann ich gerade genießen?

Wie diese Zen-Geschichte veranschaulicht, lässt sich mit einem achtsamen Geist auch in der schwierigsten Situation noch etwas finden:

Ein Mönch wird von einem Tiger verfolgt. Er flieht, den Tiger dicht hinter sich. Als er an einen Abgrund kommt, springt er hinab, im letzten Moment findet er Halt an der Wurzel eines wilden Weinstocks. Der Tiger lauert oben. Unter ihm ein Abgrund. Nur die Wurzel hält ihn. Da taucht eine Maus auf und beginnt an der Wurzel zu knabbern. Der Mann sah eine saftige Erdbeere neben sich. Während er sich mit der einen Hand an der Wurzel festhält, pflückte er mit der anderen die Erdbeere. Wie süß sie schmeckt..!

Wie geht es mir - Hier und jetzt?

Wenn Leid da ist, wie kann ich es umwandeln?

Durch Vertrauen!

Vertrauen darauf, dass jeder Augenblick mir auch die Gelegenheit schenkt zu wachsen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen zufriedenstellende Antworten auf obige Fragen, Mut, Dinge zu ändern und Vertrauen, dass alles Sinn macht.

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Gerhard Neuwirth

Gerhard Neuwirth bewertete diesen Eintrag 30.09.2016 13:29:06

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