Es gehört ja zum populistischen Einmaleins, den Teufel an die Wand zu malen und Katastrophen vorherzusagen, die meistens überhaupt nicht existieren und nie eintreten. Fakten und Tatsachen spielen in diesem politischen Konzept, wenn überhaupt, nur eine äußerst kleine Rolle. Es geht nämlich bei dieser Form der Politik darum, bei jeder Gelegenheit und um jeden Preis, die Ängste der Menschen zu verstärken sowie bestehende Vorurteile und Ressentiments zu bedienen. Das jüngste Beispiel dieser Art liefert Vize-Kanzler Heinz-Christian Strache. Eine Schuldirektorin im niederösterreichischen Tulln habe laut Angaben des Boulevards vor, Weihnachten in der Schule abzuschaffen und hat deshalb die Weihnachtsdekoration aus dem Schulgebäude verbannt.

Sofort reagiert Strache via Facebook, der sich bei dieser Gelegenheit als vermeintlicher Retter von Weihnachten geriert, und übt scharfe Kritik am Lehrpersonal der betroffenen Schule. Dies sei inakzeptabel und er unterstellt den Verantwortlichen politische Indoktrination der Schülerinnen und Schüler. Straches Posting löste einer Welle an Hasskommentaren in den sozialen Medien aus. Auf der Facbeook-Seite des Vize-Kanzlers überschlugen sich hetzerische und hasserfüllte Kommentare gegenüber der verantwortlichen Direktorin - teilweise ist Gewalt auch im Spiel.

So schnell geht es, dass eine Schulleiterin, die nur ihre Arbeit macht und ihren Pflichten nachgeht, von einem Mitglied der Bundesregierung zur Zielscheibe erklärt wird. Die Wahrheit ist nämlich, dass niemand – außer vielleicht Strache selbst in seiner konstruierten Märchengeschichte – Weihnachten im Tullner Gymnasium abgeschafft hat. Das besinnliche Fest findet wie gewohnt statt und in der Aula der Schule steht ein großer geschmückter Christbaum. Weihnachtsdeko, die kein Sicherheitsrisiko für die Schüler darstellt, ist natürlich erlaubt und das Verbot betrifft nur leicht entflammbare Dekorationsgegenstände. Teile der Weihnachtsdekoration wurden also aus nachvollziehbaren sicherheitstechnischen Gründen und Brandgefahr in bestimmten Bereichen untersagt.

Keine Spur also von einer Bedrohung für Weihnachten. Diese Fakten sind einem Vollblut-Populisten wie Strache natürlich vollkommen egal. So funktioniert eben das politische Spiel mit den Halbwahrheiten und konstruierten Drohszenarien. Statt surrealen Bedrohungen nachzugehen, könnte sich der Vize-Kanzler aber auch mit tatsächlichen Problemen, wie etwa dem steigenden Hass in den sozialen Medien, auseinandersetzen. Ganz reale Anlassfälle dafür gäbe es ja auf seiner eigenen Facebook-Seite zur Genüge.

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