Die große Christkind Verschwörung: Soll man Kinder anlügen?

Morgen ist es so weit: Nicht nur werden Kinder voller Freude ihre Geschenke auspacken. So mancher Vater oder so manche Mutter wird auch vor der Entscheidung stehen, entweder weiterhin so zu tun als ob das Christkind die Geschenke brächte, oder endlich einmal die Wahrheit zu sagen über die Herkunft der Geschenke.

Nur eine Minderheit von Eltern erzählt von Anfang an die Wahrheit, und erspart dem Kind später eine Enttäuschung, und sich selbst als Lügner da zustehen.

Ich selbst habe zwar keine Kinder, wurde aber sowohl von meiner Mutter als auch von meiner Schwester unter Drohungen darauf eingeschworen, meinen Neffen auf keinen Fall zu sagen dass es kein Christkind gibt.

Dabei mag ich Kinder nicht anlügen, jedenfalls nicht ohne zwingenden Grund.

Und das Christkind ist kein guter Grund, der so eine Lüge rechtfertigen würde.

Es wird dann oft unbeholfen argumentiert vom „Zauber“ und der „Fantasie“ des Kindes.

Aber das Christkind entstammt nicht der Fantasie des Kindes, sondern diese Geschichte wird dem Kind von Erwachsenen eingeredet.

Kinder tauchen gerne in Fantasiewelten ein, und können zugleich dennoch Bescheid wissen was Realität ist und was bloß Fantasie.

Sie sehen gerne Star Wars, oder lesen Comics und Bücher, und identifizieren sich mit den Charakteren. Dafür ist es aber nicht nötig, dass sie glauben, Obi van Kenobi, Donald Duck, Harry Potter, oder die fantastischen Vier würden wirklich existieren.

Kann sich das Kind nicht ebenso über die Geschenke freuen, wenn es weiß, dass die von den Eltern , Großeltern oder sonstigen geliebten Menschen kommen, anstatt vom Christkind welches sich sonst das ganze Jahr über nicht blicken lässt?

Ein Kind kann und soll ruhig wissen, dass die Geschenke nicht einfach herbei gezaubert werden, sondern unter welchen Umständen sie ermöglicht wurden.

Das meiste Spielzeug stammt ja heutzutage aus Fabriken in Fernost, und wird von Menschen unter teilweise furchtbaren Arbeitsbedingungen produziert. Auch die Umwelt wird damit belastet.

Auch die Schokolade die am Baum hängt, und leuchtende Kinderaugen hervorruft kommt nicht vom Christkind, sondern wurde meistens durch Kinderarbeit geerntet. Gänse und Truthähne stammen großteils aus Massentierhaltung.

Der eigentliche Grund für Weihnachten ist die Geburt Jesu. Sogar ich als Atheist feiere Jesus gerne. Zwar nicht als Sohn Gottes, aber als einen Prediger der die Botschaft von der Nächstenliebe verkündet hat, und dass Böses nicht mit Bösem vergolten werden soll.

Diese Nächstenliebe sollte die leuchtenden Kinderaugen hervorrufen, und nicht die Geschenke. Ich denke Kinder sind auch intelligent genug um mit jenen mit zu fühlen , deren schweiß und Blut die Geschenke und die Feier ermöglichen.

Wir haben sogar die Pflicht Kindern die Wahrheit zu erzählen, damit sie lernen sich in der realen Welt zu recht zu finden, und diese Welt dereinst auch besser zu machen. Das ist besser als ihnen zu lernen die Augen vor der Mühe und dem Leid Anderer zu verschließen.

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Thomas Herzig

Thomas Herzig bewertete diesen Eintrag 23.12.2015 15:21:50

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