Irgendwo in einer vergessenen Abteilung der Wiener Linien arbeitet, offenbar unbemerkt von seinen Vorgesetzten, ein Mitarbeiter, der einen Bildungsauftrag verfolgt. Vielleicht sogar einen Geheimauftrag. Unauffällig aber gut sichtbar platzierte er eine Denksportaufgabe beim Zugang zu einem U-Bahn-Lift: „Außer Betrieb“.

Wer diesen Druckknopf betätigt – um es amtlich korrekt zur formulieren - wird staunen, denn: es passiert nix. „Steht ja drauf“, könnte jemand, der sich für einen Schlaumeier hält, replizieren. Doch das stimmt nicht, denn der Knopf ist „in Betrieb“, d.h. er lässt sich drücken. Und der dazugehörige Lift ist auch in Betrieb, das beweist ein Experiment mit dem darunterliegenden Knopf, das offensichtlich schon tausende Male durchgeführt wurde.

Eine gelungene Aporie! Aber auch ein Sittenbild: wenn es nur noch abwärts geht, breiten sich destruktive Emotionen aus (siehe Beweisfoto).

Hubert Thurnhofer www.thurnhofer.cc

Da ich mir vorgenommen haben, im neuen Jahr jeden Beitrag positiv zu beschließen, hier ein konstruktiver Vorschlag. Die Wiener Linien sollten beide Knöpfe austauschen und den unteren mit der Aufschrift „Lift holen“, den oberen mit der Aufforderung „Nicht drücken“ versehen. Damit lässt sich 1. überprüfen, ob die Leute lesen können und 2. ob sie das Gelesene auch verstehen. Ich finde, das wäre pädagogisch wertvoller als das semiidiotische Rätsel. Sorry: das semiotische Rätsel, wollte ich schreiben.

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Margaretha G

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julbing

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Paradeisa

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