Die SIGNA, eine der größten GmbHs überhaupt, begann seine Wurzeln vor 23 Jahren als Zwei-Mann Bude für Immobilienspekulation. Heute hat sie, nach eigenen Angaben, über 40.000 Mitarbeiter und eine Bilanzsumme von 25 Milliarden Euro.

Ob das nun wirklich stimmt oder nicht kann kein Aas sagen denn als GmbH ist sie zwar bilanzpflichtig aber nicht gezwungen diese wahrheitsgemäß offen zu legen. Außer eben beim zuständigen Handelsgericht.

Die Besitzverhältnisse hinter dem Moloch sind undurchsichtig aber der Großteil der Fäden führen, wenig überraschend, zu Benko aber auch der Haselsteiner Privatstiftung. 17.000 Gesellschafter, in der Regel KGs oder Stiftungen und GmbHs, und wenn mans aufdröselt: Benko.

Der kometenhafte Aufstieg des Rene Benkos ist einigen ein Rätsel und im Prinzip gab und gibt es dafür zwei naheliegende Erklärungen:

1., Der Mann ist einfach ein Genie. Der größte Geschäftsmann aller Zeiten...

2., Der Mann ist gut vernetzt und bescheißt. Dadurch bekommt er Kredite zu Konditionen die kein normales Unternehmen je kriegen würde.

Wir kennen die beispiellosen "Erfolge" der SIGNA alle: Die SIGNA ist ein Unternehmen dem man Gold in die Hand drückt um Scheiße zurückzubekommen. Und dahinter: Grinsend Rene Benko.

In Österreich ist das Alles auch kein Problem. Man kennt sich ja und eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.

Bei der EZB sieht man das allerdings ein bisschen anders.

Die prüft nun ob gegenüber der SIGNA auch wirklich alle Kreditvergabestandards eingehalten wurden.

Wir reden hier von sehr viel Geld: Bis 2025 muss die SIGNA 4,5 Milliarden Euro an Gläubiger abdrücken. Dazu kommen noch Bankverbindlichkeiten in Höhe von 8,2 Milliarden Euro die aber bisher als besichert galten.

Die EZB prüft nun nach ob dem wirklich so ist. Die Kreditsicherheiten werden hinterfragt, ob die Kredite auch bedient wurden und ob die Zinszahlungen geleistet wurden.

Die Prüfung der EZB ist für sich nichts ungewöhnliches: Schon länger wird die Immobilienbranche ins Auge gefasst und auf faule Kredite abgeklopft. Das waren aber allgemeine Prüfungen.

Eine spezifische Bankenprüfung bei der es um nur EINEN Kunden ging ist jedoch eine Neuheit. Sowas kriegen nur österreichische Superunternehmen hin.

Sollte die Raika, einer der Hauptkreditgeber der SIGNA, in Folge der EZB-Prüfung stürzt dann dürfen wir uns auf ein schönes Beben einstellen. Die Damen und Herren Österreicher hatte schon an der Hypo-Bank ordentlich zu knabbern. Eine Raika-Rettung können wir uns gar nicht leisten. Und eins ist fix: Von einem Herrn Benko werden wir das Geld nicht sehen.

Es wird sich dann auch die Frage stellen wozu wir in Österreich sowas wie ne Finanzmarkt- und eine Bankenaufsicht haben.

Es wird sehr viele Fragen geben wenn die EZB mit ihrem Prüfungsergebnis nicht zufrieden ist. Aber in Österreich haben wir schon immer kreative Wege gefunden wie wir mit sowas umgehen.

Wir sind nämlich Genies im Bescheissen.

Vielleicht sollte ich auch mal damit anfangen.

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