Dass viele glauben, dass das "Experiment Demokratie" als gescheitert zu betrachten sei und man sich zum Teil entweder Monarchien oder starke Frauen oder Männer, also quasi Diktaturen zurückwünscht, ist meines Erachtens durchaus verständlich und nachvollziehbar, hat aber grundsätzlich nichts mit dem Wert und Sinn einer Demokratie an sich zu tun, sondern eher damit, dass die derzeit praktizierte Form von Demokratie vollkommen verludert, ausgehöhlt und dem ursprünglichen Gedanken widersprüchlich gehandhabt wird, als gäbe es keine Alternativen und dass das Konzept von Parteien und diesem ganzen Schmarrn inzwischen eines von vorvorgestern ist.

Warum? weil die, die man unter Vorspielung irgendwelcher Märchen oder Geschichten zur Wahlurne lockt und die dann tatsächlich wählen gehen, was ein immer kleinerer Prozentsatz der Bevölkerung sind (warum wohl) und eben NICHT bis so gut wie NIE jene sind, für die dann tatsächlich "gearbeitet" wird. Parteien sind inzwischen zu riesigen Meinungsforschungsinstituten und Manipulationsmaschinen verkommen und dienen in Wahrheit nur mehr jenen, die die sogenannten Wahlk(r)ämpfe finanzieren und Politiker heute immer mehr zu deren machtgeilen oder egomanischen Marionetten verkommen sind. Ausserdem sind die meisten bis so gut wie alle Parteien in einem ideologischen Sumpf zugunsten von Macht und den Interessen einiger weniger Eliten und Lobbys untergegangen. Es gibt kein klares Wertesystem mehr, für das eine Partei, eine Ideologie noch eindeutig zuzuordnen wäre. Alle haben wie ein paar von den Neoliberalen und Rechtsextremen aufgescheuchte Hühner ihre Werte und inhaltlichen Agenden inzwischen weit hinter sich gelassen. Ausser den Rechten, die alles auf eine "wir gegen die anderen" Dynamik runterzubrechen versuchen , wo "die Anderen" oder die "Ausländer" schuld an all dem sind, was die Politiker nicht zu lösen imstande sind.

Ein System, wo man Bevölkerungsvertreter und Parlamente auslost, wo jede LehrerIn und jeder Maurer, jede ManagerIn und jeder Unternehmer, jede VerkäuferIn und jeder Maurer, jede MusikerIn und jeder Bauer auf bestimmte Zeit die Chance hat, Politiker oder Bevölkerungsvertreter bzw. Parlamentarier zu werden, wäre ein ungleich besseres und wesentlich gesünderes als der derzeitige inakzeptable vielerorts praktizierte Irrsinn. Ausserdem dürfen Themen wie Bildung, Soziales etc. auf keinen Fall mehr Themen einer von der Politik abhängigen Agenda sein, da diese unfähig ist, dort nachhaltig, zielführend und auf dem derzeitigen Wissens. und Erkenntnisstandes langfristig etwas sinnvolles, konstruktives und zeitgemässes zustande zu bringen.

geralt/pixabay

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