Die Verbindung zwischen Djingis Khan und dem Kommunismus

Jede Kultur trägt Spuren ihrer Vorgängerkulturen in sich und diese Spuren, zum Teil Jahrtausende alt, beeinflussen diese Kulturen bis heute. Dem Österreicher fällt es nicht schwer, den Römer in sich zu finden und bis heute sehen wir über den Limes und rümpfen die Nase.

Unsere Vorstellung von Besitz und dessen Transfer ist noch immer recht römisch. Anderswo in der Welt ist das aber eben anders.

Kulturen übernehmen zwar Dinge, die funktionieren von anderen Kulturen, aber ihre Fundamente, egal, wie tief vergraben unter dem Sand der Zeit, sind bedeutend.

Was Deutschland und Österreich trennt sind nur nicht 1000 Jahre Habsburgerdominanz sondern gerade die römische Prägung. Österreich blieb katholisch, weil es die römischere Sicht auf das Christentum ist, wohingegen der Norddeutsche sehr viel mehr mit dem deutlich germanischen Protestantismus anfangen konnte.

Unsere Wurzeln sind bedeutsam.

Was uns ins 13 Jahrhundert führt. Jeder kennt Dschingis Khan und seine Eroberung der Welt.

https://history.stackexchange.com/questions/74035/was-goryeo-part-of-the-mongol-empire https://history.stackexchange.com/

Was es zu verstehen gilt ist welche Kultur sie mitbrachten. Die Mongolen waren Nomaden und unterwarfen auf ihrem Weg sesshafte Bauernvölker. Ihre Betrachtung dieser Unterworfenen war ähnlich wie ihre Betrachtung von Vieh: man lässt es in Ruhe, bis man etwas brauchte und holte sich das dann. Die Unterworfenen lebten also in ständiger Angst, dass plötzlich Reiter vorbeikamen und ihnen alles wegnehmen würden.

Im Laufe der Herrschaft der Mongolen bürokratisierte sich diese Herangehensweisen und man ging nicht mehr zum Bauern und plündert ihn, sondern man besteuerte. Die Steuern waren allerdings lähmend hoch, man ließ den Bauern nur, was sie zum Überleben brauchten.

Damit wurde aber eine Arbeitsmoral geprägt, die das Erwirtschaften von Überschüssen sinnlos machte. Das Joch der Mongolen wurde zwar abgeworfen aber die Praktiken wurden von ihren Nachfolgern zu einem erbleichen Teil übernommen. Die russische Monarchie war besonders strikt und die Untergebenen hatten vor 300 Jahren ein fundamental anderes Verständnis von Eigentum als ihre Zeitgenossen in Mitteleuropa.

Beide sahen sich als Christen aber der Unterschied in der Moral übersteigt die Unterschiede zwischen Orthodoxie und westlichen Interpretationen des Christentums. Der Hauptunterschied liegt in der Moral des Besitzes.

Was uns in die jüngere Vergangenheit bringt. Für eine Kultur in dem Besitz aus einem Recht folgt ist die Idee, dass man diesen Besitz durch eine Autorität umverteilt, anstößig. Für eine Kultur hingegen in dem Besitz nur die Autorität hat, welche ihn dann ohne Rechenschaft abzulegen so verteilt wie sie eben will, ist das Konzept das natürlichste auf der Welt.

Ich sage zwar immer gern, dass wir in Europa den freien Markt noch nie probiert haben aber für Russland oder China gilt das nicht nur doppelt, sondern hundertfach mehr.

Kapitalismus ist ein Pflänzchen dass in Europa schon wenig fruchtbaren Boden findet, vorwiegend weil auch unsere Geschichte massiv von der Idee geprägt ist dass wir Führung brauchen aber in Russland und China ist der Boden für diese Idee völlig unfruchtbar und ich denke dass die mongolische Herrschaft den Boden maßgeblich mitgeformt hat.

Kommunismus ist eine Ideologie, die auf willkürlicher Plünderung und anschließender Umverteilung basiert, genau wie die Wirtschaft der Mongolen des 13. Jahrhunderts. Sie nahmen, was sie brauchten, und legitimierten es mit ihren Pfeilen. Mao beschrieb, dass die politische Macht aus den Gewehrläufen kommt und ist damit im absoluten Einklang mit mongolischer Philosophie.

Es gilt zu verstehen, dass Kulturen nicht Tracht und Volkslieder sind. Kultur greift deutlich tiefer. Kultur sind die selbstverständlichen, indiskutablen Fakten die wir unseren Kindern vermitteln und in Lyon sind diese Fakten anderes als in Novosibirsk oder Tianjin.

Die europäische Kultur ist eine der wenigen Kulturen deren Fundament Konzepte wie Demokratie und Freiheit überhaupt erlauben in Betracht gezogen zu werden, weil unsere uralten Fundamente mit diesen Konzepten kompatibel sind, im Gegensatz zu Kulturen, die noch nie in ihrer Geschichte etwas anders erlebt haben als eine Führung der alles gehört und alles bestimmt.

„Non ducor, duco“ ist ein Konzept das für viele von uns verständlich ist, im Osten wurde dieses Verständnis aber weitgehend vollständig zerstört.

Djingis Khan war kein Kommunist aber ohne ihn hätte der Kommunismus nicht genau dort Fuß gefasst, wo er es getan hat. Nicht weil die Mongolen sich verhielten, wie Marx es gern gesehen hätte sondern weil sie sich so verhalten haben wie es nötig ist damit das Volk die Lehren von Marx akzeptiert: unterwürfig und resignativ zuzusehen wenn die Führer plündern und ihnen nur das lassen damit sie eventuell überleben und alle Moral ein Resultat der Gewalt ist.

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