Warum Google Personen und Unternehmen verwechselt

Identitäten im SEO-Chaos, und ja das sind echte Fotos ;=)

Leo Kobes https://leokobes.com/wissen/seo/entitaeten-seo-personenprofile/

Eine Person ist keine Firma. Eine Firma ist keine Marke. Und eine Marke ist nicht automatisch ein Unternehmen.

Für uns Menschen klingt das selbstverständlich.

Für Suchmaschinen ist diese Trennung deutlich komplizierter.

Ein Firmenname taucht im Autorenprofil auf. Eine Person wird auf verschiedenen Websites einmal als Geschäftsführer, einmal als Gründer, einmal als Unternehmer und auf einer anderen Plattform praktisch wie eine Marke dargestellt.

Alte Branchenverzeichnisse verwenden vielleicht noch eine frühere Firmenbezeichnung. Social-Media-Profile nennen wiederum nur einen Projektnamen.

Für einen Menschen ist häufig sofort klar, wie diese Informationen zusammengehören.

Google muss daraus erst erkennen:

- Ist das dieselbe Person?

- Ist das ein Unternehmen?

- Gehört diese Website zur Person oder zur Firma?

- Ist eine Marke ein eigenes Unternehmen oder nur ein Projekt

- Welche Informationen gehören zu welcher Entität?

Genau hier beginnt Entitäten-SEO.

Eine Suchmaschine sieht keine Visitenkarte. Stellen wir uns einen Unternehmer namens Max Berger vor.

- Max Berger betreibt die Berger Media GmbH.

- Zusätzlich gehört ihm das Projekt Gartenportal24.

Auf LinkedIn steht:

- Max Berger – Geschäftsführer Berger Media GmbH

- Auf Instagram heißt das Profil: @gartenportal24

- In einem Branchenverzeichnis steht: Berger Media – Max Berger

- Auf einer älteren Website findet sich wiederum: Gartenportal24 by Max Berger

- Und in einem Presseartikel steht nur: Onlineunternehmer Max Berger

Für uns Menschen lässt sich daraus relativ schnell eine Geschichte bilden.

Für ein Suchsystem müssen daraus zunächst unterschiedliche Entitäten erkannt werden:

- Max Berger = Person

- Berger Media GmbH = Unternehmen

- Gartenportal24 = Projekt oder Marke

- Max Berger ist Geschäftsführer der Berger Media GmbH

- Berger Media GmbH betreibt möglicherweise Gartenportal24

Das Entscheidende sind also nicht nur die Namen. Es sind die Beziehungen zwischen diesen Namen. Genau hier entstehen die Verwechslungen

Wenn eine Person und ihr Unternehmen überall gemeinsam genannt werden, ist das zunächst sogar sinnvoll.

Schwierig wird es, wenn nicht mehr klar erkennbar ist, welcher Name welche Rolle besitzt.

Ein typisches Beispiel: Eine Unternehmenswebsite besitzt eine Über-uns-Seite.

Darauf stehen:

- der Firmenname

- der Name des Geschäftsführers

- mehrere Projekte

- Social-Media-Profile

- verschiedene Marken

Technisch wird diese gesamte Seite aber einfach als Organization ausgezeichnet. Auf einer anderen Website wird dieselbe Kombination als Person beschrieben.

Ein Profil verwendet wiederum den Firmennamen als Namen der Person.

Damit entstehen widersprüchliche Signale.

Google erklärt selbst, dass strukturierte Daten dabei helfen können, eine Organisation besser zu verstehen und von anderen Organisationen zu unterscheiden.

Das funktioniert allerdings nur dann sinnvoll, wenn die zugrunde liegenden Entitäten sauber getrennt werden.

Person und Unternehmen sind zwei verschiedene Entitäten

Das klingt banal, wird aber auf erstaunlich vielen Websites unsauber umgesetzt.

Nehmen wir mich selbst als Beispiel.

Da gibt es:

- Leo Kobes – die Person (auch als Lambertus Leo Kobes)

- Byte Media – das Unternehmen

- APN – ein weiterer geschäftlicher Zusammenhang

- verschiedene Projekte und Plattformen, an denen ich arbeite

Für einen Besucher ist es völlig normal, dass diese Begriffe gemeinsam auftauchen.Trotzdem sollten sie technisch und inhaltlich nicht zu einer einzigen Entität verschmolzen werden.

Meine persönliche Profilseite sollte in erster Linie beantworten:

- Wer ist Leo Kobes?

Eine Unternehmensseite sollte dagegen erklären:

- Was ist Byte Media?

Und eine Projektseite:

- Was ist dieses Projekt und wer betreibt es?

Die Verbindung entsteht anschließend über klar formulierte Beziehungen.Nicht dadurch, dass alles auf jeder Seite gleichzeitig alles ist.

Autorenprofile sind besonders wichtig

Einer der häufigsten Berührungspunkte zwischen Person und Unternehmen ist der Autor eines Artikels.

Angenommen, ein Beitrag erscheint auf einer Firmenwebsite.

Unter dem Artikel steht:

Autor: Max Berger

Dann sollte idealerweise eine eindeutige Autorenseite existieren, auf der tatsächlich Max Berger als Person beschrieben wird.

Google empfiehlt bei strukturierten Artikeldaten ausdrücklich, den Autor als Person oder Organization anzugeben.

Über die Autoren-URL kann zusätzlich eine Seite hinterlegt werden, die den Autor eindeutig identifiziert.

Damit entsteht eine nachvollziehbare Verbindung:

Artikel

Autor

Personenprofil

Statt:

Artikel

irgendein Name

Firmenstartseite

Auch bei ProfilePage empfiehlt Google einen klaren Schwerpunkt auf einer Person oder einer Organisation.

Und genau diese klare Zuordnung fehlt in der Praxis häufig.

Der Firmenchef ist nicht automatisch die Firma

Ein weiterer Klassiker:

Der Geschäftsführer eines Unternehmens ist online sehr präsent.

Er schreibt Artikel, gibt Interviews, betreibt Social Media und erscheint vielleicht sogar häufiger im Internet als sein Unternehmen selbst.

Dadurch entstehen viele Seiten, auf denen Person und Unternehmen gemeinsam genannt werden.

Das bedeutet aber nicht:

Person = Unternehmen

Sondern:

Person steht in Beziehung zu Unternehmen.

Diese Beziehung sollte sprachlich möglichst eindeutig dargestellt werden.

Zum Beispiel:

- Max Berger ist Geschäftsführer der Berger Media GmbH.

Das ist wesentlich klarer als:

- Max Berger – Berger Media

Noch besser wird es, wenn dieselbe grundlegende Beziehung auch auf anderen relevanten Plattformen konsistent dargestellt wird.

Suchmaschinen erhalten dadurch mehrere übereinstimmende Hinweise darauf, wie die beiden Entitäten miteinander verbunden sind.

Alte Informationen können neue Verwirrung erzeugen

Eine weitere Ursache für falsche Zuordnungen befindet sich häufig außerhalb der eigenen Website.

Unternehmen verändern sich.

- Firmen ziehen um.

- Personen wechseln ihre Position.

- Marken werden verkauft.

- Projekte bekommen neue Betreiber.

- Firmen ändern ihren Namen.

Das Internet aktualisiert solche Informationen aber nicht automatisch überall.

Ein Branchenverzeichnis verwendet möglicherweise noch Daten von vor acht Jahren.

- Ein alter Presseartikel nennt eine frühere Funktion.

- Ein vergessenes Autorenprofil verweist noch auf eine alte Website.

- Eine Social-Media-Biografie beschreibt ein Projekt, das längst eingestellt wurde.

Für Menschen ist manches davon als historische Information erkennbar.Für Suchsysteme entstehen zunächst unterschiedliche Signale.Deshalb bedeutet Entitätenpflege nicht nur, die eigene Website einmal richtig aufzubauen.

Auch wichtige externe Profile müssen regelmäßig kontrolliert werden.

sameAs bedeutet wirklich „dieselbe Entität“

Ein Begriff, der bei Entitäten-SEO häufig auftaucht, ist:

sameAs

Damit können in strukturierten Daten URLs angegeben werden, die dieselbe Person oder Organisation beschreiben.

Google unterstützt diese Eigenschaft sowohl bei Personen als auch bei Organisationen.

Hier passiert allerdings ein typischer Fehler.

sameAs bedeutet nicht:

„Diese Website hat etwas mit mir zu tun.“

Sondern sinngemäß:

„Diese URL beschreibt dieselbe Entität.“

Wenn ich also meine Person Leo Kobes auszeichne, können beispielsweise persönliche Profile sinnvoll dazugehören.

Die Website eines Unternehmens, an dem ich beteiligt bin, ist dagegen nicht automatisch dieselbe Entität wie ich selbst.

Person und Unternehmen sollten miteinander verbunden, aber nicht miteinander gleichgesetzt werden.

Das ist ein wesentlicher Unterschied.Eine Marke ist ebenfalls nicht automatisch ein Unternehmen. Noch komplizierter wird es bei Projekten und Marken.

Ein Unternehmer kann zehn Websites besitzen.

Das bedeutet nicht, dass zehn Unternehmen existieren.

Eine Website kann sein:

- ein Projekt

- ein Produkt

- eine Marke

- ein Informationsportal

- ein Onlinetool

- eine eigenständige Organisation

Deshalb sollte man nicht für jede Domain automatisch irgendein Organization-Schema erzeugen, nur weil es technisch möglich ist.

Die erste Frage sollte immer lauten:

- Was ist dieses Ding in der realen Welt?

Erst danach kommt die technische Auszeichnung.

Für mich ist die richtige Reihenfolge:

- Realität

- Beschreibung

- Strukturierte Daten

Und nicht:

- Schema-Markup

- passende Realität erfinden

- Sieben Prüfungen für Personen- und Unternehmensentitäten

Wer wissen möchte, ob die eigene digitale Identität verständlich aufgebaut ist, kann mit sieben einfachen Fragen beginnen.

1. Hat die Person eine eindeutige Profilseite?

Eine Seite, deren Hauptthema tatsächlich diese Person ist.

2. Hat das Unternehmen eine eigene Unternehmensseite?

Nicht nur ein Impressum, sondern eine verständliche Beschreibung des Unternehmens.

3. Sind Namen und Schreibweisen konsistent?

Ein zweiter Vorname, eine Abkürzung oder ein gebräuchlicher Name sind kein Problem.

Wichtig ist, dass die Varianten nachvollziehbar miteinander verbunden werden.

4. Sind Rollen eindeutig formuliert?

Zum Beispiel:

- Gründer

- Geschäftsführer

- Mitarbeiter

- Autor

- Projektbetreiber

Das sind unterschiedliche Beziehungen und sollten auch so beschrieben werden.

5. Verweisen Artikel auf den richtigen Autor?

Nicht einfach auf irgendeine Unternehmensseite.

6. Verwendet sameAs tatsächlich dieselbe Entität?

- persönliche Profile gehören zur Person

- Firmenprofile gehören zur Organisation

- Projektseiten sind nicht automatisch sameAs

7. Stimmen die wichtigsten externen Profile noch?

Zu prüfen sind zum Beispiel:

- LinkedIn

- Autorenprofile

- Branchenverzeichnisse

- Social-Media-Profile

- Presseprofile

- Unternehmensverzeichnisse

- Projektseiten

Diese Quellen sollten nicht völlig unterschiedliche Geschichten erzählen. Strukturierte Daten helfen – sie ersetzen keine klare Website Schema.org wird im Zusammenhang mit Entitäten-SEO manchmal wie ein Zauberschalter behandelt.

Ein paar Zeilen JSON-LD einbauen – und plötzlich versteht Google alles. So funktioniert es nicht. Strukturierte Daten sind zusätzliche Hinweise.

Google beschreibt selbst, dass Organization-Markup dazu beitragen kann, administrative Details eines Unternehmens besser zu verstehen und Organisationen voneinander zu unterscheiden.

Dazu können beispielsweise gehören:

- Name

- alternative Namen

- Adresse

- URL

- Logo

- externe Profile

Aber wenn die sichtbare Website etwas anderes erzählt als die strukturierten Daten, entsteht daraus kein überzeugendes Entitätenmodell.

Die Grundlage bleibt deshalb immer der sichtbare Inhalt.

Man sollte folgende Fragen eindeutig beantworten können:

- Wer bist du?

- Was ist dein Unternehmen?

- Welche Projekte gehören dazu?

- Welche Rolle hast du dort?

- Welche externen Quellen bestätigen diese Zusammenhänge?

- Meine eigene Entitätenarbeit hat genau dort angefangen

Als ich mich intensiver mit meinen eigenen Personenprofilen beschäftigt habe, wurde mir schnell klar:

Ein einzelnes perfektes Profil löst das Problem nicht. Es geht um das Gesamtbild. Dazu gehören beispielsweise:

- die eigene Website

- Unternehmensseiten

- Projektseiten

- Social-Media-Profile

- Autorenprofile

- Branchenverzeichnisse

- externe Erwähnungen

- strukturierte Daten

Und vor allem:

die Beziehungen zwischen diesen Quellen.Ich habe deshalb begonnen, meine eigene Personenentität systematisch zu untersuchen und zu dokumentieren.

In meiner ausführlichen Anleitung „Entitäten-SEO für Personenprofile“ zeige ich Schritt für Schritt:

- wie ich Personenprofile prüfe

- welche Signale ich miteinander vergleiche

- welche Fehler häufig auftreten

- wie Person, Unternehmen und Projekte getrennt werden sollten

- wie daraus eine konsistentere digitale Identität entstehen kann

- Google muss Beziehungen verstehen – nicht nur Namen lesen

Das ist für mich die wichtigste Erkenntnis bei diesem Thema. Entitäten-SEO bedeutet nicht, einen Namen hundertmal ins Internet zu schreiben. Und es bedeutet auch nicht, überall denselben Werbetext zu veröffentlichen. Viel wichtiger ist eine nachvollziehbare Struktur.

Zum Beispiel:

- Diese Person ist Leo Kobes.

- Diese Organisation ist Byte Media.

- Diese Person steht in dieser Beziehung zu diesem Unternehmen.

- Dieses Projekt wird von dieser Person oder diesem Unternehmen betrieben.

- Diese externen Profile beschreiben dieselbe Person.

Je eindeutiger solche Zusammenhänge im offenen Web dargestellt werden, desto weniger Interpretationsarbeit bleibt Suchmaschinen.

Vielleicht sollte man deshalb nicht fragen:

„Warum verwechselt Google meine Firma mit mir?“

Sondern:

„Habe ich Google und meinen Besuchern eigentlich eindeutig erklärt, was Person, Unternehmen und Projekt voneinander unterscheidet?“

Und genau diese Frage ist überraschend oft schwieriger zu beantworten, als man zunächst denkt.

Wenn Sie Ihren eigenen Namen heute bei Google suchen: Wird dort klar, welche Unternehmen und Projekte tatsächlich zu Ihnen gehören – und welche nicht?

Quellen und weiterführende Informationen

1. Google Search Central – ProfilePage structured data

https://developers.google.com/search/docs/appearance/structured-data/profile-page

2. Google Search Central – Organization structured data

https://developers.google.com/search/docs/appearance/structured-data/organization

3. Google Search Central – Article structured data

https://developers.google.com/search/docs/appearance/structured-data/article

4. Leo Kobes – Entitäten-SEO für Personenprofile

https://leokobes.com/wissen/seo/entitaeten-seo-personenprofile/

0
Ich mag doch keine Fische vergeben
Meine Bewertung zurückziehen
Du hast None Fische vergeben
0 von 6 Fischen

bewertete diesen Eintrag

Noch keine Kommentare

Mehr von bytemedia