„Gutmenschen“ gegen „Schlechtmenschen“ – und einer gegen alle

Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, da war es ein Kompliment, wenn jemand als „guter“ Mensch bezeichnet wurde. Heute ist es zumindest gefordert, dass man rot wird, wird man als „Gutmensch“ tituliert. Was ist ein „Gutmensch“? Wenn ich es richtig verstehe, so ist es einer, der naiv tapsig meint allen Menschen muss geholfen werden. Aber was sind dann die anderen? „Schlechtmenschen“? So sind wir wieder mitten in der Kategorisierung. Wenn man sich nicht klar gegen die Aufnahme von Asylwerbern ausspricht ist man ein „Gutmensch“ und wird ins linke Eck verfrachtet. Wenn man sich erlaubt zu fragen wie das denn alles zu bewältigen ist, dann wird man ins rechte Eck gestellt. Und statt dann weiter über die eigentlichen Probleme zu reden, reden wir doch über das was die Linken falsch machen und die Rechten, und überhaupt, gehen wir alle gegen alle los. Bis wir nicht mehr wissen worüber wir überhaupt streiten.

Zurückziehen ins Schmollwinkelchen, um von dort aus die anderen zu beschießen. Das macht vielleicht Spaß bei einer Schnellballschlacht oder von mir aus auch noch beim Paintball, bringt uns aber definitiv keinen Schritt weiter. Vielleicht wäre es an der Zeit einen neuen Versuch zu starten und miteinander für eine konstruktive Lösung zu arbeiten, Ideen, Lösungsansätze vorzubringen und diese auf Praktikabilität abzuklopfen. Letztendlich gibt es wohl – und ich formuliere das jetzt bewusst vorsichtig – etwas, das uns alle verbindet, wonach wir streben: Ein friedliches, glückliches Leben für uns und unsere Familie. Weiters bin ich überzeugt, dass jeder Mensch grundsätzlich dort bleiben will, wo er aufgewachsen ist, wo er seine Wurzeln hat. Nun kann es durchaus passieren, dass in diesem Land etwas passiert, was das Leben dort unerträglich macht. Was auch immer das ist, es führt dazu, dass die Menschen von dort weggehen, dorthin wo sie Sicherheit finden. Dass dies heutzutage in allen Teilen der Welt passiert, dafür sind wir als Normalbürger nicht verantwortlich.

Wir sind auch nicht dafür verantwortlich, dass es fernab von uns unmenschliche, korrupte Regierungen gibt. Aber die Menschen, die in diesen Ländern wohnen, können zumeist auch nichts dafür. Dennoch suchen wir verzweifelt Schuldige, die wohl auf einer anderen Ebene sitzen. Dass der vielgerühmte Staatenbund, aber nicht nur der, sondern auch große Konzerne, weiters mit diesen Regierungen Geschäfte machen hält sie an der Macht. Andere brauchen das gar nicht, weil sie über Rohstoffe verfügen, die wir in der sog. Ersten Welt unbedingt brauchen, so dass man da mal großzügig darüber hinwegsehen kann. Schon wieder haben wir einen Schuldigen. Aber so einfach ist es auch nicht, denn wenn wir ernst machen, aus der EU austreten und die Grenzen dicht machen, so dass ein Primark seine billigen T-Shirt nicht mehr verkaufen kann, bedeutet dass zusätzlich einen Abfall des Lebensstandards – und Primark wird es egal sein, denn so wichtig ist der österreichische Markt auch nicht. Kann nur sein, dass die eine oder andere Näherin in Bangladesch ihre Arbeit verliert, aber wir haben ja schließlich unsere eigenen Arbeitslosen um die wir uns kümmern müssen. Mir ist durchaus bewusst, dass die Dinge viel komplizierter sind, dass es viele Brandherde auf der Welt gibt und jeder für sich betrachtet werden müsste, doch eines ist sicher, es bringt uns der Lösung dieser Probleme keinen Schritt weiter, wenn wir aufeinander losgehen.

Gerade angesichts der anstehenden Probleme sollten wir uns auf das besinnen, worum es wirklich geht: Um ein lebenswürdiges Leben. Das bedeutet verantwortungsvollen Umgang mit den gemeinsamen Ressourcen und die Vereinigung aller Kräfte für einen praktikablen, umsetzbaren Lösungsweg.

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Bernhard Juranek

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