Wie kann man einen Produktivitätszuwachs zweimal besteuern ?

Es scheint niemand bemerkt zu haben: aber bereits die klassische Benya-Formel (Anton Benya war Vorsitzender des ÖGB, des österreichischen Gewerkschaftsbunds), dass Lohnsteigerungen sich an Inflation und Produktivitätszuwachs orientieren müssen, stellte eine Art Wertschöpfungsabgabe dar.

Obwohl die Arbeitnehmer über die Benya-Formel bereits bisher am Produktivitätszuwachs profitieren, forderte Kanzler Kern (SPÖ) eine Art Wertschöpfungsabgabe.

Es stellt sich somit die offensichtlich von niemandem gestellte Frage, ob es sich dabei um eine Art Doppelbesteuerung handelt.

Oder ob umgekehrt die rein theoretische Einführung einer Wertschöpfungsabgabe, wie von Kern gefordert, ein Abgehen der SPÖ von der Benya-Formel bedeutet.

Der aus der Politik ausgeschiedene ehemalige Vizekanzler und Wirtschaftsminister Mitterlehner thematisierte die Frage, um welche Art von Wertschöpfungsabgabe es sich handle. Mit anderen Worten, Mitterlehner fand einen Alleingang Österreichs in Sachen Wertschöpfungsabgabe für problematisch, während Kern das alles relativ offen liess.

Aber vielleicht egal: vielleicht hat ja Michael Häupl (SPÖ Wien) recht mit seinem Statement, dass Wahlkampf die Zeit der fokussierten Unintelligenz sei, also der auf die Zielgruppe abgestimmten Dummheit.

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harke

harke bewertete diesen Eintrag 02.08.2017 16:00:11

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