Die Riesengagen im Profisport waren Manchen schon laenger ein Dorn im Auge, aber nun hat es ein ueberhoeht bezahlter Profisportler mit Millionengage geschafft, durch eine Sonderaktion die perversen Bezahlungen im Profi-Sport wieder ins Gespraech zu bringen, naemlich Bayern-Muenchen-Kicker Franck Ribery.

Ein Video, das ihn beim Ordern, Geniessen und Beklatschen eines mit Blattgold ueberzogenen Steaks zeigt, ging viral.

Riberys Auftritt in diesem Video ähnelt auch den Gangster-Rappern (wie Farid Bang und Kollegah, um die es den Echo-Skandal gab), die mit Goldketten prahlen, nicht nur mit einer, sondern gleich mit einer ganzen Goldkettengruppe.

Diese obszön hohen Gagen bringen den Sportlern oft gar nix, wie der Fall des Ex-Box-Weltmeisters Mike Tyson (der auch ein Faible für Goldketten hatte bzw. hat) zeigt: Zig-Millionen pro Kampf in seiner aktiven Zeit, vergeudete und verschwendete er alles danach und schlitterte in einen Konkurs. (Auch Boris Becker ist ein Beispiel für einen Spitzensportler, der in den Konkurs schlitterte).

Eigentlich durchaus ein Argument, die pervers hohen Profi-Sportler-Gagen zu kritisieren, vielleicht sogar den Profi-Sport generell zu boykottieren.

P.S.: ich schreibe heute extra-prekaer an einem schlecht installierten Computer ohne deutschen Zeichensatz, daher gibts keine Umlaute. Falls Z und Y vertauscht sind, so bitte ich diesbezueglich um Entschuldigung.

Das sind die Probleme, die weit entfernt sind von blattgoldlosen Steaks, mit denen abgehobene Abkassierer wie Ribery Probleme haben.

Es stellt sich die Frage, ob die oft obszön hohen Gagen von Spitzensportler durch Leistung gerechtfertigt sind, oder nur durch den Nationalismus, der Nationalteams extreme Popularität verschafft, in absurd hohe Höhen hinaufgeschraubt werden.

Die Überbezahlung vieler Sportler ähnelt auch den oft bizarren Effekten am Kunstmarkt: es gibt nur einen Salvator Mundi von Michelangelo, daher erreicht er bei Versteigerungen eine Milliarde US-Dollar, und es gibt nur einen Ronaldo/Messi/Ibrahimovic, daher erreicht er absurde Millionengagen und Ablösesummen.

https://www.sportschau.de/fussball/international/die-teuersten-transfers-aller-zeiten-100.html

Verfünfzigfachung bis Verhundertfachung der Ablösesummen in den letzten 40 Jahren:

http://www.spiegel.de/sport/fussball/transfers-die-entwicklung-der-rekord-abloesesummen-a-920108.html

Das kann natürlich auch in die andere Richtung gehen, frei nach dem Motto "What goes up, must come down". Genauso wie der Bitcoin crashte und von einem Höchststand von 14.000 Dollar auf 3.000 Dollar abstürzte, kann es auch mit den Fussballer-Ablösesummen und -Gehältern gehen.

Bei American Football in den USA gibt es die Salary Caps, die Gehaltsobergrenzen: der Hintergrund der Einführung dieser Gehaltsoberggrnzen ist ein knallharter kapitalistischer: als es keine Gehaltsobergrenzen gab, dominierten einige wenige Klubs aus Großstädten wie New York und Los Angeles die Liga, und die Kleinklubs hatten keine Chance, mitzuspielen und auch nur gelegentlich zu gewinnen, was die Zuschauerzahlen einbrechen liess.

Mit Einführung der Salary Caps (Gehaltsobergrenzen) stiegen die Chancen der Kleinklubs und vieler kleineren Städte (was in diesem Fall zwischen 500.000 und 2 Millionen Einwohner bedeutet), und mit den Chancen stiegen auch die Zuschauerzahlen.

Die EU und die Champions League gehen den umgekehrten Weg: der Dominanz der 5 Großstaatenligen (GB,F,Sp,D,It) wird nicht entgegengewirkt: Bayern München, Real Madrid, Chelsea, AS Roma, VFB Dortmund und einige wenige sonst haben einen uneinholbaren Finanzvorsprung.

Alle Champions League-Gewinner der letzten 30 Jahre kamen aus den oben genannten Großstaaten, mit nur 2 Ausnahmen: einmal gewann der PSV Eindhoven (Niederlande) und einmal der FC Porto (Portugal), wobei sowohl Niederlande als auch Portugal mittelgroße Staaten zwischen 10 und 20 Millionen Einwohnern sind.

Selbst ein Weltkonzern wie Red Bull konnte dem FC Salzburg trotz praktisch unbegrenzter finanzieller Ressourcen nicht zu einem wirklichen Erfolg (Finale oder Semifinale) verhelfen. Österreich ist offensichtlich zu klein, und die österreichsiche Liga zu schwach.

Ein Argument dafür, dass Geld doch keine Tore schiesst. Eben weil Geld alleine einem Kleinstaatenklub nicht zum Erfolg verhelfen kann, öffnete Red Bull mit Leipzig eine zweite Option in einer wirklich starken Liga, der deutschen, was eine Voraussetzung für Champions-League-Erfolg ist.

In der EU gibt es wohl auch wegen der Sprachbarrieren - ander als in den USA - keinen Aufstand der Kleinstaaten gegen die Großstaatendominanz.

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