1.Peter Sloterdijkt nennt sich einen Zehnkämpfer: er übt sich im Radfahren, Latein, Italienisch, Französisch und natürlich Deutsch mit Sprechen und Hören und der "Fach- und anderen Literatur"...; enorm.

2.In der am 9.4.2019 veröffentlichten SRF-Fernseh-Sendung "Sternstunde Philosophie" erklärt er, dass die "Buben-Generation" Jahre nach dem 2. Weltkrieg oft mit einer Mutter allein - also ohne die Vaterpräsenz - aufwachsen musste, und daher im Leben die "Bildung als unbewusste Aufgabe der Selbstformung" - ohne einen über die Schulter schauenden Vater - bei der Mutter (allein) nachholen musste... Das wäre ein Last gewesen, die diese männlichen Wesen dann überwiegend allein aufzuarbeiten hatten...

3. Er stellt es als Last dar. Das könnte ein Irrum sein..., - Sloterdijk, selbst ohne Vater aufgewachsen (der war ein Fernfahrer, der zudem die Mutter zu früh verließ), - schöpft hier sichtlich stark aus der eigenen Erfahrung. - Danach müssen sich - so klingt es - alle diese männlichen Nachkommen der Weltkriegs-Vaterkohorten also ihr Selbstbewusstsein "alleine erarbeiten"... Er läßt die Ödipus-Sache hier ganz weg, unbesehen gleichsam. Er vermisst den (fiktiv erträumten) Vater noch immer, könnte der Psychoanalytiker evtl. sagen...

4. Er hat die Rivalität im Ödipus-Drama also nicht erlebt... Kein Vater störte... so könnte man auch sagen, und er arbeitet sich ab - als Zehnkämpfer, mehr oder weniger allein-lebend (so klingt es). Und dies mit ungeheurer Zähigkeit: Die Philosophie, die Psychologie mit den eigenen Erlebnissen des "Human-Growth-Movements" und den vielen dort "aufgearbeiteten - bzw. ausgeweideten Erfahrungen (meist Neurosen - könnte man sagen) ...

5. Für den berühmten Sloterdijk mag es eine Last gewesen sein, aber wohl auch eine große Motivation...; ein Nachteil für die Selbstfindung? ein Vorteil vielleicht? Wer weiss?

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