Der hat mich völlig fertig gemacht. Zerkaut und wieder ausgespuckt hat er mich. Ohne jedes Mitleid. Der Fritz. Aber das hätte nicht sein müssen. Letztlich war es nur meine eigene Schuld. Vor drei Stunden bin ich noch im Garten in der Hängematte gelegen. Über mir der blaue Himmel an dem gemächlich weisse Wölkchen vorüber zogen. Hinter mir plätscherte das Wasser in den kleinen Brunnen und der Hundewilli schnarchte daneben. Den Kaffee hatte ich auf das Tischchen neben meiner Matte gestellt: bissl Milch und zwei Löffel Zucker. Gelesen hab ich in der wunderbaren Biographie vom Udo Lindenberg. Gestern bin ich mit der schlechten vom Herrn Hallervorden fertig geworden. Die hab ich nur ausgelesen, weil ich Bücher ungern abbreche. Aber der Biograph erging sich in hündischer Heldenverehrung, die er mir in blumiger Sprache ums Maul schmieren wollte. Anscheinend können dem Exdidi nur die unsympathischsten Charaktereigenschaften zugeschrieben werden, die aber ständig umgedeutet werden müssen. Eine diktatorische, pedantische Kröte weil hypersensibel – oder so. Didi ist für mich gestorben. Das hindert mich aber nicht sein spätes Werk zu mögen. „Honig im Kopf“ und noch mehr „Sein letztes Rennen“ find ich grandios. Aber der Udo Lindenberg macht es mir leicht. Den Nuschelbarden mag ich. Ich hab das halbe Buch gelesen, und das bleibt so. Dass man so fahrlässig mit dem Kopf gegen jede Wand rennen kann und immer wieder aufsteht, das gefällt mir schon sehr. Und dass irgendwann sogar die Wand, wie im Kindermärchen, eine Lücke freigibt, der Udo durchspringt und zu schweben beginnt, das freut mich so richtig. Zumeist bleiben die Leute ja irgendwann mit zerdöppertem Kopf liegen. Bestimmt Neunundneunzig von Hundert. Da bin ich sicher. Deswegen würd ich mein Leben nicht so anlegen. Aber für den Einen dem es doch gelingt, für den freu ich mich. Der macht es stellvertretend für die, die es nicht versuchen. Wenigstens ein bisschen. Tja, jedenfalls hätte ich besser weitergelesen. Aber als der Lindenberg grad seinen Job im Spießerhotel in Düsseldorf geschmissen hat, ist mir der kleine Grieche in Baden eingefallen. Wie das miteinander zu tun hat weiß ich aber nicht. Jedenfalls war ich letztes Jahr zur Reha in Baden. Nicht gerne und nicht freiwillig. Aber was ich dort schon gemocht habe, waren die Besuche meiner Frau und den kleinen Klischeegriechen. Dort waren wir jeden Samstag essen. Getrunken haben wir ein Mytos-Bier. Dann gab es eine kalte Vorspeisenplatte und danach gefüllte, gegrillte Calamari. Wir waren eh schon lange nicht mehr weg. Also nicht dort wo mit Menschen zu rechnen ist. Im Wald sind wir ja täglich. „Claudia, hast Lust nach Baden zum Griechen zu fahren?“ Sie bewegt langsam die Zehen. Dann hat sie also doch nicht am Campingbett geschlafen. Vielleicht hab ich sie aber auch aufgeweckt, weil ich jetzt nach Baden will. „Ist für heute Nachmittag nicht Regen angesagt?“ „Nein, ich hab schon nachgeschaut. Erst nach 20 Uhr. Wir fahren eh mit dem Auto und nicht mit dem Motorradl.“ Also gut, wir fahren also. Ich spring noch unter die Dusche weil ich heute schon dreizehn Kilometer gewandert bin und geschwitzt hab. Ich soll zwar für das Eisenbiegen stämmig sein, 102 kg sind aber zu viel – eindeutig. Laufen mag ich nicht, Wandern aber schon. Überhaupt im Wald. Ich brauch aber nicht lang. Im Auto reiss ich die Fenster auf, dreh die Klima an und drück auf play. Classic Country – super. Das mag ich. Ich fahr nur bis Pressbaum auf der Autobahn. Dann über den kleinen Semmering und weiter nach Sittendorf. Von der Strasse aus sieht man den Hang, auf dem früher der Motocross WM-Lauf gefahren wurde. Als ich ein Kind war, waren wir oft mit meinem Vater dort. Wie aufregend das war. Ich hab noch das Gekreische der Zweitakter im Ohr und den Geruch des verbrannten Öls in der Nase. Solche Veranstaltungen gibt es kaum mehr in Österreich. Spaß an Verbrennungsmobilität ist pfuigacki. Heute steht man mehr auf Gruppenesoterik oder solche Dinge. Langweilig und arschwarm. Vernünftig halt. In Baden park ich vor der Rehaklinik. Es ist sofort wieder alles da. So als wär ich nie weg gewesen. Der spitalsartige Klotz und der Balkon wo ich meine Handtücher aufgehängt hab. Der Parkplatz auf dem ich immer das Motorrad abgestellt hab ist aber besetzt. Das hätt mich fertig gemacht. Ich hätte umdenken müssen. Brauch ich nicht, mag ich nicht, tu ich nicht – wenn sich das vermeiden lässt. Ich versteh nicht wie es dazu kommen konnte, dass der ständige Wandel gar so hofiert wird. In einer perfekten Welt sind die Tage wie der in Form geklopfte Kartenstapel. Sortiert und genau übereinander gelegt – Eck an Eck und Kante an Kante. Perfekt erst dann, wenn nicht ständig einer durchmischt. Was soll da gut daran sein, sich andauern neu justieren zu müssen? Goldenes Kalb Flexibilität. Hört doch auf. Früher haben die Leute ein Leben lang in einem engen Tal gewohnt. Neun Häuser, immer gleiche Berge als Grenze und im Wesentlichen die Stammbelegschaft. Manchmal kam ein Neuer dazu und ein Alter ging. Genug Veränderung für meine Begriffe. Neue Erfahrungen, großer Horizont und fremde Sterne: Am-Oasch-Herr-Koal. Unnötiger Stress verordnet von der Werbe- und Eventindustrie, transportiert von einem fiebrigen Zeitgeist. Nein, nein, nein!

Wir spazieren in Richtung Altstadt. Bei der Volksbank kehre ich ein und geh zum Indoorbankomaten. Das ist jetzt blöd. Links neben mir steht eine Frau und sortiert irgendwelche Papiere. Ich will nicht genau hinschaun, damit sie nicht glaubt, sie wäre irgendwie von Interesse oder ich an Kontakt interessiert. Trotzdem hätte ich gerne gewusst ob es ratsam ist, mit der Hand meinen Pin zu verdecken. Tja, hilft nichts. Da geh ich heute ins volle Risiko und verberge die Geheimzahl nicht vor der Unbekannten. Das wäre mir zu peinlich die Hand schützend aufzustellen. So wie bei der Matheschularbeit. Obwohl, da hätte eh keiner von mir abgeschrieben.

Ich steck das Geldbörsel in die vordere Jeanstasche. Das ist zwar unbequem, wir Alten machen das aber so, weil wir wissen dass die Welt schlecht ist. Obwohl, ich kontrolliere mich in den Schaufenstern. Breit wie ein Auto, geschorene Glatze und Wikingerbart. Zwar etwas zu viel Fett am Bauch, aber den ziehe ich ein. Dafür spanne ich Brust und Rücken an. Nur ein Geistesgestörter würde versuchen mich zu beklauen. Also ich würde es nicht. Wir biegen vor der Säule am Hauptplatz nach rechts ab. Nach einigen Schritten erreichen wir unser Ziel. Bingo, alles unverändert. Blaue Sessel und Tische im Gastgarten, der mit einer Reihe Kübelpflanzen von den Vorbeispazierenden abgegrenzt ist. Obwohl, ich bin mir nicht ganz sicher ob die großen Palmen schon voriges Jahr da waren. Ich hoffe schon, kann aber nicht sicher sein. Jetzt bin ich gefordert. Zunächst schaue ich, ob der Tisch an dem wir immer gesessen sind frei ist. Das ist er, es gibt aber noch weiter Dinge zu beachten. Wenn ein anderer einsamer ist, dann ist der meine erste Wahl. So flexibel bin ich schon, wenn ich damit den Menschenkontakt vermeiden kann. Aber nur die Ruhe, alles ist gut. Es sind kaum Menschen da und ich kann den gewohnten Platz ansteuern. Wir setzen uns. Ich überprüfe sofort den Hörradius. In dem befindet sich nur eine Familie. Vater, Mutter und zwei Kinder. Und wie ich bemerke verstehe ich die nicht. Irgendeine osteuropäische Sprache. Ich schließe die lieben Leute in mein Herz. Ich mag das außerordentlich, wenn ich Menschen nicht verstehe. Sie sind dann fast nicht da. Und das Stück das doch da ist, forme ich nach meinen Wünschen. Also ich bilde mir dann ein, dass die wahnsinnig nette Gespräche führen. Und ich bin auch viel ungezwungener. Die babylonische Sprachverwirrung, mein Wunschtraum. Ich kontrolliere die Speisekarte auf Homöostase – kann sein, dass ich das falsch verwende, aber es klingt so nach einem soliden, ideologischen Fundament - und bin zufrieden. Alles da was auch voriges Jahr da war. Dann kommt der junge Kellner. Der ist allerdings neu. Und auch der Rest des Personals ist mir unbekannt. Da ich aber seit fast einem Jahr nicht mehr da war, ist das wohl zu akzeptieren. Außerdem ist er nett. Wir bestellen also das Übliche.

Ich lehne mich zurück, lächle meine Frau an, lasse meinen Blick über die Pflanzen zum Beethovenhaus schweifen, sauge den Geruch südländischer Speisen ein und fühle mich wohl. Das tu ich normal eher im tiefen Wald oder meinem Wohnzimmer. Es ist also eine ziemlich ungewöhnliche Erfahrung für mich unter Menschen – zumindest theoretisch – in mir zu ruhen. Als wir so plaudern, ganz ungezwungen und nett, blitzt eine Erinnerung auf. Wie konnte ich das vergessen? Der fette Schwachkopf! Voriges Jahr sind wir bei zwei Besuchen auf den getroffen. Ob ich das erwähnen soll? Nein, das würde die Stimmung zerstören, selbst wenn wir in der Rückschau darüber lachen könnten. Das kann man ja oft über die unerträglichsten Dinge. Wenn die Rückschau nur weit genug zurück schaut, ist vielleicht sogar ein Erdbeben eine schöne Erfahrung gewesen. Weil man die Natur so intensiv wahrgenommen hat. Aber der war schlimmer als ein Erdbeben. Ich mag gar nicht daran denken.

„Griaß eich! Do bin i wieder! Ha, ha, ha, a,a,a,a,“ Ich erstarre. Das ist der Fettling. Er nähert sich von hinten und erschießt mich mit seinem aufgesetzten Bass, vor dem es kein Entrinnen gibt. Die Phrase wird donnernd in den Raum geschleudert, dann lässt er eine Sekunde verstreichen und legt mit einem gegackerten Eunuchenlachen nach. Mit so einem ganz hellen. Das „a“ am Ende wird stakkato artig rausgeschossen. Wie aus einem Maschinengewehr. Es würde helfen, wenn er etwas Abstand zu mir hält. Nicht viel zwar, aber das würde mich überleben lassen. Die Tische stehen parallel in zwei Reihen. An der Wand etwa zehn Stück, dazwischen ein Gang, und außen wieder zehn. Mein Albtraum lässt sich schwer in den Sessel fallen, der mir am nächsten steht. Wieso, wieso, wieso? Voriges Jahr war er stets alleine und hat sich an den Tisch des Chefs gesetzt. Diesmal ist er in weiblicher Begleitung. Eine sehr magere Frau, ganz in Schwarz, die etwa halb so alt ist wie er. Also dreißig bis fünfunddreißig – so um den Dreh. Seine Masche vom letzten Jahr war die, dass er sich unerträglich an den Chef heran geweimperlt hat: „Gö, mir san Freind, mia zwa. Harg, harg, harg, a,a,a,a,!“ Wos, wos, na wos glaubst? Ha, ha, ha,a,a,a,!“ Der dezente Grieche war ganz offenbar peinlich berührt, hatte aber nicht die Mittel sich abzugrenzen. „Seit ewig scho, wos? Wos? Harg, harg, a,a,a,!“ Der widerliche Klops hatte etwa 160 kg reines Fett. Hätte meine Oma den ausgelassen, wäre der für tausend Stanitzel Grammeln gut gewesen. Mindestens. Selbstgefällig hat er seine wabbernden Massen in den Sessel gepresst und darauf einen riesigen Schädel balanciert. Rötlich, kahl, wie eine unförmige, farblich entartete Melone. Aber eine sprechende.

Der junge Kellner kommt zum Tisch der Qualle, grüßt freundlich, und wird misstrauisch gemustert. „Wo is der Chef? Ich bin ein Freund vom Chef. Ein sehr guter Freund“! Das „sehr“ wird bis zur Unerträglichkeit überdehnt. Beifallsheischend schaut er zu seiner Begleitung. Die kichert und freut sich. Offenbar ist ihr klar, dass sie im Dunstkreis einer wichtigen Persönlichkeit unterwegs ist. Sie schätzt das. Da muss der Freund des Chefs aber schon gehörig Vorarbeit geleistet haben, wenn die gleich so mittut. Junger Kellner: „Der Chef ist einige Zeit nicht da.“ Freund des Chefs: „Ist er in der alten Heimat, der Babis? Harg, harg!“ Junger Kellner sagt nichts und wartet auf eine Bestellung. Das zieht sich so, dass ich Schmerzen bekomme. Oder besser: Es wird mir unwohl. Dort wo mein Hals in den Rumpf mündet, dort würgt es mich. Und die Speiseröhre runter bis zum Magen schleicht sich eine vibrierende Übelkeit. „Jo, wir wolln nur was trinken. Essen tu ma später zaus. Harg, a,a,a,a.“ Das war letztes Jahr schon so. Er hat das gesamte Lokal laut und offensiv okkupiert, wollte den Spaß aber für lau haben. „Geh bring ma Sitzpolster, sei so guad.“ Zur Begleitung: „Du, die Kellnerin kenn i a ned. Wast du wie die haßt? Des müss ma wissen, dass die glei merken wer der Chef ist. Har, a,a,a.!" Mir erschließt sich die Logik dieser Überlegung nicht, ich bin aber auch schon schwer angeschlagen. Ich sollte mich auf meine Frau konzentrieren, mich mit ihr unterhalten und einen netten frühen Abend verbringen. Ich versuche sie also anzulächeln, vermutlich schaffe ich aber nur eine verstörende Grimasse. Sie erzählt mir was, ich nicke freundlich grimasierend, verstehe aber kein Wort. Der Dicke bindet mich ganz und gar. Ich bin wehrlos ausgeliefert. Ich versuche mir die Calamari trotzdem halbwegs schmecken zu lassen, als der Kellner wieder in den Einflussbereich der Qualle eindringen muss um die Getränke zu servieren. Freund des Chefs: „Geh bring ihr ein heisses Wasser.“ Kellner nickt. Diesmal kein gackerndes Lachen. Dafür war der Bass des Befehls ein besonders tiefer. Des Chefs Freund zieht sein Handy raus, wählt weltmännisch – ich glaub er vermisst die Aufklapphandys, da könnte man eine große Geste einbauen – und brüllt: „Seawas! Seawas mei Freind! Wos glaubst wo ma san, no wos glaubst, na, na? Beim Griechen in Baden! Jo…jo! No wos glaubst wos des für ein Hallo woa, wie i kumman bin? No, wos glaubst? No, harg, harg, a,a,a,a!“ Jetzt hat er mich am Boden. Keine Sau hat ihn gekannt! Keiner! Niemand! Der ist gna-den-los! Jetzt wälzt er sich aus dem Sessel und schiebt ab. Er geht ins Lokal. Es ist etwa drei Minuten Ruhe. Ich muss versuchen zu regenerieren. Jede Sekunde ist kostbar. Aber je mehr ich mich ins Zeug lege, desto erschöpfter bin ich. Das halt ich nicht durch. Ohgottohgottohgott, da kommt er schon wieder. Er setzt sich nicht gleich sondern stützt sich an der Tischkannte ab, beugt sich vor und lässt es aus sich heraus platzen: „Wos glaubst wie die Kellnerin heißt? Wos glaubst, ha?“ Pause. Dann: „Maria!!! Maria!!! Wirklich, harg, harg, a,a,a! Maria!“ Ich beginne gleich zu weinen. Offenbar kennen die beiden jemand, der auch auf diesen Namen hört. Und dieser Umstand hat zu dem unfassbaren Ausbruch geführt.

Oh ich hasse den mit jeder Faser meines armen, geschundenen Körpers! Dem ist das völlig einerlei. Er hat seinen Saft bezahlt, und als Draufgabe erwartet er, mich als sein Auditorium verwenden zu dürfen. Als Redemauer. Als stilles Publikum. Meine Befindlichkeit interessiert ihn nicht für fünfzig Groschen. Jetzt beginnt er zu erzählen. Irgendwelche Geschichten über Tamaras (Damaaraa) und Kevins (Gäwin). Eine blöder und belangloser als die andere. Und dann kommt auch immer wieder ein gewisser Fritz vor. Immer so: „Geh, lieber Fritz, kannst du mir nicht helfen? Du kannst das doch so gut!“ Oder: „Fritz, du bist doch ein Freund des Bürgermeisters. Kannst du nicht was für mich tun? Jetzt fällt mir das wieder ein! Er hat schon letztes Jahr dauernd von seinem Freund, dem Bürgermeister, erzählt. „Die haben geglaubt, sie können so mit mir reden. Da hab ich gsagt, ich werd mal mit meinem Freund, dem Bürgermeister, telefonieren. Sooo klein san die geworden. Sooo klein!“ Jetzt weiß ichs. Der Fritz über den der dauernd so begeistert erzählt, das ist er!

Ich überlege, wie weit meine Faust in die Masse eindringen würde, wenn ich mich voll in den Schlag werfe. Bis zum Handgelenk? Und wenn er dann daliegt, und ich ihn an den Ohren raufziehe, würde er dann quieken wie eine Sau? Dann würd ihm das Lachen vergehen. „Harg, harg, harg“ würd ich machen und „a,a,a,a,a“ nachbrüllen. „Nimm das und das und das auch noch!“. Das würde ihm eine Lehre fürs Leben sein! Jaaaa! Nie wieder wird der seine Umwelt tyrannisieren.

Aber wieso muss ich mich eigentlich in Gewaltphantasien ergehen? Es gibt Leute, die haben eine derart kulturlose, gewaltbereite Aura, dass solche Quäler immer auf Abstand bleiben und sich ein anderes Opfer suchen. Ich schau doch wirklich einschüchternd aus. Wie eine richtige Prolosau. Was hilfts? Nix hilfts! Ich glaub man merkt, dass ichs einfach gerne leise mag. Ruhig und harmonisch. Streitereien sind mir ein Gräuel. Ich schaue gerne zu den Wolken und lese Bücher, in denen es um Abschied und Aufbruch geht. Und ich rieche gerne die Blumenwiese an einem Sommermorgen. Und all diese Dinge wittern diese Quäler. Da kann ich machen was ich will. Mein Schicksal. Aber ich gebe nicht auf. Ich schreib jetzt auf einen Zettel: „Menschen meiden, wo immer es geht!!!“ Und darunter: „Kulturlose, brutale Aura entwickeln (Ausdünstung?)“. Den häng ich an die Klotüre.

Ich geh noch schnell lulu. „Claudia, zahl einstweilen“. Als ich zurückkomm, steht meine Frau schon auf, nimmt mich an der Hand und führt mich auf die Gasse raus. Ich wanke wie ein schwer angeschlagener Boxer. Sie schaut mich an und grinst. Hat sie es also auch bemerkt? Da kann ich nie sicher sein. Meine Frau ist so lebenslustig und resistent, dass sie diese Dinge die mich fast umwerfen, nicht immer mitbekommt. Aber diesmal muss es wirklich schlimm gewesen sein.

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