Die AfD und islamistische Extremisten stehen in einem grotesken Symbioseverhältnis: öffentlich inszenieren sie sich als Todfeinde, doch politisch nähren sie sich gegenseitig wie zwei Brandstifter, die denselben Flächenbrand brauchen, um Bedeutung zu erzeugen. Jede Eskalation der einen Seite liefert der anderen frisches Material, um ihre Anhänger zu mobilisieren und das eigene Weltbild zu härten.
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In dieser Dynamik wirkt jede islamistisch motivierte Gewalttat wie ein politischer Adrenalinschub für die AfD. Ihre Umfragewerte steigen, sobald Blut fließt oder Sirenen heulen, weil sie dann ungestört ihre Erzählung von Kontrollverlust, Migration und innerer Unsicherheit ausbreiten kann. Die Partei präsentiert jeden radikalen Vorfall als angeblich endgültigen Beweis dafür, dass Integration gescheitert sei und der Westen bedroht werde — ein Feindbild, das sie seit Jahren pflegt und das durch reale Gewalt nur noch schärfer konturiert wird.
Gleichzeitig nutzen islamistische Extremisten die schrille Anti‑Islam‑Rhetorik der AfD, um ihre eigene Opfermythologie zu füttern. Jede pauschale Verurteilung, jede überzogene Warnung vor „dem Islam“ wird in ihren Kreisen als Bestätigung eines feindseligen Westens verbreitet. So entsteht ein geschlossenes Narrativ, das junge Menschen leichter in die Arme radikaler Prediger treibt — eine perfide Form der Polarisierung, die beiden Lagern nützt und der Gesellschaft schadet.
Der eigentliche Skandal liegt darin, dass diese beiden Extreme denselben politischen Raum zerstören: den liberalen, offenen Zwischenraum, in dem Menschen nicht als Kollektive, sondern als Individuen gedacht werden. Beide Strömungen verachten den pluralistischen Rechtsstaat, beide arbeiten mit starren Identitätsblöcken, beide definieren Politik als Kampf zwischen „Wir“ und „den Anderen“. In dieser Logik ist kein Platz für Nuancen, keine Luft für Kompromisse, kein Respekt für Freiheit.
So stehen sich AfD und Islamisten zwar als Gegner gegenüber, doch sie ziehen am selben Strang: Sie brauchen einander, um ihre Weltbilder zu bestätigen, ihre Anhänger zu radikalisieren und die Gesellschaft weiter zu spalten. Zwei Extreme, die sich gegenseitig groß machen — und die Mitte klein.