Alexas_Fotos / Pixabay www.pixabay.com

Globalisierung. Ein Begriff, der nahezu täglich in irgendeinem Medium in Deutschland auftaucht. Ein, so scheint es, unaufhaltsamer Prozess, der, um mit Frau Merkel zu sprechen, „alternativlos“ ist.

Nun frage ich mich mitunter: Was ist eigentlich genau mit diesem Begriff gemeint?

Bedeutet Globalisierung, dass sich die Welt durch immer kürzere Transportwege immer mehr in weltweiten Handelsbeziehungen miteinander vernetzt?

Bedeutet Globalisierung, dass sich die Menschen weltweit durch das Internet und den immer weiter verbreiteten Zugang zu selbigem global Informationen beschaffen und sich austauschen können?

Bedeutet Globalisierung, dass ein langfristiges Ziel einer „grenzenlosen“ Welt erreicht werden soll, in der jeder Mensch sich frei bewegen kann?

Ich glaube, es ist im Prinzip eine Mischung aus allem.

Vor 150 Jahren waren Menschen noch an ihren Geburtsort gebunden. Die wenigsten wagten das Abenteuer „Umzug“ oder „Auslandsreise“, schlicht, weil sowohl die finanziellen als auch die Transportmittel fehlten. Jedes Volk bzw. jede Region schmorte im eigenen Saft. Es gab wenig Wissenstransfer. Man lebte und starb in der Regel in einem Umkreis von wenigen Quadratkilometern.

Heute kann praktisch jeder theoretisch die gesamte Welt bereisen. Wir können über Recherchen im Internet die günstigsten Transportmöglichkeiten finden und an jeden Ort der Welt reisen, passende finanzielle Gegebenheiten vorausgesetzt. So gesehen leben wir „globaler“ und deutlich freizügiger in unseren (Reise-)Entscheidungen als damals. Dem technischen Fortschritt sei Dank.

Allerding: Nicht jedes Land ist gleich weit entwickelt. Nicht jedes Land hat eine Periode technischen Fortschritts und liberalisierender Freiheitskämpfe hinter sich. Einige Länder leben auf einem technologischen Niveau wie Deutschland vor 100 Jahren. Ganz zu schweigen von immer noch existenten Ureinwohner-Stämmen im südamerikanischen Regenwald oder in der afrikanischen Steppe. Für diese Menschen gilt immer noch das erwähnte „Leben und Sterben innerhalb weniger Quadratkilometer“. Sie haben keine Ahnung vom Internet und wissen auch nicht, wer Donald Trump oder Angela Merkel sind.

Wenn nun die Globalisierung das Ziel hat, diese Länder auf den technologischen und zivilatorischen Stand Westeuropas bzw. Nordamerikas zu bringen, ist dies ein hohes Ziel, das jedoch vielerlei Probleme mit sich bringt: Wollen diese Länder überhaupt eine Lebensweise, wie wir sie im „Westen“ leben? Haben die Regierenden der Länder gänzlich andere Ziele, beispielsweise die Verbreitung ihrer Religion als eine Art „eigene Globalisierung“? Wie lässt sich das unter einen Hut bringen? Geht das „Projekt Globalisierung“ gar so weit, dass wenige Eliten den Plan geschmiedet haben, alle Menschen unterschiedlichster Herkunft, aus verschiedensten Zivilisationen und Ethnien, unterschiedlichsten Kulturen und technologischen wie gesellschaftlichen Entwicklungsstadien, wild durcheinander zu mischen? Ist das z.B. das geheime Ziel von Frau Merkels Flüchtlingspolitik, wie viele „Aluhutträger“ vermuten?

Für mich bleibt folgendes Fazit:

Durch den technischen Fortschritt erzielte Globalisierung wie weltweiter Handel, die Freiheit, mich auf dem gesamten Globus zu bewegen, wohin ich möchte (soweit ich mich nicht dauerhaft niederlasse) und die Vernetzung über das Internet und den damit zusammenhängenden Informationsaustausch sehe ich absolut positiv. Kritisch hinterfragen sollte man vermeintliche Pläne, ideologische Träumereien mit dem Ziel einer „unifarbenen Mischbevölkerung“ und grenzenloser Ländereien umzusetzen, bei denen die Menschen nur als Spielball dienen. Das birgt enormes Konfliktpotential, besonders, wenn unsteuerbare Faktoren wie Religion, Traditionen und Eigeninteressen der Menschen hinzukommen.

Man sollte die „natürlich wachsende“ Globalisierung durch technologische Weiterentwicklungen in verschiedensten Bereichen nicht behindern. Diese ist ohnehin nicht aufzuhalten und somit „alternativlos“.

Was man vermeiden sollte, ist das Spiel mit Menschen als Figuren auf dem weltweiten Schachbrett, um einen ideologischen Traum zu verwirklichen, von dem niemand sagen kann, wie realistisch er ist und welchen Schaden der Weg dorthin anrichten kann.

2
Ich mag doch keine Fische vergeben
Meine Bewertung zurückziehen
Du hast None Fische vergeben
5 von 6 Fischen

bewertete diesen Eintrag

Matt Elger

Matt Elger bewertete diesen Eintrag 10.11.2016 17:17:24

Margaretha G

Margaretha G bewertete diesen Eintrag 10.11.2016 12:30:49

Noch keine Kommentare

Mehr von onkelotti