Die Hannibal-Direktive: Wie viele Geiseln vom 7. Oktober hat Israel selbst getötet?

Israels umstrittene Befehle vom 7. Oktober 2023

Am 7. Oktober 2023 setzte Israel die Hannibal-Direktive ein – ein geheimer, kontroverser Militärbefehl, der ursprünglich darauf abzielte, die Gefangennahme israelischer Soldaten zu verhindern. Doch an diesem Tag wurde die Direktive erstmals massiv gegen eigene Zivilisten angewendet. Der Grundsatz „Ein toter Soldat ist besser als ein entführter Soldat“ (Ha’aretz, 2003) wurde zur grausamen Realität: Israelische Truppen feuerten auf Fahrzeuge mit Geiseln, darunter auch eigene Bürger, um deren Entführung in den Gazastreifen zu verhindern.

Laut Ha’aretz (Januar 2024) und Yediot Ahronot wurden Fahrzeuge mit Geiseln von Kampfhubschraubern, Drohnen und Panzern beschossen. Ein hochrangiger Militärangehöriger bestätigte im Juli 2024, dass der Befehl nicht nur in Be’eri, sondern an mehreren Orten entlang der Grenze zu Gaza umgesetzt wurde – auch gegen Zivilisten. Der damalige Verteidigungsminister Yoav Gallant räumte im Februar 2025 ein, dass die Direktive „taktisch an manchen Orten“ befohlen wurde. Dabei war klar: Gewalt wurde eingesetzt, selbst auf die Gefahr hin, eigene Geiseln und Soldaten zu töten.

Ein geleaktes Video vom 17. Juli 2026 (Nachdenkseiten) zeigt, wie der damalige Polizeichef Kobi Shabtai im Kommandozentrum in Jerusalem sagt: „Nein in Gaza. Zerstört alles. Zusammen mit den entführten Soldaten.“ Kurz darauf stoppte Minister Itamar Ben-Gvir die Aufnahme. Dies unterstreicht die systematische Weigerung Israels, eine unabhängige Untersuchung zuzulassen. Premierminister Benjamin Netanjahu lehnte eine neutrale Kommission ab – trotz Forderungen der Generalstaatsanwältin und Kritiker, die auf politische Vertuschung hinweisen.

Die Hannibal-Direktive, jahrzehntelang von der israelischen Zensur unter Verschluss gehalten, offenbart eine brutale Logik: Der Tod eigener Bürger wird als geringeres Übel gegenüber einer möglichen Gefangennahme betrachtet. Die Folgen? Unschuldige israelische Geiseln starben durch eigene Waffen. Während Israel die Direktive als „notwendig“ rechtfertigt, stellen Menschenrechtsorganisationen und internationale Beobachter klar: Dies ist ein Verstoß gegen das Völkerrecht und die Menschenrechte.

Die Fakten sind erschütternd. Die Fragen bleiben: Wie viele Geiseln wurden von Israel selbst getötet? Warum gibt es keine unabhängige Aufklärung? Die Antworten darauf stinken – wie der ehemaligeuser es formulierte – „zum Himmel“.

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