Huch, der böse Putin dreht uns den Gashahn zu!!ELF!!!

Gerade tun hier einige so, als hätte man das nicht bereits seit Monaten mit eingeplant. Jedem war klar, dass dieser Schritt spätestens dann passiert, wenn Putin merkt, dass die Sanktionen im Westen nicht nur Säbelrasseln sind. Notfallpläne wurden seit Monaten diskutiert und ja, wir haben einen harten Winter vor uns. Einzig, dass man nicht genug gebunkert hat, ehe es losgeht, ist etwas schade.

Ja, es wird ein hartes Jahr, bis wir unsere Lieferketten umgestellt haben. Doch im Gegensatz zu Westeuropa ist Russland wesentlich stärker betroffen. Die Sanktionen werden auch nach dem Krieg weitergehen. Die Chinesen werden sich jetzt dreimal überlegen, ob sie noch eine Schraube an Russland liefern, nachdem man die Testballons der Chinesen abgeschossen hat und die ersten Firmen, die sich nicht an die Sanktionen halten ebenfalls sanktioniert.

Wie stark die Chinesen von westlicher Halbleitertechnologie und vom westlichen Markt abhängen kann man an Huawei sehen, die diese kleinen Maßnahme der Daumenschrauben gerade durchgemacht haben.

Wer glaubt, die Chinesen tauschen ein paar russischer Krümel gegen einen westlichen Kuchen, der sollte sich fragen, warum. China ist zu sehr abhängig von westlicher Technologie, von westlichen Märkten. Und der Westen hat immer noch die Technologieführerschaft. Gerade im Bereich von Halbleitern, von Flugzeugelektronik und vielen anderen Dingen geht nichts ohne Europa und den USA. China wird Russland nicht weiter unterstützen, sonst sind ihre eigenen Firmen gefährdet und auch China droht abzurutschen. Ein Halbleiter ist kein Kolben am Auto, den man notfalls an der eigenen Drehbank produziert.

Das bedeutet, Russland wird keine Ersatzteile für Öl- und Gasförderanlagen mehr bekommen. Keine Flugzeuge mehr in den internationalen Luftraum senden können, weil wichtige Bauteile fehlen. Der Exportschlager Rüstungsindustrie in Russland hat Putin durch diesen Krieg selbst zerstört. Und der Rest besteht nur noch aus Rohstoffförderung, wie ihn jede Diktatur in einem abgehängten afrikanischen Land durchführt.

Aber die Russen drehen uns den Gashahn zu... Und? Wenn jemand geglaubt hat dieser Krieg geht ohne Einbußen für uns im Westen ab, der sollte früher aufstehen. Ja, es wird hart, aber die Ukraine den Russen zu überlassen, wäre noch härter. Dann könnte Russland uns nicht nur mit billigem Atompoker, wie jetzt ja auch, sondern mit Getreide erpressen. Und sobald es neu aufgerüstet ist, würde man sich den nächsten Brocken wie Moldawien oder Georgien schnappen.

Dabei ist Russland heute schon Verlierer, denn durch den Beitritt von Schweden und Finnland in die Nato hat Putin die strategischen Vorteile der Landverbindung zur Krim gleich doppelt verspielt. Machen wir uns nichts vor, es ging nie um nicht existente Nazis, es ging nie um einen NATO-Beitritt, der durch ein Veto von Deutschland und Frankreich verhindert wurde. Es ging um eine Landverbindung zur Krim, es ging um die Ukraine, es ging um Macht und Einfluss.

Durch Schweden und Finnland wird die Nato die Ostsee genau so beherrschen, wie sie das Schwarze Meer beherrscht. Die Türkei kontrolliert den Zugang zum Meer durch den Bosporus. Doch selbst wenn die Türkei abspringt, so befindet sich hinter dem Bosporus Griechenland. Und diese kontrollieren die Ägäis, so dass kein Schiff bis ins Mittelmeer vorstoßen kann, ohne das die Nato davon weiß.

Auch die Ostsee ist jetzt ein „Nato-Meer“, bei dem die Russen einen kleinen Zugang haben, der durch Estland und Finnland kontrolliert wird. Und in Murmansk sind sie nun nur noch einen Steinwurf vom Natoland Finnland entfernt. Mit Radarstationen in Finnland wird man jedes U-Boot das aus Murmansk, dem Stützpunkt der russischen Nordseeflotte, ausläuft, aufspüren, noch ehe es vollgetankt ist. Das bedeutet Nato Jagd-U-Boote werden sich an die Fersen dieser Boote hängen, sobald sie ausgelaufen sind. Für sämtliche Operationen, die nicht sofort auf dem Schirm der Nato erscheinen sollen, müsste Moskau somit weit entfernte Häfen nutzen, die nicht einmal eisfrei sind.

Hinzu kommt, dass man bisher Rücksicht auf Russland genommen hat, und an der Ostflanke keine dauernde Truppenpräsenz hatte. Auch das ist jetzt hinfällig. Russland wird Natotruppen direkt an seiner Grenze haben. Zusätzlich noch zwei sehr starke Armeen, die die Nato unterstützen. Die Finnen sogar an ihrer Grenze. Geostrategisch ein Desaster.

Doch bisher gibt es nicht einmal die Infrastruktur in diesen Häfen. Somit ist geostrategisch Russland bereits der Verlierer in diesem Krieg. Und ob sie den Krieg in der Ukraine gewinnen, darf eh bezweifelt werden, jetzt wo schwere Waffen eintreffen. Hier verschießt Russland bereits sein Pulver gegen einen wesentlich schwächeren, aber entschlossenen Gegner. Mehrere Jahresproduktionen an russischer Wirtschaftsleistung sind bereits der ukrainischen Armee zum Opfer gefallen.

Auch sonst sieht es wirtschaftlich eher mau aus in dem Russenreich. Die Staatspleite ist da, die Arbeitslosigkeit steigt, das BIP, das eh schon durch Staatsausgaben so gefaked ist, dass die Werte unbrauchbar sind, wird noch weiter zurückgehen. Der Krieg und die damit verbundenen Sanktionen erhöhen die Arbeitslosigkeit gerade in Randregionen.

Was übrigens bedeutet, dass die "Freiheitskämpfer" im Donbass darum kämpfen, ein kleiner armer russischer Sattelitenstaat zu sein, der am Finanztopf von Moskau hängt. Eine Region, die früher einmal wesentlich zum Staatseinkommen der Ukraine beigetragen hat.

Und wie man bei Huandei, der mit Sanktionen belegte Staatskonzern in China, sieht, die von den USA mit Sanktionen belegt wurden, wird Russland immer weiter vom Hochtechnologiemarkt abgeschnitten werden und immer weiter in die Zeit vor der Jahrtausendwende zurückkatapultiert.

Wir erleben einen harten Winter? Ja, das wird passieren. Aber Russland erlebt ein kaltes Jahrzehnt.

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