Eigentum ist die beste Maßnahme gegen Altersarmut...

Für junge Menschen ist Eigentum die beste Maßnahme gegen Altersarmut „Sebastian Kurz“

So stand der Satz geschrieben. So weit so gut, habe mir dann noch im Gegensatz zu vielen anderen die Arbeit gemacht, den Link zum Parteiprogramm zu öffnen und zu lesen.

Auszug aus dem Programm: …wollen wir für den Kauf des ersten Eigenheims alle staatlichen Gebühren (Grunderwerbsteuer, Eintragung ins Grundbuch und Eintragung des Pfandrechts) streichen….

Ich denke viele wissen nicht über welchen Betrag wir hierbei reden, da geht es nicht um 20 Euro, sondern um ein paar Tausend Euro mit denen viele beim Hausbau oder Wohnungskauf gar nicht rechnen, es ist eine wirkliche Entlastung.

Mein erster Gedanke hierbei: WOW das ist doch mal eine tolle Idee, das hätte mir bei meinem Hausbau was gebracht.

Jedoch sprechen viele, eigentlich ALLE Kommentare in den sozialen Medien eine andere Sprache:

„Ja einfach Erben dann geht das“

„Abgehobener Schnöselverein“

„Tja wenn man arm ist einfach reich werden-tolle Idee Hr. Kurz“

„Wenn sie kein Brot haben sollen sie doch Kuchen essen“

usw.

Das hat mich verblüfft und auch schockiert, vor allem das sich die Leute auf eine Schlagzeile beziehen, diese bewusst oder unbewusst in einen falschen Kontext stellen, oder sich gar nicht die Mühe machen zu lesen, um was es eigentlich geht.

Mehr dazu später, möchte vorab meine Situation darlegen:

Ich bin 39 Jahre und besitze ein Haus, wie geht das?

Ich bin weit weg von einem Politikergehalt oder Managergehalt.

Ich habe mit 33 Jahren mein Haus gebaut.

Es war meiner Frau und mir durch Sparsamkeit bis dahin möglich, fast die Hälfte des erforderlichen Geldes aufzustellen, den Rest hat uns die Bank ohne Probleme, aufgrund unserer guten Bonität finanziert, somit konnten wir unser Projekt verwirklichen.

Wer sich fragt wie wir diesen finanziellen Polster aufgebaut haben, zähle ich einige Punkte auf die mir einfallen:

Ich habe bis dahin bei meinen Eltern gewohnt.

Ich spare seit meinen 15. Lebensjahr (In dem Alter bin ich ins Arbeitsleben eingetreten), meine Frau seit Ihrem 18. Lebensjahr

Mein erstes Handy habe ich im Jahr 2000 gekauft, ich habe seitdem 4 Handys je nach Haltbarkeit mein Eigen genannt, Kaufpreis jeweils um die € 100 - € 150.

Mein TV Gerät ist mittlerweile 8 Jahre alt, meine Stereoanlage knapp 15 Jahre, mein jetziges Auto fahre ich seit knapp 8 Jahren.

Ich rauche nicht.

Meine Freizeit verbringe ich nicht im Shoppingcenter, sondern mit Radfahren und Laufen bzw. mit meinen 2 Kindern.

Meine Schuhe werden repariert und nicht neu gekauft, meine Hemden ebenso, ich habe ein Minimum an Kleidung diese jedoch hochwertig.

Wir gönnen uns selten einen Restaurantbesuch, bestellen bei keinen Lieferdiensten, wir kochen SELBST!

Die Wegwerfrate unsere Lebensmittel schätze ich auf 1%

Unsere Kinder spielen mit dem Spielzeug mit dem wir selbst als Kinder gespielt haben.

Zu Geburtstagen kaufen wir EIN „besonderes“ Geschenk und keinen Ramsch, Verwandte bitten wir daher von weiteren Geschenken abzusehen und uns stattdessen Geld für das Sparbuch der Kinder zu geben.

Kleidung für die Kinder haben wir von diversen Nachbarn bekommen und ebenso an die nächsten Freunde mit Nachwuchs weitergegeben.

Unser letzter richtiger Urlaub war im Jahr 2010 (Hochzeitsreise).

Die Bauzeit meines Hauses war knapp 3 Jahre mit viel Schweiß und Eigenleistung.

Nun zurück zum Anfangsthema:

Was ist nur los mit den Leuten? Was spricht dagegen sich Eigentum anzuschaffen und was ist daran bitte unmöglich?

Haben sich die Menschen schon so im Selbstmitleid und einer Opferrolle ergeben? Das nimmt für mich schon fast kommunistische Züge an.

Ich möchte nicht vom Staat bevormundet und versorgt werden, für mich ist Eigentum keine Belastung.

Der Staat ist nicht für mich verantwortlich! ICH selbst bin es! Wenn ich immer den Anderen Schuld für meine Lage geben werde ich nicht weiterkommen.

Meine Eltern haben sich mit vielen Entbehrungen Ihr Haus gebaut. Dies hat mir ermöglicht dort zu wohnen, bis ich mir jetzt endlich selbst ein Haus bauen konnte.

Sie werden mir Ihr Haus vererben, dann habe ich zwei, meine Kinder werde ich soweit wie möglich unterstützen um weiter Eigentum zu schaffen.

Altruismus gegenüber seinen Nachkommen und weniger Egoismus – damit ist schon viel geschafft auf den Weg zum Eigentum.

Es ist möglich sich Eigentum zu schaffen, man muss einfach mal damit anfangen.

Ich stecke mir Ziele und versuche diese zu erreichen, nicht alles gelingt mir oder wird mir gelingen, aber am Ende meines Lebens möchte ich sagen: Gut ich hab es vielleicht nicht ganz geschafft, aber meinen Kindern habe ich zumindest schon einen Grundstein gelegt, sollen diese es vollenden.

Abschließend will ich noch loswerden, daß ich niemanden „kritisiere“ der in einer Mietwohnung lebt oder mehr konsumiert als ich es tue.

Jeder soll sein Konzept im Leben verfolgen und auch glücklich damit sein.

Aber ich erwarte mir, daß jeder mir ebenso mein Recht lässt so zu leben wie ich möchte.

Mir die Freiheit zugesteht, Werte zu erarbeiten und diese auch zu geniessen und den kommenden Generationen weiterzugeben, anstatt Neiddebatten zu befeuern und nach Vermögenssteuern für die "Reichen" Hausbesitzer zu schreien ... aber das ist dann wieder ein anderes Thema.

Etwaige Schreibfehler: Geschenkt. Bin kein Akademiker, ich darf das.

Sujetfoto, pixabay

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