"Im U-Ausschuss wird nicht nur die folgenschwere Nacht auf der spanischen Insel oder eine mutmaßliche Käuflichkeit der türkis-blauen Bundesregierung untersucht, sondern auch eine mögliche Beeinflussung der Ermittlungen in der Ibiza-Affäre." Diese "Nachricht" nennt als Quelle die APA, also Austria Presse Agentur. Die Verluderung der Sprache findet demnach bereits an der Quelle der Nachrichtenproduktion statt.

Ernst Zdrahal Karl Marx Thomas Bernhard thurnhofer.cc

Wer eine "mutmaßliche Käuflichkeit" untersucht, muss zwei Dinge untersuchen: Mutmaßlichkeit und Käuflichkeit. Da aber Mutmaßlichkeit nicht strafbar ist, so macht entweder der Untersuchungsausschuss Fleißaufgaben, oder die Schreiberlinge der APA haben in ihrem politisch korrekten Übereifer etwas Falsches berichtet.

Das Gleiche gilt für die Untersuchung einer "möglichen Beeinflussung". Die Möglichkeit ist nicht strafbar, ihre Untersuchung demnach überflüssig.

Eine Nachricht (die Definition dieses Begriffes und der Unterschied zu Kommentar, Reportage usw. sollte APA-Journalisten bekannt sein) würde lauten: "Im U-Ausschuss soll untersucht werden, ob Käuflichkeit der türkis-blauen Bundesregierung vorliegt und ob eine Beeinflussung der Ermittlungen in der Ibiza-Affäre stattgefunden hat."

Und das Larifari mit der "folgenschweren Nacht" darf ersatzlos gestrichen werden. Das ist nämlich Stimmungsmache, die in der reinen Form einer Agenturnachricht nix verloren hat. So hab ich das wenigstens noch gelernt. Aber ich weiß nicht, wo APA-Journalisten heutzutage ihren Abschluss machen.

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Michel Skala

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Don Quijote

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