Wenn Nichtsein die allein wünschenswerte Gnade darstellt…

Per Kommentar wurde von mir zu einem kürzlich bei F+F veröffentlichten Beitrag in einem Statement der Satz „Manchmal ist Nichtsein eben besser als Sein“, eingebracht.

Es ging weitgefaßt um eine zwingend notwendige Geburtenkontrolle, resp. Geburtenreduzierung im armen Afrika, menschliches Leid zu verhindern, dass Kinder nicht eigensüchtig, unüberlegt und ungefragt in eine Welt hineingeboren werden, die ihnen - systembedingt - nur elende Lebensmöglichkeiten bieten kann.

Die Reaktion bei F+F-Kommentatoren war größtenteils negativ, da eine solche Meinungsäußerung offenbar als nicht opportun gemäß dem hochheiligen Wert des Lebens angesehen wurde.

Insbesondere bei Tieren ist ein „Nichtsein“ aber oft besser als ein „Sein“.

Siehe beispielweise aktueller Bericht über die grauenhaften Arbeitsbedingungen der Arbeitsesel in Afrika. Gefüttert werden sie, so unglaublich das klingt, mit nichts anderem als zerkleinerten Karton. Und als Lohn erhalten sie den Knüppel über die dürren Rippen. Es gibt in Mauretanien kein Wort für Esel. Man nennt sie einfach „Tiere, die man schlägt“. Mehr siehe https://wolodja51.wordpress.com/2021/05/07/esel-in-mauretanien

Oder man denke nur an das weltweit milliardenfache Elend der sogenannten „Nutztiere“ denen einzig und allein eine Daseinsberechtigung als „Fleischlieferant“ zugestanden wird. Oder eine Kuh, der als ausgemergelte „Milchfabrik“ täglich 30 Liter (und mehr) aus einem monströsen Euter gesaugt werden. Einem Brathühnchen bleiben gerade 35 Tage des Vegetierens in KZ-ähnlicher Stallaufzucht, dann landet es als Fleisch- und Fettklumpen in der Bratröhre. Oder Schwein, Schaf, oder ihre Babys, Ferkel, Lamm haben allein eine grauenvolle Lebensberechtigung als Gaumenfreude für die „Krone der Schöpfung“ zu dienen.

Mehr siehe https://www.fischundfleisch.com/ulrich-h-dittmann/wenn-nichtsein-besser-ist-als-sein-70941

Wer wollte bestreiten, dass hier ein Nichtsein besser ist, als Sein?!

Doch auch beim Menschen trifft diese Erkenntnis zu – und man kann jemand vor dem Tod retten, aber auch in den Tod:

Im letzten Weltkrieg tötete ein russischer Offizier zwei unbewaffnete, hilflose, deutsche Soldaten mit aufgesetzten Kopfschüssen. Eine furchtbare Barbarei ?

Nein - ein Akt der Barmherzigkeit, wenn man die grauenhaften Hintergründe und Zwänge dieser Tat zugrunde legt.

In den Weiten der Taiga waren deutsche Soldaten russischen Partisanen in die Hände gefallen. Wer weiß, was in den Kriegswirren sich die Gegner an Schrecklichkeiten gegenseitig angetan hatten.- Die deutschen Soldaten mussten sich nackt ausziehen und die Partisanen begannen auf perverse Weise die beiden Gefangenen langsam - an den Genitalien beginnend - zu Tode zu foltern. Die furchtbaren Einzelheiten wurden authentisch überliefert, sollen hier aber nicht näher ausgebreitet werden.

Der Forderung eines zufällig hinzugekommenen russischen Patrouille-Offiziers, die Gefangenen doch zumindest annähernd nach den Vorgaben der Genfer Konvention zu behandeln, wurde von den fanatisierten Partisanen kein Gehör geschenkt.

Der russische Offizier war mit seinen wenigen Untergebenen allein, die Partisanen absolut in der Überzahl. Er sah keine Möglichkeiten das Leben der deutschen Soldaten zu retten und tötete sie mit einem gnädigen Kopfschuss und bewahrte sie so vor weiteren Gräueltaten - rettete sie in den Tod. Er handelte in schrecklicher Barmherzigkeit, geboren aus Hilflosigkeit.-

„Wenn es um die Fähigkeit geht, Schmerz und Angst zu empfinden, sind wir alle (Mensch und Tier) gleich.“ Zitat Philip Wollen.

Kranke werden mit gnadenloser Korrektheit – zum finanziellen Wohle der Krankenhausverwaltungen – endlos zu Tode gepflegt. Man lässt sie nicht sterben. Moderne Apparatemedizin macht alles möglich. Und in den Altenheimen fristen die Alten (pardon - heute heißt das sprachlich korrekt`SeniorInnen´) vielfach ein elendes Leben, das letztlich nicht als Leben bezeichnet werden kann, sondern nur noch als Vegetieren. Auf Undercover-Recherchen verschiedener Journalisten in dieser Sache wird verwiesen.

Denn „Leben“ bedeutet mehr als Essen, Trinken, funktionierenden Stoffwechsel und Schlafen.-

Übelst, mit welch gnadenloser Unüberlegtheit dann manche Politiker und Möchte-gern-Gutmenschen ihre Möchte-gern-gut-sein-Ideologie, eine grausame in ihren Hirnen verhaftete Bürokraten-Barmherzigkeit, auch hier mit aller Härte durchzusetzen versuchen.

In bestimmten Fällen ist „Sterbenlassen“, ja sogar Sterbehilfe ohne Wenn und Aber, als reine Nächstenliebe und ärztliche Pflicht anzusehen. Insbesondere wenn sich der Betroffene nicht mehr SELBST helfen kann und unmissverständlich und nachvollziehbar bei klarem Verstand seinen Willen zum Beenden des eigenen Lebens äußert, resp. geäußert hat.

Insbesondere weil es bei einer solchen letzteren Entscheidung zum Freitod wg. schlimmer Krankheit, oder im fortgeschrittenen Alter schlicht aus "Lebenssattheit", allein um mein/das eigene(s) Leben geht.

Selbst bei erklärten Gegnern des Freitodes erlebt man Betroffenheit und Umdenken (bes. bei Frauen), wenn man die mittlerweile als selbstverständlich akzeptierte Argumentation der Frauenbewegung "...mein Bauch gehört mir", in Bezug setzt zu der Terminologie, "mein Leben gehört mir". Denn es geht hier um MEIN Leben und nicht um das eines ungeborenen jungen Lebens, das vielleicht sehr gerne leben möchte.

Eine sehr kompetente Internetpräsenz zu diesem Thema siehe https://www.dghs.de/

Es kann nicht richtig sein, aus theoretischem Guthaftigkeitsdenken, mit der Fahne in der Hand „Ich bin edel und gut“, faktisch vorhandenes Leiden nach genial-pharisäererhafter Manier zu negieren.

Eine solche Haltung ist nur gut für das eigene Ego, sich so als ethisch perfekter Gutmensch der Mitwelt präsentieren zu können.

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- Denke, es wäre angebracht, wenn man bei diesem ernsthaften Thema (ggf.)auch möglichst ernsthaft Kommentare posten würde…

"Niemand kennt den Tod; es weiß auch keiner, ob er nicht das größte Geschenk für uns ist. Dennoch wird er gefürchtet, als wäre es gewiß, dass er das schlimmste aller Übel sei. (Sokrates)

HannaLacheta/pixabay https://pixabay.com/de/photos/kenia-dorf-junge-afrika-1496750/

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