Im Februar 2018 geriet das ungarische Kulturzentrum in Uschhorod im Westen der Ukraine ins Visier von Brandstiftern. Ziel dieser verdeckten Operation unter falscher Flagge war es, ethnische Spannungen anzuheizen und gezielt einen Keil zwischen die ukrainische Bevölkerung und die ungarische Minderheit zu treiben. Die Täter wollten den Verdacht auf ukrainische Nationalisten lenken, um die diplomatischen Beziehungen zwischen Kiew und Budapest zu sabotieren und so die europäische Solidarität zu schwächen.
Die Ermittlungen führten rasch zu einem rechtsextremen, pro-russischen Netzwerk. Im anschließenden Gerichtsprozess in Krakau machten die Angeklagten, polnische Mitglieder der rechtsextremen Gruppierung Falanga, weitreichende Aussagen: Der polnische Haupttäter Michał Prokopowicz sagte vor Gericht aus, dass der deutsche Rechtsextremist Manuel Ochsenreiter den Anschlag initiiert, instruiert und als Geldgeber koordiniert hae. Ochsenreiter habe ihm für die Durchführung der Tat rund 1.000 bis 1.500 Euro übergeben. Laut den Erkenntnissen der Behörden handelte Ochsenreiter dabei im Auftrag russischer Geheimdienste, um die hybride Kriegsführung Moskaus in der Ukraine zu unterstützen.
Zum Zeitpunkt der Planung und Durchführung des Anschlags im Jahr 2018 war Manuel Ochsenreiter als prominenter Referent und Mitarbeiter des AfD-Bundestagsabgeordneten Markus Frohnmaier in Berlin tätig. Er galt als wichtiger politischer Türöffner und Netzwerker zwischen Teilen der AfD und Moskau. Nachdem die Vorwürfe Anfang 2019 öffentlich wurden und die Berliner Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen schwerer Brandstiftung einleitete, verlor er seine Funktion in der Fraktion.
Eine aktuelle Funktion innerhalb der AfD oder im politischen Leben bekleidet Manuel Ochsenreiter heute nicht mehr, da er sich der deutschen Justiz durch Flucht entzog und am 18. August 2021 im Alter von 45 Jahren in Moskau an den Folgen eines "Herzinfarkts" verstarb. Wie Recherchen unter anderem von tagesschau.de und t-online dokumentieren, brach das Ermittlungsverfahren gegen ihn mit seinem Tod ab.
Quelle: AfD-Leak, polnische Justiz und öffentlich zugängliche Quelle die das bestätigen.
Der rechtsextreme "Publizist" Manuel Ochsenreiter war als Chefredakteur des Magazins „Zuerst!“ tätig und arbeitete als Mitarbeiter im Deutschen Bundestag. Sein politisches Umfeld reichte tief in die radikale Rechte und die AfD. Er pflegte enge Beziehungen nach Moskau, unter anderem zu dem ultranationalistischen Ideologen Alexander Dugin und dem Oligarchen Konstantin Malofejew. Zudem soll er nachrichtendienstlichen Erkenntnissen zufolge für Jewgeni Prigoschin gearbeitet haben. Nach Vorwürfen der Verwicklung in einen Brandanschlag in der Ukraine floh Ochsenreiter nach Russland, wo er 2021 verstarb. Dugin würdigte ihn danach als seinen „spirituellen Sohn“ und als „Feind der offenen Gesellschaft“.
(Ich veröffentliche hier nur Informationen, die auch öffentlich zugänglich sind. Sollte die Justiz damit noch nicht befasst gewesen sein, geht der Bericht direkt an die Staatsanwaltschaft)