Politiker und Mathematik sind Dinge die sich nicht gut vertragen. Während Mathematik aus eiskalter Logik basiert, lebt die Politik von den Gefühlen die sie in Menschen wecken können. Fakten sind unbedeutend.

Manchmal holt die Mathematik dann die Politik doch ein. Und nein; heute rede ich nicht über Budgetdefizite. Heute reden wir über Kalender.

Nancy Pelosi, Haussprecherin der Demokraten in den USA verkündete dass sie am Amtsenthebungsverfahren nun seit 2,5 Jahren arbeiten.

When asked about criticisms of “the speed” of the House Democrats impeachment, Pelosi replied, “Speed? It’s been going on 22 months—two and a half years, actually.”

Das ist schon recht erstaunlich und man sollte sich vor Augen halten wie viele Arbeitsstunden hier investiert wurden. Zweieinhalb Jahre Arbeit bedeutet nicht dass hier 30 Personen jeweils ein Monat investiert haben sondern viele viele Menschen seit Zweieinhalb Jahren an diesem Verfahren arbeiten. Nun haben wir aber Beginn 2020 und der Grund zum Start dieses Verfahrens war Im Juni 2019. Zwischen Jänner 2020 und Juni 2019 liegen aber blöderweise keine zweieinhalb Jahre.

Rasch waren Menschen am Start die Muller Untersuchung in den Raum zu werfen aber die brachte ja keinerlei Munition für ein Amtsenthebungsverfahren und hat mit dem aktuellen Verfahren nichts zu tun. Hätte es etwas damit zu tun würde sich die Frage stellen wie man eine Untersuchung rechtfertigt die dann erst 2,5 Jahre später etwas an einer Stelle findet wo man gar nicht wirklich gesucht hat und noch nicht existierte als man begonnen hat zu suchen. Aber das sind dann Details.

Die ganze Sache ist daher eher witzig. Praktisch jede Opposition in den USA versucht ein Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten zu starten. Die Letzen die sich einem Amtsenthebungsverfahren stellen mussten waren:

Obama,

G.W.Bush,

Clinton,

G.H.W. Bush,

Reagon,

Nixon,

Truman,

Hoover,

Cleveland,

Grant,

Johnson

und so weiter und so fort.

Ein Amtsenthebungsverfahren gehört also schlicht dazu, kann fast schon als Wertschätzung verstanden werden. Einen echten Grund dafür braucht es nicht wirklich. Gründe sind für Realisten, die Politik braucht ja nur Emotion, Rauch und Schall.

Was es aber dann doch braucht ist jemand der es gut verkaufen kann und im Hinblick auf die Verkaufskompetenz der Demokraten darf es nicht wundern dass Trump es schafft, wie Clinton vor ihm, aus dem Amtsenthebungsverfahren mehr Kapital zu schlagen als jene die es initiiert haben.

Der Sportfreund nennt das scheinbar ein "Eigentor".

Wie ein lachender Buddha sitzt Trump jetzt da und lacht während seine Feinde über ihre eigenen Füße stolpern. Was wir aus dieser Epoche in die Zukunft mitnehmen ist mit Sicherheit kein visionärer großer Politiker im höchsten Amt der USA sondern ein Showman der das Establishment dazu gebracht hat sich als das zu zeigen was sie sind: inkompetente Betrüger die nichteinmal gut darin sind einen Betrug halbwegs sauber durchzuziehen.

Es wäre zum weinen, wäre es nicht so lustig.

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WibkeT

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