Heute beschäftigen wir uns mal wieder mit einem skurrileren Thema. Das Thema Uplifting war lange Zeit ein Thema der Science Fiction, bekommt aber durch aktuelle Forschung eine sehr reale Dimension.

Von Uplifting sprechen wir wenn wir einer anderen Spezies „helfen“ auf einen höheren Intelligenzstand zu kommen. Der platte Witz in dem Zusammenhang ist natürlich dass man zuerst einmal dem Menschen dabei helfen sollte intelligent zu werden. Und das ist in letzter Konsequenz ein ganz guter Einwurf mit dem wir uns dann auch später im Artikel beschäftigen werden.

Die Frage „Was wohl Tiere denken“ ist keine neue. Wir wissen dass Tiere träumen aber wir haben keine Ahnung von was. Träumen Katzen davon von riesigen Mäusen gejagt zu werden oder träumen sie einfach nur davon Mäuse zu jagen? Wir wissen es nicht.

Wenn wir sie aber fragen könnten, dann wüssten wir es.

Versuche Tieren eine Sprache, die wir entschlüsseln und ebenfalls anwenden können, zu vermitteln ist ebenso ein uraltes Konzept das aber an gewisse Grenzen stößt. Wir können etwa mit Hunden und Katzen ausreichend gut kommunizieren um ihnen Kommandos zu geben, die der Hund dann meistens befolgt und die Katze meistens ignoriert.

Wir können auch ihre Körpersprache lesen und wissen recht gut ob unser haariger Freund sich freut oder Angst hat.

Fakt ist aber dass weder Hund noch Katze sonderlich helle sind. Obgleich eine Freundin von mir der unbeirrbaren Meinung war dass ihr Hund sich Gedanken zur Politik der Menschen machte bin ich geneigt das heute genauso wenig zu glauben wie damals.

Dem Hund fehlen eben einfach ein paar Gehirnwindungen für solche Gedanken. Das mag sogar ein Segen sein.

Intelligenz ist nicht Bildung. Egal wie lange man einen Hund in eine Schule setzt, er wird das 1x1 nicht lernen. Das Pferd „der kluge Hans“ zeigte um rund 1900 erstaunliche Fähigkeiten mathematische Probleme zu lösen, tatsächlich war es einfach nur ausgesprochen gut darin seinen Trainer „zu lesen“ und zu tun was er von dem Pferd wollte.

Einem Pferd rechnen beizubringen ist also nicht wirklich möglich und der Grund dafür liegt eben in der Hardware namens „Gehirn“.

Wenn man aber nun diese Hardware verbessern könnte, man dem Gehirn also ein Uprade verpassen könnte, würde die Sache aber rasch anders aussehen.

Dann ist ein rechnendes Pferd möglich.

Die Frage ist wie weit man hier gehen möchte und was man überhaupt erreichen kann.

Die interessantesten dokumentierten Gespräche zwischen Mensch und Tier passierten zwischen Koko, dem Gorillaweibchen und Wissenschaftlern. Das Tier sprach eine Zeichensprache und sie beherrschte etwa 2000 Wörter. Das reicht um sich zu unterhalten kommt aber natürlich an die 75 000 bis 10 Millionen Wörter heran die wir benutzen. Dennoch. Es reicht. Koko zeigte dabei Dinge die viele von uns nur Menschen zurechnen, so log sie zum Beispiel regelmäßig, vor allem wenn sie etwas kaputt machte.

Was Koko aber Zeit ihres Lebens niemals tat, war eine Frage zu stellen. In der Beziehung ist sie wie ein Kind mit unter 4 Jahren: sie versteht nicht dass das [was sie weiß] nicht alles ist [was es zu wissen gibt]. Diese Facette der Selbstwahrnehmung kommt auch bei Kindern erst mit etwa 4 Jahren. Das ist der Grund warum dann plötzlich jedes zweite Wort „Warum“ lautet.

Eventuell ist genau das der Teil der uns als Spezies zu dem macht was wir sind: wir* (*viele von uns) wissen das wir nicht alles wissen und wir nutzen daher das Wissen in anderen oder versuchen es aus ihnen herauszukitzeln. Das führt zu einer Kooperation mit einer Tiefe die absolut einmalig in der Welt ist.

Diese Grenze ist bedeutend.

Wir wissen dass insbesondere Sprache irgendwie mit dem Gen Foxp2 zusammenhängt und es ist im Grunde nur eine Frage der Zeit bis wir fähig sein werden genetisch oder technologisch uns selber aber eben auch anderen Spezies einen Boost zu geben. Wir sprechen also von einer Welt in der potentiell jeder klüger als Einstein sein kann und unsere Katzen uns detailliert erklären können warum sie uns verachten aber dennoch in ihrem Haus dulden.

Die Frage ist aber wie weit man gehen soll.

Die Grenze ist eben vermutlich der Punkt an dem die Katze fähig ist zu verstehen dass wir etwas wissen das sie nicht weiß. An dem Punkt haben wir es mit einem Wesen zu tun das eben eher wie ein Mensch agiert als ein Tier.

Das Tier das sich dessen nicht bewusst ist hingegen kann maximal wie ein 3 Jähriges Kind handeln. Es kann sagen was es will aber ihm fehlt die Einsicht in die Komplexität der Welt. So eine Katze mag zwar aktiv versuchen die Weltherrschaft zu erlagen aber scheintern.

Fakt ist aber dass die Wissenschaft tut was sie tun kann und es daher auch nur eine Frage der Zeit ist bis wir Katzen haben die fragen warum etwas so ist wie es ist.

An der Stelle wird es haarig, denn so ein Wesen wird, korrekterweise, argumentieren dass Menschenrechte auf es genauso zutreffen oder aber es argumentiert, auch korrekterweise, dass es quasi ein Mensch ist weil es dem Menschen in seinen Kapazitäten und Wesen näher steht als einer unmodifizierten Katze. Es ist daher ein Mensch, keine Katze.

Wie sich die Gesellschaft dann entwickelt ist völlig unklar.

Das gleiche Problem haben wir aber auch wenn upgeliftete Menschen mit unmodifizierten Menschen zusammenleben. Intelligenz ist was uns trennt. Wer mehr davon hat ist geradezu zwangsläufig erfolgreicher.

Die Fälle in denen eine Gruppe von Menschen mit einem IQ von 60 eine Gruppe mit einem IQ von 100 dominieren ist selten und dauert meistens nicht länger an als eine Geiselname eben dauert. In jeder andere Situation dominieren immer die mit mehr Grips. Wenn nun aber eine Gruppe, dank uplifting, im Bereich von IQ300 schwirren wird es für die Personen mit einem IQ von unter 100 noch düsterer als es für sie ohnehin schon ist. Ein Zusammenleben in einer Gesellschaft ist zwischen Leuten die 30 IQ Punkte auseinanderliegen schon schwierig, steigt diese Differenz aber noch höher, wird die Sache rasch unerträglich.

Für beide Seiten.

Ein upgeliftetes Tier das diese Sache verstehen kann wird daher auch einfordern so viel Grips zu erhalten wie möglich. Wir sprechen dann also sehr rasch von einem Szenario in dem eine upgeliftete Katze auf einem Chefsessel sitzt und den unmodifizierten Menschen fragt warum er sich für den Job des Hausmeisters qualifiziert fühlt.

So eine Welt beleuchtet Fragen die schon heute unter den Nägeln brennen, etwa ob wirklich jede Stimme in der Gesellschaft gleich viel wert ist oder sein soll wie die Nächste. Es relativiert was es bedeutet „ein Mensch zu sein“ und impliziert dass eine Katze sich potentiell menschlicher verhalten könnte als ein Mensch, was weitere Fragen aufwirft.

Die Sache ist aus philosophischer Sicht unheimlich spannend und wichtig. Es ist daher schade dass sich damit nur so wenige beschäftigen.

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