Borderline - der tägliche Kampf um das Leben.

Eines der größten Tabus: die Gefühle und Gedanken eines Depressiven zu veröffentlichen. Also: Jetzt erst recht. Hier ist meine Gedankenwelt.

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"Hauptsache ich atme und lache noch, nicht wahr? Dann ist doch alles okay."

Es ist dunkel, alle schlafen - ich darf endlich wieder schwach sein und weinen. Ich darf endlich wieder traurig sein und muss nicht mehr lächeln. Meine Probleme zu belächeln kann ich ja schon perfekt. Die sind ja nicht so schlimm und kommen für die Gesellschaft sicher nicht schlimm rüber. Wieder ein weiterer Brief vom Amt, wieder nimmts mir den Atem, wieder weiß ich nicht weiter, wieder zittere ich und wieder denke ich, dass ich das alles nicht schaffen kann.

Ich fühl mich wie ein sinnloses Etwas. Wie ein Mensch, der sich nicht entfalten darf und in seinem eigenen Körper feststeckt. Dieses Gefühl von Leere in einem Menschen, das ständige Dasein, aber nicht Anwesendsein. Für Freunde immer zu 100% funktionieren wollen, um ihnen keine Sorgen zu bereiten.

Die ständigen UPS AND DOWNS in einem selber, seien es Gedanken oder Gefühle. Den Zwang zu denken, dass ich alles richtig machen muss und trotzdem falle ich immer wieder auf die Schnauze.

Verliebt zu sein und trotzdem negativ empfinden. Liebe von Freunden bekommen, dennoch nicht wahr nehmen. Das Gefühl von der ganzen Familie abgestossen zu werden und ein Nichtsnutz zu sein.

Diese Unfähigkeit, etwas zu erledigen. Erledigungen, die jeder normale Mensch schafft, wo sich keiner was dabei denkt, außer ich. Die Angst, verlassen zu werden.

Dieser Gedanke: "Wieso schaffe ich es nicht, so wie ich will?"

Immer wieder falle ich auf die Schnauze, aber nicht wegen meiner Mitmenschen sondern wegen mir selber. Ich will alles perfekt machen, kann es aber natürlich nicht. Ich will für jeden da sein, aber das geht nun mal nicht. Ich vergesse mich selbst, obwohl ich so stark an mir arbeite. Ich sollte genießen, die kleinen Dinge, aber ich kann es einfach nicht. Wieso kann ich nicht einfach mal einen Tag durchgehend genießen? Ich will doch einfach mal leben.

"Lebe ich oder werde ich gelebt?"

Manchmal ist es einfach da, das Gefühl, dass ich mein Leben nicht selbst bestimmen kann. Es ist einfach ein grausames Gefühl in sich selbst und auch in den Gedanken fest zu stecken.

Der tägliche Kampf ums Überleben startet wieder, aber ich werde es schon irgendwie schaffen, habe ja alles bis jetzt irgendwie geschafft..

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Bernhard Juranek

Bernhard Juranek bewertete diesen Eintrag 14.12.2015 23:17:06

andy1

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fischundfleisch

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