Krebs und Tod; ein Thema das nicht nur negativ besetzt sein muss

Rund 39000 Menschen erkranken jährlich in Österreich neu an Krebs. Während noch vor einigen Jahren diese Diagnose einem Todesurteil gleichkam, können heute eine große Vielzahl der Patienten diese schreckliche Krankheit überleben. Oft gilt man nach den Therapien als chronisch krank, benötigt lebenslang Medikamente oder lebt mit Behinderungen verschiedener Art. Ein nicht unerheblicher Teil der Tumorpatienten gilt nach einigen Beobachtungsjahren wieder als gesund und nicht nur geheilt. Eine Rückkehr in ein vollkommen normales Leben ist nicht nur Priorität, sondern auch möglich. Manchmal mit Veränderungen, die aber nicht negativ sein müssen. Trotzdem bleibt ein kleiner Teil an Patienten über, bei denen die Diagnose tatsächlich einen nahenden Tod mit einbezieht. Noch immer zählt besonders Bauchspeicheldrüsenkrebs zu jenen Karzinomarten mit wenig guten Aussichten. Es ist in so einem Fall mit Sicherheit sehr wichtig sich mit dem Thema sterben auseinander zu setzen. Noch viel wichtiger ist in meinen Augen, sich vor allem damit zu beschäftigen, wie man die verbleibende Zeit generell verbringen möchte. Es macht wenig Sinn, ständig nur das mögliche Ableben vor Augen zu haben. Im Angesicht des Todes tendieren viele Patienten dazu noch alles erledigen zu wollen und noch möglichst viel zu erleben, was man jahrelang auf die lange Bank geschoben hat. Es werden lang aufgeschobene Reisen gemacht, Dinge die man für die Pension aufheben wollte, abgearbeitet oder auch Beziehungen neu aufgewärmt, die lange verschwunden waren. Wenn die körperliche Verfassung es zulässt, dann sollte man derartige Vorhaben auch durchführen.

Ich habe unlängst von einem BSDK-Patienten, der mit dieser Diagnose schon über ein Jahr lebt und palliativ sehr gut betreut wird, folgenden Satz gehört, der mich nachdenklich gestimmt hat *Irgendwie wünsche ich mir die Möglichkeit, doch noch an etwas Anderem sterben zu können. Da mir das aber verwehrt bleiben wird, werde ich die Zeit zu meinem baldigen Ablaufdatum so gut wie möglich verbringen und mir vom Tod nicht mein Leben vermiesen lassen.*

Im Grunde sollte jeder eine solche Einsicht haben. Denn jeder kann auch ohne Krebsdiagnose ganz plötzlich von der Bühne abtreten. Die Gründe dafür sind breitgefächert. Nur denken die wenigsten darüber nach. Stattdessen beschäftigen sich viele Menschen mit Unwichtigkeiten, Nebensächlichkeiten und negativen Umständen. Eine Krebsdiagnose, egal wie sie ausfällt, ist oftmals tatsächlich ein Grund sich mit seiner verbleibenden Zeit positiv zu beschäftigen, egal wie lange diese dauern wird.

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