Im demokratischen Diskurs gibt es Grenzen. Grenzen, die wohlweislich keine Seite - weder links noch rechts - überschreiten darf. Denn diese Grenze wurde und wird von den engen und klaren Grenzen fundamentaler Menschenrechte markiert - und muss von der offenen, aufgeklärten Gesellschaft auch zwingend als solche gehalten werden.

Mittlerweile wurden diese Grenzen jedoch überschritten. Und das nicht von irgendwelchen rechten Radikalen, sondern von linken Künstlern, die es tatsächlich zu Wege gebracht haben im Jahre des Herrn 2018 eine augenscheinlich linksextreme Hass- und Denunziationsplattform ins Leben zu rufen.

Sie ahnen sicher schon worum es geht: die unsägliche "Soko Chemnitz" Seite des linken Künstlerkollektivs "Zentrum für politische Schönheit". Doch der wahre Skandal ist nicht etwa darin zu sehen, dass einige wenige geistig mutmaßlich verwirrte und moralisch verirrte Kunstheinis eine solche Plattform ins Dasein rufen konnten (intern gibt es das Prinzip und Konzept der Privatstasi im linken Lager seit Jahrzehnten) - vielmehr muss uns, den Wahrern und Verteidigern des moralisch Anständigen, den Angehörigen der konservativen Mitte - der Skandal (!) bewusst werden, dass linksextreme Elemente in den Redaktionen großer Tageszeitungen diese Aktion, die letztlich keine Ausdrucksform der Kunst, sondern lediglich die stupide, primitive und widerliche absichtliche und bewusste Abkehr von den Menschenrechten und mithin des Grundsteins der Demokratie ist, noch bejubelt wird!

Der kritische Beobachter muss sich mittlerweile Fragen: Was zur Hölle ist eigentlich los im linken Lager?

Hat die politische Linke mittlerweile das letzte verbliebene Bisschen Anstand - oder lediglich den Verstand - vollkommen verloren ODER will man sich bloß von der dem linken Lager offenbar zunehmend lästig werdenden Demokratie abkehren?

Diese Antwort MUSS sich das Volk, müssen wir alle uns händeringend von den politischen Vertretern der etablierten politischen Linken geben lassen. Denn es kann und darf nicht sein, dass grundlegende und fundamentale Menschenrechte - wie etwa Versammlungsfreiheit, Meinungsfreiheit, Gesinnungsfreiheit - von einigen wenigen Provokateuren bedenkenlos über Bord geworfen werden.

Wohin soll der eingeschlagene Weg führen? Wenn es für linke Akteure tatsächlich legitim ist, virtuelle Denunziationsplattformen ins Leben zu rufen, dann muss das selbe Recht natürlich auch konservativen und rechten Mitspielern zugestanden werden.

Wollen wir uns in wenigen Jahren also tatsächlich im zwischenmenschlichen Sumpf eines virtuellen Schnüffel- und Denunziantenwaldes wiederfinden, oder wäre es nicht hoch an der Zeit im Sinne der Deeskalation tätig zu werden und die betreffende Seite unter Ausübung staatlicher Hoheitsgewalt vom Netz zu nehmen?

Die Antwort liegt nun bei der Politik. Noch kann die Demokratie, wie wir sie kennen, gerettet und der Weg des Hasses und der Denunziation wieder verlassen werden.

Gelingt dieses Kunststück mangels politischem Willen jetzt aber nicht, wird wohl auch die andere politische Seite, die Rechte und Konservative, bald ähnliche Kunstaktionen - natürlich rein aus satirischen Gründen - ins Leben rufen.

Und dann bin ich persönlich auf die Kommentare in den nun noch jubelnden digitalen Medien und Tageszeitungen gespannt. Ich nehme an, dass diese dann nicht ebenso euphorisch und wohlwollend ausfallen dürften.

Lassen Sie mich die im Titel gestellte Frage also beantworten: darf Kunst alles? Nein: Kunst darf natürlich nicht alles. Auch der Künstler hat sich an geltendes Recht und gesellschaftliche Mindeststandards zu halten. Und Kunst darf eines jedenfalls mit absoluter Sicherheit nicht: die Spaltung unserer Gesellschaft weiter vorantreiben!

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OnkelOtto

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