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Wem gehört eigentlich die Halbinsel Krim? Russland? Der Ukraine? Den Krimtartaren?  Einer weiß es ganz genau: Der ukrainische Boxer und Weltmeister im Cruisergewicht, Oleksandr Ussyk, hat im Gespräch mit dem TV-Sender „112 Ukraine“ seine Sicht geäußert. Auf eine Frage, wem die Krim gehöre, antwortete Ussyk: „Dem Gott.“

Das war eine sehr weise und salomonische Antwort. Mit Peanuts, wie dem Eintrag ins Grundbuch, muss Gott sich nun weiß Gott nicht auch noch herumschlagen. Das tun - bis heute - andere.

Kleine Krim-Zeitreise

Die Krim wurde einst von Taurern und Kimmerern bewohnt. Gleichzeitig mit den Griechen stießen die Skythen auf die Krim vor. Später stand das Gebiet unter römischer, gotischer, sarmatischer, byzantinischer, hunnischer, chasarischer, kyptschakischer, mongolisch-tartarischer, venezianischer und genuesischer Herrschaft.

Von 1475 bis 1774 war die Halbinsel Krim Teil des Osmanischen Reiches. In der Zeit zwischen 1676 bis 1878 fanden zehn Russisch – Osmanische Kriege statt. Damals hielten die Leute vom Bosporus auf der Halbinsel Krim die Trümpfe in der Hand, deshalb galt:

Vorteil: Osmanisches Reich

Nach dem Russisch-Türkischen Krieg (1768-1774) wurde die Krim von der aus Deutschland stammenden Kaiserin Katharina der Großen annektiert und als Teil Russlands erklärt. Das Blatt wendete sich zugunsten des Vielvölkerstaates. In dieser Zeit hieß es:

Vorteil: Russisches Kaiserreich

Nach Ende des 2. Weltkriegs 1945 blieb die Ukraine Teil der Sowjetunion. 1954 schenkte ihr Nikita Chruschtschow, der selbst aus der Ukraine stammte, die Krim anlässlich des 300-jährigen Jubiläums des ukrainischen Beitritts zu Russland im Jahr 1654. Ein Geschenk unter Freunden. Chruschtschow war damals Parteichef der KPdSU. Das Geschenk war zwar verfassungswidrig, rückgängig wollte man es aber nicht machen. Wird nicht Kindern schon früh eingebläut: Geschenkt ist geschenkt, wiederholen ist gestohlen. Erneute Wendung bedeutete einen territorialen Vorsprung und damit Oberwasser am Schwarzen Meer. Soll heißen:

Vorteil: Ukraine

Zerfall der Sowjetunion

Am 8. Dezember 1991 unterzeichneten die Präsidenten Russlands (Jelzin), der Ukraine (Krawtschuk) und Weißrusslands (Schuschkewitsch) den Vertrag von Minsk, der den Vertrag zur Schaffung der UdSSR von 1922 außer Kraft setzte.

Am 21. Dezember 1991 wurde der sogenannte Alma-Ata-Vertrag der Staatsoberhäupter Russlands und der übrigen Nachfolgerepubliken der Sowjetunion , Armenien, Aserbaidschan, Weißrussland, Kasachstan, Kirgisistan, Moldawien, Tadschikistan, Turkmenistan, Usbekistan und der Ukraine, unterzeichnet. Darin wurde die Auflösung der Sowjetunion bestätigt. Die ehemalige Sowjetunion hieß fortan Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS). Für die Halbinsel Krim bedeutete das weiterhin:

Vorteil: Ukraine

seit 2014 bis heute

Massenproteste in Kiew (Maidan) , Referendum über den Status der Krim, militärische Auseinandersetzungen, verfassungswidrige Unabhängigkeitserklärungen der Autonomen Republik Krim, unzulässige Amtsenthebungen wechselten sich ab.

Im Zuge der Krimkrise ratifizierte der russische Föderationsrat am 21. März 2014 den Beitrittsvertrag. Damit war die gesamte Krim aus Russlands Sicht nun Teil der Föderation. Wohlgemerkt, aus Russlands Sicht.

Aus Sicht der Ukraine und auch aus der des Großteils der internationalen Staatengemeinschaft waren alle Schritte, die zur Unabhängigkeit und dem späteren Beitritt der Krim zu Russland führten, jedoch völkerrechtswidrig und somit nichtig.

Unabhängig davon, zu wem die Krim derzeit völkerrechtlich gehört, ist sie de facto jedoch unbestritten unter der Kontrolle Russlands. Ein kurzer Abriss der aktuellen Sichtweisen beider Parteien:

Ukrainische Sichtweise

Die Ukraine beansprucht die gesamte Krim als integralen Bestandteil ihres Staatsgebietes. Gemäß ihrer Verfassung ist eine einseitige Abspaltung einzelner Gebiete (auch per Referendum) nicht möglich. Eine Abspaltung könnte nur durch eine nationale Volksabstimmung oder das ukrainische Parlament beschlossen werden.

Diese Sichtweise wird von vielen Staaten, darunter die USA, Deutschland, Großbritannien und Frankreich, sowie von der Europäischen Union unterstützt.

Russische Sichtweise

Russland hält die Krim seit dem Beitrittsvertrag vom 21. März 2014 für einen Teil seines Hoheitsgebiets. Die russische Regierung war auch die einzige weltweit, die die Sezessionsregion Republik Krim als souveränen Staat anerkannt hat. Russland beruft sich dabei wie die Krim-Regierung auf das Selbstbestimmungsrecht der Völker und erkennt das Referendum über den Status der Krim deshalb als völkerrechtskonform an.Quelle: Wikipedia

Sanktionen - was sonst

Der Westen, der sich der Sichtweise der Ukraine anschloss, hat wie immer, die passenden Mittel zu Hand um Konflikte zu lösen: Sanktionen - was sonst. Erst gegen hochrangige Funktionsträger, dann auf Waren. Russlands Einbußen werden auf einen dreistelligen Milliardenbetrag beziffert. Der Westen blutet mit. Länder wie Italien, Griechenland oder Ungarn sehen die "intelligenten" Maßnahmen kritisch.

Es gibt allerdings einen weiteren Ansatz, warum der Westen sich in der Ukraine so ins Zeug legt. Wer „Bodenschätze in der Ukraine“ googelt, ist schnell bei den fruchtbarsten Böden der Welt, und die nennt man.

Schwarzerde

Die Ukraine nennt man auch die Kornkammer Europas. Sie ist nach Russland das  zweitgrößte Land auf dem europäischen Kontinent. Benannt wurde die Schwarzerde nach ihrer dunkel gefärbten und bis zu achtzig Zentimeter mächtigen Humusauflage. Es sind ideale Substrate, krümelig und locker. Nährstoffe und Wasser sind von den Pflanzen bestens zu erreichen, auch die Durchlüftung verhilft zu hohen Erträgen.

Dreißig Prozent der weltweit vorkommenden Schwarzerde finden sich in der Ukraine. Das ist der Grund, warum sich der Westen in der Ukraine einschmeichelt. Geht es um Menschenrechte? Wohl kaum, vielmehr geht es um Schürfrechte.

Scheiterhaufen

Alles ist nun gescheitert: Assoziierungsabkommen hin, unterschiedliche Interpretationen der Verträge von Minsk I und Minsk II her, keine Fortschritte bei der Deeskalation in der Ost-Ukraine, usw.

Sollte man nicht vielleicht einmal etwas neues, einen völlig anderen, kreativen und ungewöhnlichen Weg beschreiten? Dazu folgender Vorschlag:

Die Lösung

Russland lädt die G7-Staaten und die EU-Länder zum Sewastopol-Gipfel auf die Krim ein. Auf einen Gipfel mehr oder weniger kommt es nun auch nicht mehr an.

Alkohol ist das Einzige, was jetzt noch helfen kann. Der macht locker und löst die Zunge. Das ist allgemeines Wissen diesseits und jenseits des mittlerweile heiseren Vorhangs. Werfen wir doch mal einen Blick in die Zielwasserdepots von Ost und West. Alle Länder bringen landestypische Getränke mit.

Deutschland belädt seine Güterwaggons natürlich mit Bier, Frankreich bringt passend zum Beginn der Krise den 2014 Kult Bordeaux Château Brane-Cantenac Margaux mit, Italien lässt Asti Spumante anrollen, das Vereinigte Königreich schickt standesgemäß Dalmore King Alexander Single Malt Scotch Whisky in Fässern, Japaner bringen ihren Umeshu-Likör (Pflaumenwein) mit und Kanada und USA panschen einen gemeinsamen Ostküsten-Cocktail  á la Bloody Melania zusammen. Treffpunkt ist die Hafenstadt Sewastopol.

Krim-Sekt-Panzer

Das Empfangskomitee, Russland, Ukraine und Krim, hat sich einen besonderen Knüller ausgedacht. Die Panzer sind mit Krim-Sekt bestückt.

An den einhundert T-72 Panzern wurden Umbauten vorgenommen. Statt der Kanonen wurden wuchtige, je 100 Liter große Krim-Sekt-Flaschen montiert. Die Salutschüsse entkorken mittels Rüttelzünder den Krim-Sekt. Dieser ergießt sich über die fröhlichen Gipfel-Teilnehmer. Perl-Harbour auf der Krim.

Anschließend schenken die Gastgeber natürlich Wodka aus. Was sonst. "Russian Standard Imperia" aus St. Petersburg. Einer der Allerbesten. Er fließt in Strömen. Heimvorteil für Russland.

Nachteil: G7- und EU-Staaten

48 Stunden später ist die Krise beendet.

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