Von der AfD sind wir das gewohnt, aber auch in der Union gibt es einen bemerkenswerten, gewaltbefürwortenden Antisemitismus.

Dass er immer noch Mitglied der Berliner CDU ist, darf als Skandal bezeichnet werden: Der Jurist Vosgerau (CDU) war Teilnehmer der Deportationskonferenz in Potsdam und hat jetzt in ungeheuerlicher Weise gegen jene Juden gehetzt, die per Menschenkette dem Rechtsextremisten Tillschneider in Halle den Zugang zu einer Synagoge versperrt haben. So bedauerte Vosgerau, dass sie nicht von der Polizei ordentlich durchgeprügelt wurden.

Im Wortlaut schrieb er in den sozialen Medien: „Andererseits lassen sich auch gute Gründen finden, warum es wirklich schade ist, dass diese selbsternannten und dahergelaufenen Synagogen-Quexe von Halle nicht mit dem Polizeiknüppel durch die Straßen gejagt worden sind.“ - So jemand wird nach wie vor ungeschoren in der CDU geduldet. Denn Ende August titelte der Tagesspiegel zur Personalie Vosgerau: „Berliner Höcke-Anwalt ist weiter CDU-Mitglied - und wirbt für Zusammenarbeit mit der AfD“. - Wie würde wohl die CDU umgekehrt reagieren, wenn eine Linke so explizit zu Gewalt gegen Jüdinnen und Juden in Deutschland aufruft?

Unterdessen lesen wir im „Spiegel“ von Julia Klöckner, dass sie eine Schirmherrschaft für die Initiative „Sie wollten leben!“ angelehnt habe. Klöckner, die als Bundestagspräsidentin eines der höchsten Ämter der Republik ausübt, gab damit dem Gedenken an die jüdischen Opfer des #Nazi-Terrors am Mahnmal „Gleis 17“ des Bahnhofs Grunewald einen Korb - mit der Begründung, sie konzentriere sich auf wenige ausgewählte Veranstaltungen mit einem besonderen Bezug zu ihrem Amt. Was hat mehr Bezug als das Gedenken an den Nazi-Terror?

Zwei Schlaglichter auf eine CDU, die nicht nur, aber auch in Berlin traditionell ein massives Problem mit Antisemitismus in den eigenen Reihen hat - und das nicht erst seit jenem antisemitischen Berliner CDU-Innensenator Lummer, der seinerzeit in den 1980er Jahren enge Verbindungen in die rechtsextreme Szene pflegte. Die CDU aktueller Zeit in Berlin hat sich z.B. lange gegen die Umbenennung einer Straße gewehrt, die nach einem Antisemiten benannt wurde. Und sie will vielerorts auf Bezirksebene mit der antisemitischen und rassistischen A*D kooperieren.

Die CDU mahnt gern bei anderen an, was sie selbst schamlos betreibt. Und von der CDU lese ich - im Gegenzug zu etwa der Linken - keine Bemühungen um eine transparente und differenzierte #Klärung des Antisemitismus „made in CDU“. Ich bin nach wie vor der Meinung, die CDU sollte so lange von Gedenkveranstaltungen zu jüdischem Leid in der NS-Zeit fern halten, bis sie ihren CDU-Antisemitismus bekämpft hat.

https://www.juedische-allgemeine.de/politik/afd-anwalt-vergleicht-juedische-studenten-mit-hitlerjungen-und-sinniert-ueber-polizeiknueppel/

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