Wenn ich in die Höhle Löwen hinanbsteige um mich mit meinem politischen Gegenspielern (den Elitären, Religiösen und Kollektivisten) zu spielen kommt früher oder später das Thema des fairen Gehalts auf. Betrachtet man das Thema oberflächlich ist es ein gutes Argument das die Linken da haben. Ist es wirklich fair dass der CEO und Profifußballer Millionen verdienen und Wissenschaftler und Krankenschwestern am Hungertuch nagen?

Natürlich nicht. Ein Skandal ist das!

Jetzt stellt sich aber die Frage was ein faires Gehalt wäre. Stelle ich diese Frage kommt eine von zwei möglichen Antworten: „Alle sollen das gleiche verdienen“ und: Stille.

Erstere verstehen dann nach 5 Minuten entweder, dass niemand mehr Gehirnchirurg wird wenn man als Computerspieletester das gleiche Geld verdient, oder aber sie verstehen das nicht und nennen mich Irgendwasophob.

Der zurechnungsfähigere Teil der Linken erkennt dass er keine Ahnung hat was so ein gerechter Gehalt wäre. „Mehr halt für die Kleinen und weniger halt für die Großen“ kommt dann ab und an. Aber wie viel ist das in Zahlen?

Nehmen wir also den Naturzustand her um die Sache zu verstehen:

In einem freien Markt würde praktisch jeder von uns für unendlich viel Geld arbeiten. Wir haben keine Obergrenze. Aber wir haben eine Untergrenze und die ist vom Job abhängig, so würde der durchschnittliche Arbeitnehmer für einen gemütlichen Job eine geringe Entlohnung in Kauf nehmen, als für einen Job der eher fordernd ist.

Wenn ein Job verfügbar ist geht man also mit einer unteren Grenze ins Rennen und will so weit wie möglich rauf.

Der Arbeitgeber hingegen ist sich darüber im Klaren, dass das Einstellen einer weiteren Person seinen Umsatz erhöhen wird oder aber seine Kosten senken. Andernfalls macht es keinen Sinn eine Person einzustellen. Dieser Gewinn ist die Höchstgrenze die der Arbeitgeber zahlen kann, darüber hinaus macht es (in 98 von 100 Fällen) keinen Sinn den Job zu erschaffen.

Treffen sich nun die beiden Parteien, wird der Arbeitgeber versuchen so nah wie möglich an die Obergrenze des Arbeitgebers zu kommen und andersherum. Dies ist der Verhandlungsspielraum.

Je mehr Personen sich für den Job bewerben, desto besser die Verhandlungsposition des Arbeitgebers, und umgekehrt.

Das Resultat ist ein verhandeltes Gehalt mit dem beide Seiten leben können, sonst kann es ja per Definition nicht zu Stande kommen (Wer unter seiner Untergrenze arbeitet hat die Untergrenze im ersten Schritt falsch abgeschätzt. Bitte nicht vergessen: Untergrenze bedeutet nicht „was ich gern hätte“ sondern „für was ich noch arbeiten würde“).

Ändert das irgendwas daran dass ein Typ der einem Ball nachläuft, und dabei von Millionen angefeuert wird, mehr verdient als Menschen die an der Krebsheilung arbeiten? Nicht wirklich. Aber das liegt daran dass wir dem Typen mit Ball Geld geben um ihnen zuzusehen. Würden die Wissenschaftler im Hauptabendprogramm laufen (weil die Zuseher es konsumieren wollen!), würden die Jungen sich sünd teure weiße Kittel kaufen und sie, zum Leidwesen der Lehrer, in der Schule tragen und in der Pause um die Wette Strukturformeln kritzeln.

Was ein Job abwirft ist also eine Frage der Nachfrage: Wie viele Menschen wollen was man produziert? Ist die Nachfrage hoch, steigt der Gewinn und damit der potentielle Verdienst des Arbeitnehmers, was seine Verhandlungsposition stärkt. Nutzt er das, erhöht sich sein Gehalt. Nützt er diese gestärkte Position aber nicht für Verhandlungen, bleibt das Gehalt natürlich wo es ist.

Beide Faktoren, die persönliche Untergrenze und die Obergrenze des Arbeitgebers können sich bewegen, so kann ein Job etwa unrentabel werden oder aber ein Arbeitnehmer kann einen ungeahnten Mehrwert bringen und kometenhaft im Unternehmen aufsteigen.

Nun kommen wir aber in die Situation in der der Arbeitgeber nicht verhandelt sondern eine Schema hat. „Wenn du so und so lange bei uns bist bekommst du das. Basta

Wir reden also auch vom Staat.

Hier kommen wir zur Krankenschwester die, egal ob sie gut oder schlecht ist, immer das (mehr oder weniger) Gleiche bekommt.

Etwas das sich nicht wirklich positiv auf die Motivation auswirkt.

Ein zentral definiertes Gehalt bedeutet dass man entweder zu viele Menschen hat die den Job machen wollen, weil er einfach für die Arbeit zu gut bezahlt ist (zB: Minister) oder aber man hat viel zu wenige Leute weil der Job deutlich zu schlecht bezahlt wird (zB: Pflege). Der Staat versucht das zu kompensieren nicht indem er die Gehälter erhöht (das einzige das ein Unternehmen in so einer Situation tun kann) sondern indem er den Wettbewerb durch das Einbringen von mehr Menschen zu verschärfen: er öffnet die Grenzen und holt Leute die für den Hungerlohn arbeiten den er zahlen möchte.

In anderen Worten: es gibt kein faires Gehalt, es gibt nur Verhandlung innerhalb eines Spielraums, im freien Markt und im staatlichen Umfeld ist das Gehalt stets falsch formuliert. Im staatlichen Umfeld gibt es nur Jobs die zu gut und die zu schlecht bezahlt werden. Wirklich Sinn macht dort kein einziger Gehalt.

Im freien Markt hingegen hat der Arbeitgeber keine ande Handhabe als Gehälter zu heben wenn er gute Leute haben möchte. Der Staat, als Monopol, tut das aber nicht und hat damit alle Karten fest in der Hand. Das Resultat sind miese Gehälter.

Dennoch:

Ist es beschämend dass wir Fußballern mehr zahlen als Krebsforschern? Mit Sicherheit. Ist es eine Frechheit was manche CEOs verdienen? Klar. Aber Schuld daran ist nicht das System sondern unser Konsumverhalten und jene Kräfte die unser Konsumverhalten manipulieren. Gemeint ist natürlich der Staat der mit unserem Geld eine künstliche Nachfrage nach Panzern schafft, die es im freien Markt nicht gäbe, eine Nachfrage die sich auch in stattliche CEO Gehälter der Rüstungskonzerne übersetzt.

Wer will das Biobauern mehr Geld machen muss mehr Bio kaufen und wer will dass Forscher mehr Geld bekommen sollte aufhören Generika zu kaufen.

Wir haben es in der Hand.

Der Staat kann das Problem nur lösen indem er gegen unsere expliziten Wünsche und Verhaltensmuster arbeitet (ie: unser Konsumverhalten).

dh: Unterdrückung.

Wäre es nicht für alle einfacher wenn wir unser Konsumverhalten verbessern würden damit jene die gut für uns sind mehr bekommen als jene die nicht gut für uns sind?

2
Ich mag doch keine Fische vergeben
Meine Bewertung zurückziehen
Du hast None Fische vergeben
6 von 6 Fischen

bewertete diesen Eintrag

Zaungast_01

Zaungast_01 bewertete diesen Eintrag 23.08.2019 03:03:27

Miki

Miki bewertete diesen Eintrag 22.08.2019 11:52:22

10 Kommentare

Mehr von Angus