In einer kurzen Debatte über Umverteilung führte mein Diskussionspartner an, dass Umverteilung eine wunderbare Sache wäre denn nur so könne man Kunst fördern.

Ich führte hingegen an, dass Kunst keine Förderung brauche:

Kunst sei ein Handwerk und seine Abnehmer sind jene die es sich leisten können, also die Reichen. Die Idee dass der Arme die Kunst schätzen würde sobald er Zugang dazu hätte ist falsch. Der Arbeiter schaut Netflix während der Reiche in die vom Arbeiter mitfinanzierte Oper geht. Die Umverteilung geht also ganz klar von Arm zu Reich.

Das wäre Falsch warf mein Diskussionspartner ein. Kunstförderung gab es schon immer: Kirchen, Musiker und sogar die Pyramiden seien staatlich finanziert worden.

Fair enough.

Aber ist das nicht genau was ich gesagt habe?

Im Falle der Pyramide wollte der Oberbonzen ein schickes Grab haben und statt selber geschätzte 40 000 Jahre daran zu arbeiten besteuerte er einfach die Bevölkerung. Die Männer mit den spitzen Stöcken gingen also von Haus zu Haus und sammelten Steuern ein (in Form von Korn). Dieses Korn gehörte jetzt dem Boss ("oder sonst!" ) und um einen Teil des Korns wieder zu bekommen mussten die Bauern nun ein schickes Grab für den Superreichen bauen.

Genau das ist Kunstförderung.

Es mag schon sein dass der Architekt der Pyramide so wenigstens einen Job hatte und es stimmt zweifelsohne dass wir ohne dieses Verbrechen keine schicken Pyramiden zu bestaunen hätten. Aber macht das die Sache gerecht oder wäre es eventuell besser gewesen den Bauern ihre Ressourcen zu lassen damit diese Bewässerungssysteme finanzieren hätten können?

Wenn der Multimillionär sich soetwas mit seinem Geld leisten möchte, Tausend Rosen, aber mit Steuergeld sollten Prestigebauten nicht finanziert werden dürfen.

Das gleiche trifft auf Dome, Kirchen, Paläste und der Gleichen zu.

Brauchen wir den Krempel? Warum soll ich etwas finanzieren das ich nicht haben will und mir keinen Nutzen stiftet?

Ich brauche das nicht. All diese Dinge sind am Ende des Tages ja doch nur dazu da um anzugeben. Nicht "wir als Kultur" sondern unsere Führer, Kaiser, Könige und Regierungen geben mit dem überteuerten Unsinn an. Zahlen muss es aber der Kleine.

Ist das die Sache wert?

Aus Sicht der Elite: natürlich.

Sich für diesen Unsinn auszusprechen bedeutet klar eine Seite zu beziehen: für die Elite, für die Macht, für die Reichen und gegen die Arbeiter die den Schwachsinn zahlen müssen.

Wer so eine Ansicht vertritt hat jede Chance vertan sich als Verteidiger des „kleinen Mannes“ darzustellen.

Deswegen hat die Linke die Arbeiter verloren.

Das gilt es zu verstehen.

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Matt Elger

Matt Elger bewertete diesen Eintrag 11.04.2020 10:07:08

philip.blake

philip.blake bewertete diesen Eintrag 10.04.2020 09:21:46

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