Ich wünschte, es gäbe kein Covid 19 oder es wäre es so harmlos wie es manche sagen.

Selbstverständlich will ich auch zurück in das Leben, das ich vor dem Lockdown hatte. Mich nerven die Beschränkungen sehr, das Maskentragen ist unangenehm, ich kann nicht meine erwachsenen Kinder in den Arm nehmen, muss mich von meinen Enkeln fernhalten.

Gerade bin ich zum 5. Mal Großmutter geworden, und es war das erste mal, dass ich meinen neuen Enkel nicht sofort nach der Geburt begrüßen und in den Arm nehmen konnte. Eine Geburt unter Corona Bedingungen. Aber ich will nicht klagen, denn sogar der Vater durfte nur in der Endphase der Geburt dabei sein und nach einer kurzen Begrüßungszeit musste er nach Hause gehen und sah seinen Sohn erst wieder als er seine Frau und das Kind abholen durfte, denn Besuche waren nicht erlaubt. Auch die Geschwisterkinder sahen so ihren Bruder erst nach dem er aus dem Krankenhaus entlassen wurde.

Ich kann nicht meine langjährige Bekannte im Altersheim besuchen. Es findet kein Taichi statt, wir spielen im Moment kein Canasta, auch Wanderungen im Verein finden nicht statt. Also kein Treffen mit Freunden und Bekannten. Wirklich Spaß macht auch einkaufen nicht mehr, seit man Abstand halten und Masken tragen muss. Da will man nur schnell wieder raus aus dem Geschäft. Meinen Sommerurlaub habe ich stornieren müssen. Es sind schon große Einschnitte, die uns da abgerungen werden.

Endlich gibt es Lockerungen. Aber natürlich mit Einschränkungen. Wir werden weiter aufgefordert Masken zu tragen, Abstand zu halten, und eben auf uns selbst zu achten, damit wir nicht infiziert werden. Die Lockerungen gelten auch nur, solange es keine größeren Ausbruch von Covid 19 gibt. Dann kann es sehr schnell auch wieder zu massiven Einschränkungen kommen. Allerdings sollen diese Einschränkungen dann aber nicht mehr über ganz Deutschland verhängt werden, sondern nur noch dort, wo die Überschreitung der Infiziertenzahl innerhalb einer Woche zu groß wird. Die Gesundheitsämter sollen immer in der Lage bleiben, die Infektionsketten nachzuvollziehen und diese Leute in Quarantäne zu schicken.

Jetzt gibt es die, die sagen, das alles wäre völlig unnötig. Wir bräuchten uns nicht mit diesen Einschränkungen herumzuplagen. Covid 19 wäre nicht schlimmer als eine Grippe oder sogar viel harmloser.

Gut, das kann man so sehen, es kommt halt immer auf den Standpunkt an. Für viele ist wahrscheinlich Covid 19 wirklich nicht schlimm, denn sie haben nur wenig Beschwerden, manche sogar überhaupt keine. Die allermeisten landen also nicht in der Intensivstation oder gar im Beatmungsbett.

Die Frage, die sich jetzt viele stellen heißt, darf man die Wirtschaft crashen lassen um die paar zu schützen, die es hart trifft, die sogar an oder mit Covid 19 versterben? Kann man von einer Gesellschaft verlangen, dass sie alle diese Einschränkungen in kauf nehmen um die Schwächsten (Kranke/Alte) zu schützen? Ist also alles was wir machen übertrieben?

Oder ist das Ganze sogar von ein paar Leuten inszeniert um sich die Taschen voll zu stopfen, um die Menschheit zu lenken, sie zu minimieren oder gar auszurotten, um etwas Gefährliches einzuführen, oder uns einfach nur die Freiheit zu nehmen und eine Weltdiktatur zu errichten? Verschwörungstheorien gibt es zu Hauff.

Kann das Virus also ein Zufall sein? Oder wurde es extra dazu auserkoren um die Welt zu verändern?

Niemand kann natürlich jetzt sagen, das ist so oder so. Wir stecken in einer Situation, in der alles Möglich scheint. Auch ich will jetzt nicht sagen, diese Verschwörungstheorien sind allesamt nur Humbug. Dazu weiß ich zu wenig, denn ich bin kein Experte auf diesem Gebiet.

Aber es scheinen immer mehr einfache Bürger zu geben, die vorgeben alles zu Wissen.

Da gibt es mittlerweile ganz viele , die wissen, dass das Virus völlig harmlos ist, die wissen auch, dass das alles was die Regierungen zur Eindämmung getan haben, völlig unnötig war und ist. Die wissen sogar, dass eigentlich niemand an dem Virus gestorben ist. Das es keine erhöhte Sterberaten gibt, usw.

Ich habe ja nichts dagegen, wenn man über alles diskutiert und auch seine Meinung einbringt. Dass man recherchiert und Daten zusammensucht, die die eigene These untermalen. Das ist wichtig und gut. Aber wenn sich Leute hinstellen und schreiben/sagen, ich weiß das, dann frage ich mich, woher diese Leute ihre Gewissheit haben? Sind die allwissend?

Es sind nicht die Experten, die sich jetzt allwissend geben, nein, es sind Menschen, die überhaupt nicht in diesem Gebiet bewandert sind. Das ist dann so, als wenn ein Laie, dem Arzt erklärt, wie er die Operation zu machen hat. Weil er sich das aus dem Internet so zusammengesucht hat, weiß er es besser als der Operateur.

Persönlich greife ich auch auf das Internet zurück um mich über die Lage zu informieren. Aber ich würde niemals sagen, das was dort steht ist auf jeden Fall richtig und das was ich in den Medien oder von der Regierung erzählt bekommen ist auf jeden Fall falsch. Genauso sehe ich es aber auch nicht das die Regierung und die Medien nur richtig Dinge sagen und im Internet nur Verschwörungstheorien stehen. Es ist immer ein Abwägen. Wir müssen uns viel Informieren und dann abwägen was könnte da richtig und was könnte da falsch sein. Und man kann natürlich dabei auch auf eine falsche Meinung kommen. Niemand sollte sich als allwissend geben. Oder seine Meinung als die eine Wahrheit hinstellen.

Allein schon wenn jemand behauptet er hätte die alleinige Wahrheit gepachtet, sollte man hellhörig werden, und die Alarmglocken schrillen, egal von welcher Seite auch immer das jemand behauptet.

In Zukunft werden wir das auch unseren Kindern und Enkeln beibringen müssen, dass sie niemals etwas einfach als unumstößlich wahr hinnehmen sollen, sondern sich eigene Gedanken dazu machen müssen. Unser Leben wir nicht einfacher dadurch. Aber war das Leben jemals einfach?

Meine Meinung zu Covid 19 und den Beschränkungen ist die, dass es das Virus gibt und dass das Virus auch für manche eben sehr gefährlich sein kann, aber auch für manche völlig harmlos ist. Es ist halt so und so. Deshalb kann ich verstehen, dass es Leute gibt, die keine Einschränkungen möchten, weil sie davon ausgehen, dass sie von dem Virus eben nicht betroffen sind. Sie möchten eine schnelle Durchseuchung und dann wieder zum gewohnten Alltag zurück.

Sollen wir jetzt wirklich eine Durchseuchung anstreben und sämtliche Beschränkungen ersatzlos streichen?

Meiner Meinung nach nicht, der Preis an Menschenleben wäre zu hoch. Diesen Blutzoll will ich nicht zahlen. Auch Menschen, die nur noch ein paar Jahre zu leben haben, haben das Recht dass sie diese paar Jahre auch noch leben dürfen. Man kann doch den Leuten das Recht auf Leben nicht einfach absprechen.

Ich kenne Leute, die ein tragbares Atemgerät mit sich herumschleppen müssen, aber trotzdem noch froh sind, dass sie leben. Das können sich vielleicht junge Leute nicht so vorstellen, dass das Leben auch mit Einschränkungen lebenswert sein kann. Wer gesund und jung ist, der sieht auch alles aus einer anderen Perspektive.

Vorsicht! Für die Jungen ist man schon mit 50 uralt und gebrechlich.

Alter ist immer relativ. Als ich 16 Jahre alt war, da waren alle über dreißig alte Leute. Als ich dreißig war, waren erst die über 50 alte Leute und heute sind es die über 80 jährigen, die ich als alt bezeichnen würde. Wenn wir heute also anfangen die Alten auszusortieren, ihnen das Recht auf Leben absprechen, wo fangen wir dann damit an?

Gehen wir in eine Gesellschaft, in der Alt bedeutet, man ist nutzlos und überflüssig, sozusagen unnötige Fresser, die die Jungen daran hindern ihr Leben ungestört zu entfalten? Man sollte damit wirklich vorsichtig sein. Denn die Jungen von heute sind ja auch die Alten von morgen. Wenn also eine Gesellschaft ihre Alten als Ballast bezeichnet, dann graben sie sich auch ihr eigenes Grab, denn so ist der Lauf des Lebens, sie werden auch zu Ballast werden.

Mir gefällt dagegen eine Gesellschaft in der Jung und Alt zusammenlebt und sich gegenseitig respektiert und sich auch gegenseitig schützt. Gott sei Dank ist das ja im Großen und Ganzen auch (noch) so. Wir sollten daher gemeinsam gegen das Virus, das eben nicht alle gleich schädigt, kämpfen. Wenn wir zusammenhalten könnte uns das auch gelingen, auch ohne großen Blutzoll, den wir bei einer Durchseuchung zahlen müssen, und auch ohne zu viel Verzicht. Gerade wurden ja große Lockerungen beschlossen, es wird also weiter gehen. Und wir werden uns auch wirtschaftlich erholen.

Lustig ist, dass wir in Deutschland denken, dass wir am allerschlechtesten dastehen. Währenddessen schaut die Welt neidisch auf uns und hätte auch gerne so wenig Verluste, sowohl wirtschaftlich, als auch persönlich aber auch mortal.

Wenn man die Meinungsumfragen hört, geht es den meisten Leuten in Deutschland finanziell sogar nicht schlechter als vor Corona. Wir meckern schon auf hohem Niveau. Da Corona ja nicht beschränkt auftritt sondern global, werden alle Länder der Erde nach Corona nicht besser dastehen als Deutschland. Unsere Wirtschaften werden sozusagen gemeinsam geschrumpft.

Übrigens genau das, dass das Virus alle Länder der Erde trifft, ist für mich auch ein Indiz, dass das nicht gesteuert sein kann. Denn wenn das der Fall wäre, hätten dann die, die das steuern nicht ihr Land außen vor gelassen, damit sie eben besser als andere dastehen?

Fakten sind für mich:

Dass es Covid 19 gibt.

Es ist für die einen harmlos.

Aber es ist auch für andere gefährlich.

Für manche sogar lebensgefährlich.

Es ist eine Pandemie, da alle Länder der Erde betroffen sind.

Gemeinsam können wir das Virus eindämmen,

aber ausrotten werden wir es nicht können.

Wir werden damit leben müssen.

Eine Durchseuchung fordert viele Menschenleben, auch wenn die Leute vielleicht auch an ihrer Krankheit gestorben wären, aber sie wären eben nicht jetzt gestorben, sondern hätten vielleicht noch Tage, Monate oder sogar Jahre leben können, wenn ihnen nicht Covid 19 begegnet wäre.

Aber auch Fakt ist, das es sicherlich nicht passiert, dass wir morgen wach werden, und die Welt ist wieder genau so wie vor Corona. Oder das Virus hat sich in Wohlgefallen aufgelöst. Obwohl ich mir genau das wünschen würde.

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