Schüler verweigern mit der Begründung der Religionsfreiheit einer Lehrerin den Händedruck. Denn dies würde sich für einen Muslim nicht gehören. Teile der Politik geben diesen Forderungen nach. Andererseits teilen genau diese Schüler IS-Propaganda. Wem wird mit dieser Toleranz eigentlich entgegen gekommen? Es geht um mehr als um einen verweigerten Händedruck: Es geht um unsere Werte, unsere Art zu leben, um die Stellung der Frau und nicht zuletzt um die Frage, ob man Intoleranz tolerieren darf.

In der Schweiz wurde eine Vereinbarung geschlossen, die es Schülern erlaubt, der Lehrerin den Handschlag zu verweigern. Man kann sich jetzt mehrere Fragen stellen: Warum wird so ein Theater veranstaltet? Warum sagt die Lehrerin oder die Schule nicht einfach: "Ihr habt der Lehrerin die Hand zu geben!" Fertig, aus. Ansonsten: Strafarbeit, den Hof fegen, Frühjahrsputz oder Mädchen die Tasche hinterhertragen. (Wobei Letzteres vermutlich die Höchststrafe wäre.) Man muss sich auch die Frage stellen, was los wäre, wenn jemand sich weigern würde, einem Schwarzen nicht die Hand zu geben, weil er schwarz ist; oder einem Juden nicht die Hand zu geben, weil er Jude ist.

Denn in diese Richtung geht der verweigerte Händedruck: man gibt einer Frau nicht die Hand, weil sie eine Frau ist, noch dazu eine "Ungläubige". Also aus Sicht konservativer Muslime "unrein". Ähnlich denken übrigens auch diejenigen, die getrennte Schwimmzeiten fordern, aber das ist ein anderes Thema.

Diese Sichtweise impliziert Verachtung: für unsere Art zu leben, gegenüber unserer Freiheit, unserer Aufklärung und anderen Religionen. Es wurde einer faschistoiden Sichtweise nachgegeben. Es geht nicht nur um einen verweigerten Händedruck, es ist ein Symbol der Verachtung, dem mit der geschlossenen Vereinbarung auf eklatante Weise nachgegeben wurde. Mit dem Islamismus wird eine intolerante und faschistoide Ideologie unter dem Deckmantel der Toleranz und Religionsfreiheit hofiert. Anders kann man sich die Vereinbarung nicht erklären. Saïda Keller-Messahli, die Präsidentin des Forums für einen Fortschrittlichen Islam, kritisierte gegenüber der Boulevardzeitung Blick das Kuschen staatlicherseits: "Diesen Forderungen nachzugeben, bedeutet, dem politischen Islam Tür und Tor zu öffnen. Das dürfen wir nicht zulassen. Wir leben hier nicht in Saudi-Arabien."

Der verweigerte Händedruck ist nur ein Indikator eines unaufgeklärten und radikalen Weltbildes. Recherchen von "20min.ch" haben ergeben, dass der Vater der Schüler Imam an der Basler König-Faysal-Moschee ist und dort ein radikales Weltbild verbreitet. So wurde dort laut Basler Zeitung dort 2013 gegen Christen gehetzt. Kirchenglocken wurden als Ding des Teufels bezeichnet. Zudem habe laut Zeitungsbericht eine Fatwa an der Wand "Verbrechen jedweder Art" an Menschen eines "ungläubigen Staates" legitimiert.

Man könnte sich jetzt zu Recht die Frage stellen, warum so eine Moschee, in der auf Arabisch gepredigt wird und die aus dem Ausland finanziert wird... Halt! Warum wird sie überhaupt aus dem Ausland finanziert? Welches Interesse hat z.B. die Geld gebende "Muslim World League" an einer Finanzierung von Moscheen im Ausland? Die Antwort ist das Ur-Ziel konservativer Muslime: die Verbreitung des Islam. Aber nicht die Verbreitung eines aufgeklärten Islam (sofern es diesen überhaupt gibt bzw. sofern dieser mehrheitsfähig ist), sondern die Verbreitung islamistischen Gedankenguts und Hetze. Solche Moscheen müssten geschlossen werden bzw. die Finanzierung aus dem Ausland verboten werden, nicht nur für die Schweiz. Österreich hat es vorgemacht.

Für die Schüler scheint jetzt schon eine Karriere innerhalb der Parallelgesellschaft vorprogrammiert. Wie Recherchen von "20 Minuten" ergaben, postete einer der beiden Schüler auf Facebook eine Propaganda-Botschaft der Terrormiliz IS. Vielleicht hätte man dem Schüler doch dazu verdonnern sollen, Mädchen die Tasche hinterherzutragen. Mit Toleranz und Zugeständnissen kommt man bei Extremisten jedenfalls nicht weiter...

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