Stiller Reflux: Fünf Anzeichen, an denen Sie die Krankheit erkennen können

Reflux, der im Allgemeinen mit dem Symptom Sodbrennen einhergeht, kann auch still verlaufen. Häufig bemerken die Betroffenen gar nicht, dass sie unter einer Refluxerkrankung leiden. Das Problem dabei: es entstehen die gleichen Entzündungen, nur werden sie erst spät bemerkt. Ernsthafte Folgeerkrankungen, wie zum Beispiel Schluckbeschwerden, Vernarbungen und Geschwüre bis hin zu Speiseröhrenkrebs können sich ausbreiten.

Stiller Reflux - was ist das überhaupt?

In der Medizin wird der stille Reflux auch extraösophageale Refluxkrankheit (EÖM), atypische GERD oder laryngopharyngealer Reflux genannt. Wie bei der klassischen, sogenannten gastroösophagealen, Refluxerkrankung, steigt auch hier ätzende Magensäure die Speiseröhre hinauf. Sie erreicht jedoch auch den Kehlkopf und die Atemwege.

Das Problem dabei: In der stillen Variante ist die Magensäure hauptsächlich gasförmig und nicht flüssig. Betroffene leiden unter unspezifischen Symptomen, die oft erst spät mit aufsteigender Magensäure in Verbindung gebracht werden. Oft werden die Symptome als Allergie verkannt.

Stiller Reflux: Fünf Anzeichen

Obwohl das klassische Sodbrennen fehlt, sendet der Körper andere Warnsignale, an denen Sie die Krankheit erkennen können. Werden Sie hellhörig, wenn die Neigung zu Sodbrennen und Reflux bei Ihnen in der Familie liegt, und Sie häufig oder sogar chronisch an folgenden Symptomen leiden:

  • häufiges Räuspern
  • Heiserkeit und Halsschmerzen ohne sichtbare Erkältung
  • chronischer Husten
  • Atemprobleme in Verbindung mit Asthma
  • Kloßgefühl im Hals, Schluckbeschwerden

Der sogenannte Räusperzwang kann durch die ständige Reizung von Hals und Kehlkopf entstehen. Ebenso können häufige oder andauernde Heiserkeit und Halsschmerzen auf eine Reflux Laryngitis, eine Kehlkopfentzündung entstanden durch den Reflux, hindeuten.

Chronischer Husten kann sich über Jahre hinweg entwickeln. Er ähnelt einem Raucherhusten und ist, wie dieser, auf eine andauernde Reizung von Hals und Atemwegen zurückzuführen.

Wer unter klassischem Asthma leidet, hat vor allem Probleme beim Ausatmen. Probleme beim Einatmen können ihre Ursache in einem stillen Reflux haben.

Entzündungen führen zu Schwellungen. Da der stille Reflux Entzündungen in Hals, Rachen und Atemwegen auslöst, können diese anschwellen und das Schlucken erschweren. Manchmal gesellt sich das Gefühl hinzu, einen Kloß im Hals stecken zu haben.

Stiller Reflux wird durch Liegen, besonders nachts, begünstigt, weil die Magensäure durch die Lage leichter nach oben steigen kann.

Da alle Symptome auch auf andere Erkrankungen hinweisen können, ist es oft schwierig, einen Zusammenhang herzustellen. Suchen Sie jedoch einen Arzt auf, wenn die genannten Probleme gehäuft beziehungsweise zusammen auftreten und sich

Stiller Reflux Behandlung

Die Stiller Reflux Behandlung erfolgt entsprechend der Behandlung des gastroösophagealen Refluxes. Lebensstil und Ernährung sollten an die Erkrankung angepasst werden. Dazu gehören:

  • mehrere kleine Portionen statt drei großer über den Tag verteilt zu sich nehmen
  • keine großen, fettreichen Mahlzeiten - erst recht nicht vor dem Schlafengehen
  • lockere statt enganliegender Kleidung tragen
  • Verzicht auf Nikotin
  • wenig bis gar kein Alkohol
  • Abbau von Übergewicht
  • regelmäßige leichte sportliche Betätigung
  • Stressabbau durch Hobbys, Yoga, Meditation und andere Entspannungstherapien
  • Ernährungsumstellung

Ein wichtiger Baustein in der Refluxtherapie ist die Veränderung der Ernährung. Es gibt Lebensmittel, die im Ruf stehen, Reflux und Sodbrennen zu begünstigen, weil sie die Produktion von Magensäure ankurbeln. Eingeschränkt oder möglichst ganz verzichtet werden sollte auf:

  • Kaffee
  • Schokolade
  • Kohlensäurehaltige Getränke
  • Knoblauch
  • Scharfe Gewürye
  • fettige und frittierte Speisen
  • industriell hergestellte Nahrungsmittel wie Joghurt, Süßspeisen oder Fertiggerichte

Sie sollten stattdessen durch stilles Wasser, Kräutertee, magere Fleischsorten, selbst zubereitetet Speisen und viel Gemüse ersetzt werden.

Stiller Reflux: Erfahrungen mit Medikamenten

Reflux-Arzneimittel zielen darauf ab, überschüssige Magensäure zu neutralisieren oder deren Bildung zu verhindern. Stiller Reflux wird, wie klassischer Reflux, mit folgenden Medikamenten behandelt:

  • Antazida
  • H2 Blocker
  • Protonenpumpenhemmer

Antazida sind Medikamente, die überflüssige Magensäure binden. Sie sind rezeptfrei in Apotheken erhältlich und dafür ausgelegt, um Beschwerden kurzfristig zu behandeln. Sie sind im Allgemeinen gut verträglich und wirken schnell und zuverlässig, sind aber nicht für eine Langzeitbehandlung geeignet.

Viele Patienten haben im Akutfall mit der Einnahme von Antazida gute Erfahrungen gemacht.

Je nach Schwere der Erkrankung können weitere Arzneimittel zum Einsatz kommen:

Protonenpumpenhemmer (PPI) sorgen dafür, dass überschüssige Magensäure gar nicht erst gebildet wird. Sie werden daher auch Säureblocker genannt. PPI-Medikamente enthalten die Wirkstoffe Pantoprazol, Omeprazol oder Esomeprazol. In niedriger Dosierung sind sie rezeptfrei erhältlich, sollten aber trotzdem nur nach Rücksprache mit einem Arzt eingenommen werden. Es sind eine Reihe von Nebenwirkungen möglich.

H2 Blocker wirken ähnlich wie PPI, aber etwas langsamer und weniger stark. Dafür sind die Nebenwirkungen auch nicht so ausgeprägt. Sie werden meistens als Alternative zu Protonenpumpenhemmern verschrieben, wenn diese nicht eingenommen werden können oder sollen.

Stiller Reflux spricht auf eine medikamentöse Behandlung oft schlechter an als ein klassischer Reflux, daher muss die Dosis mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden. Wenn eine Therapie mit Arzneimitteln nicht den gewünschten Erfolg zeigt und die Patienten weiterhin unter den Beschwerden leiden, kann eine Operation sinnvoll sein.

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