Juden in aller Welt warnen vor dem Rechtsruck in Europa

Das tun sie schon seit Jahren. Denn seit Jahren zeichnet sich dieser Rechtsruck ab, ohne allerdings politisch einen wirklich durchschlagenden Erfolg zu verzeichnen. Eine Ausnahme ist Osteuropa mit seinen rechtsnationalen Politikern. Auf Osteuropa greift jedoch China wirtschaftlich zu, weshalb Osteuropa in der Zukunft keine Gefahr für die Juden darstellen wird. Wer das Geld hat, bestimmt die Politik. Und China verfolgt keine Juden. Es verfolgt auch keine Muslime, solange diese nicht für öffentliche Unruhen sorgen. Hier einige Beispiele von Beiträgen im Standard (2008), auf orf.at (2010) und in deutschen Medien (2016):

Die Angst der Juden vor dem Rechtsruck ist also schon eine geraume Weile gegeben. Doch das beste Statement findet sich wohl in der Jüdischen Allgemeinen:

"Uns Juden muss klar sein, dass der Rechtspopulismus eine reale Gefahr darstellt. Politiker dieser Bewegungen mögen sich noch so oft als Unterstützer Israels bezeichnen und vor dem Antisemitismus muslimischer Migranten warnen, zu unseren Freunden werden sie dadurch nicht, auch wenn manche Juden dies glauben wollen."

Diese Worte des österreichischen Schriftstellers Vladimir Vertlib bestätigen Sichtweise und Gedankengang von Menschen, die eins und eins richtig zusammenzählen können und sich von Lügen und 'Fake News' nicht täuschen lassen.

Der klassische Rechtspopulist war immer ein Judenhetzer (Haider: "Wer Ariel heißt, kann nur Dreck am Stecken haben!" ) und der Rechtsradikale war immer ein Judenhasser. Nun haben diese rechtsrechten Politiker und ihre Anhänger nur das Feindbild gewechselt, weil es ihnen politisch gerade so in den Kram passt. Durch eine zu wenig durchdachte Migrationspolitik und die Zuwanderung vieler Fremder schwappt der Zorn des rechten Volksflügels über. Dies nutzt man politisch aus und gießt zusätzlich Öl ins Feuer. Das Feindbild wurde über Nacht gewechselt. "Daham statt Islam" - ein gutes Beispiel, wie seit Jahren gegen Muslime gemobbt und gehetzt wird. Politische Feindbilder dienen der Durchsetzung politischer Interessen. Diese Interessen sind nicht zukunftsorientiert, sondern verharren im Gestern. Man will nichts ändern. Man will alles belassen, wie es ist. Man will weiterhin Minderheiten oder Fremde, Fremdes unterdrücken und stigmatisieren können. Man will weiterhin Frauen, Ärmere, sozial Schwächere als Menschen zweiter Kategorie ansehen. Das gibt dem eigenen Ego unheimlichen Auftrieb. Je mehr man die anderen entwerten kann, desto toller fühlt man sich selbst. Das zeigt, welche Charaktere die Rechtsrechten sind. Man müsste ihnen genauso helfen wie den Flüchtlingen. Der Flüchling droht im Meer zu ertrinken, der Rechtsrechte in seinem Hass. Beide schlagen in ihrer Not wie wild um sich. Christliche Nächstenliebe könnte hier ansetzen, sie macht keinen Unterschied zwischen Freund und Feind. Doch den Glauben an den Christengott und die Nächstenliebe haben wir uns mehrheitlich abgewöhnt. Die Rechten müssten uns eigentlich vorzeigen, wie Glauben geht, denn sie halten ja an Kultur und angestammter Religion so gerne fest? Doch sind es gerade die Rechten, die 'den Migranten' und das Neue, das er bringt, verteufeln. Nichts stimmt mehr, gar nichts mehr. Alles hat seine Ordnung verloren. Früher, vor dem 2. Weltkrieg, war die Caritas eine rechtskonservative Organisation, die den Armen half. Denn Helfen konnten nur die Bürgerlichen, die etwas besaßen.

Die meisten intelligenten Juden in Wissenschaft, Kunst und Kultur sind linksliberal eingestellt. Sie mögen die pöbelnden, rechten Kräfte nicht. Diese sind ihnen suspekt. Aus gutem Grund. Wer über Nacht so schnell sein Feindbild wechseln kann, hat sich kein Vertrauen verdient. Er kann dieses Feindbild jederzeit wieder wechseln. Dann ist es nicht mehr der Muslim, der durchs Dorf getrieben wird, sondern wieder der Jude.

Was hilft, um den rechtsrechten, destruktiven Kräften nicht kampflos das Feld zu überlassen? Es hilft nur die Einführung einer straff organisierten Zentralregierung in Europa, die gnadenlos alles vom Tisch fegt, was der Zerstörung unserer Welt dienlich ist. Dazu gehört jeder hasserfüllte Kommentar in den sozialen Netzwerken, jedes Mobbing gegen Minderheiten, jeder hetzerische Gastbeitrag in irgendeinem Medium, jede Versammlung, die ein rassistischen Anliegen hat.

Die wenigsten von uns scheinen zu wissen, wie gefährlich der rechtsrechte Poker um Jerusalem ist, die Stadt dreier Weltreligionen, die einst friedlich unter einem Dach existieren sollten. Die Evangelikalen in den USA jubeln: Bald ist es so weit! Bald kommt das Jüngste Gericht über die Feinde! Der Feind aber, das ist nicht etwa der Feind Gottes, sondern das ist der Feind von nebenan, der Andere, der Fremde, der, den man nicht mag, weil er nicht so ist man selbst. Und den man dafür hasst. Wer nicht so ist wie man selbst, der kann nur ein Feind sein!

Die Lage in der Welt spitzt sich immer mehr zu. Wenn wir nicht eine harte Verteidigungslinie gegen den Hass und die Zerstörung ziehen, gehen wir zugrunde und zwar wir alle miteinander, 'die Linken und die Rechten', die einen wie die anderen. Nichts wird uns in der letzten Stunde trennen. Wir sitzen nämlich im selben Boot. Wir sind es, nicht die anderen, die von überfüllten Kähnen ins Wasser springen, die ertrinken auf der Suche nach dem Glück. Die Zeit hält uns diesen rettenden Spiegel vor. Doch kaum jemand will hineinsehen. Es sind nur ganz wenige, die den Mut haben, ihr Bild im Spiegel der Zeit zu suchen.

marina militare

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