Wakanda ist ein fiktives Land in Afrika das hoch entwickelt und reich ist. Als es der breiten Bevölkerung im Kinofilm „Black Panther“ vorgestellt wurde, sammelten Familien damit afroamerikanische Kinder den Film sehen konnten. Wakanda ist seither ein Ideal. Für viele dieser Wakandafans ist völlig klar dass Afrika Wakanda geworden wäre wenn Europa sich nicht eingemischt hätte.

Ich fand den Film witzig. Völlig absurd und unrealistisch, aber witzig. Ich bin mir nicht ganz sicher wie ich es finde dass eine Hightech Zivilisation von einem König regiert wird der mittels Duell an die Macht kommt, aber seis drum. Demokratie und Meritokratie ist nicht jedermanns Sache und ein heldenhafter Bürokrat wäre dann wohl auch zu viel des Guten gewesen. Fliegende Autos sind schlicht glaubwürdiger als ein Ministerpräsident der Bösewichte verprügelt.

Ich bin bekanntlich auch ein Fan von Ideennationen. Ich fände es gut wenn wir uns nach Ideen auf der Welt niederlassen. Kapitalisten, neben Kommunisten, neben religiösen Nationen, neben einem Land für Veganer und einem für Neoprimitivisten und so weiter und so fort.

Klar muss man Kompromisse eingehen, denn auch wenn es 100 000 Länder auf der Welt gäbe wird einem keines hundertprozentig passen aber wer zb. steinzeitlich leben möchte sollte das Recht dazu haben so leben zu können, das beinhaltet eine Existenzgarantie der entwickelten Nationen.

Ohne die geht’s nicht.

Utopisch?

Nicht wirklich denn mitunter machen Menschen dann genau so etwas: sie versuchen Träume umzusetzen.

In Georgia, USA, kauften 19 afroamerikanische Familien 96 acres Land um dort eine Stadt „nur für Schwarze“ ("We wanted to be more involved in creating the lives we really want for our Black families,")zu errrichten. 96 acres sind grob 0,38km² Fläche. Das entspricht etwa 50 Fussballfeldern. Kaufpreis 1,7 Millionen. Ein Schnäppchen.

0,38km² sind allerdings nicht viel Fläche, vor allem nicht für 19 Familien und nicht für die großen Pläne die die Macher haben. Die Stadt soll eine echte Stadt werden, mit (Miet)wohungen, Arbeitsplätzen und Plätzen für Erholung. Das geht auf 50 Fussballfeldern nicht wirklich, aber wenn sie Erfolg haben können sie ja expandieren. Rundherum ist ja Nichts.

Städte müssen aber irgendwo einmal anfangen und die Familien versuchen wenigsten Nägel mit Köpfen zu machen. Sie glauben, nach eigenen Aussagen, dass sie ein Wakanda errichten werden. Ich kann nur sagen: diese Leute haben meinen Respekt.

Nicht dafür was sie machen, sondern dass sie es versuchen zu machen.

Was sie da machen halte ich für nicht übermäßig klug da ich nicht glaube dass Ethnonationalismus eine gute Grundlage für eine Gesellschaft ist. Was wenn jemand sich in einen Hellhäutigen verliebt? Darf der dann dort leben? Ab welcher RAL Farbe darf man rein? Diese Fragen bieten viel explosives Material das durchaus fähig ist Gesellschaften zu sprengen.

Es ist dabei völlig unabhängig ob Ashley Scott ein „schwarzes Land“ will oder aber Richard Spencer ein „weißes Land“.

Ich denke dass beide aufgrund ähnlicher Probleme nicht wirklich erfolgreich sein können. Für mich sind das Menschen von einem sehr ähnlichen Schlag.

Faszinierend ist natürlich auch dass eine „rein schwarze Stadt“ in den USA als etwas positives verstanden wir, wohingegen jemand der eine „rein weiße Stadt“ versuchen würde zu bauen sofort gelyncht werden würde. Wie kommt das? Ist die grundlegende Idee ("die Andren mag ich nicht" ) nicht die gleiche?

Aber wie dem auch sei, diese Leute haben eine Vision und investieren ihr Geld in diese Vision und ich denke sie haben jedes Recht dazu das zu tun. Daraus folgt aber eben auch dass Trekkies in meinen Augen das Recht haben eine Stadt zu gründen und jeden wegzuschicken der sagt dass Luke besser ist als Kirk (Blasphemie!).

Es liegt in der Natur der Sache dass wir uns mit „Gleichen“ umgeben wollen. Für mich und meinesgleichen bedeutet das „Menschen mit ähnlichen Ideen“ für Spencer und Scott (Also Rassisten) bedeutet es „Leute die so aussehen wie ich“.

Es ist dabei völlig egal ob ich denke dass die Idee in Wirklichkeit beknackt und zum Scheitern verurteilt ist, denn der Grund warum ich das denke ist das mir persönlich Rasse einfach relativ egal ist und ich nicht verstehen kann wie andere das anders sehen.

Es gilt zu akzeptieren dass es Menschen gibt für die Rasse ein sehr wichtiges Ding ist und dass eine Gesellschaft, befüllt aus solchen Leuten, eventuell wirklich funktionieren könnte.

Und ich kann das respektieren, auch wenn ich mir schwer tue zu verstehen warum Menschen so denken.

Gleichzeitig muss aber auch respektiert werden dass ich zwischen mir und einem Land das Menschen nach Hautfarbe beurteilt und nicht nach Taten, ein bei drei hohe Mauern haben möchte, denn was für diese Menschen ein Ideal darstellt halte ich für einen Alptraum.

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