Wieviel Schicksal steckt in einer Krebserkrankung?

Die Redaktion hat aufgerufen, über das Thema Schicksal zu schreiben. Genau diese Thematik hat mich vor nun über 2 Jahren auf diese Plattform gebracht. Ich habe in den ersten Wochen hier fast täglich über mein persönliches Krankeitsschicksal geschrieben. Die Beiträge könnten vermutlich inzwischen ein ganzes Buch füllen und gerade im Moment könnte ich weitere Kapitel aufschlagen. Nichts Bedrohliches, sondern wieder einmal Spätfolgen meiner Zungenkrebserkrankung, aber dazu ein anderes Mal, weil das Kapitel noch nicht fertig ist.

Heute möchte ich mich viel mehr damit beschäftigen, wieviel Schicksal tatsächlich in einer Kreberkrankung steckt? Ist Krebs wirklich nur Pech? Die Fachmeinungen gehen da sehr auseinander. Im Laufe der Zeit ändern sich durch neue Forschungsergebnisse ständig die Meinungen. Was gestern noch wissenschaftlich festgeschrieben war, kann heute schon wieder vollkommmen überholt sein. Je mehr man über die Ursachen dieser vielfältigen Erkrankung weiß, desto mehr kann man auch über mögliche Ursachen diskutieren. Es gibt so unzählig vollkommen verschiedene Krebsformen, dass es mir eigentlich falsch erscheint, sie alle unter einem einzigen Oberbegriff zu nennen. Viele Krebsarten sind heute gut behandelbar. Können zu Gänze geheilt oder in eine chronische Erkrankung umgewandelt werden. Nur ganz wenige onkologische Erkrankungen bedeuten tatsächlich in den meisten Fällen auch ein nahes Ende. Pankreaskarzinome, Bauchspeicheldrüsenkrebs, zählt dazu. Hier ist die Überlebensrate tatsächlich sehr gering.

Bei meiner Krebsart, Plattenepithelkarzinom am Zungenrand und Mundboden liegt die fünfjährige Überlebensrate bei ca. 60 Prozent. Die könnte wesentlich höher sein, wenn sich gerade bei dieser Krebsform mehr Patienten eines besseren Lebensstils besinnen würden. Mundhöhlenkrebs gehört nämlich tatsächlich zu jener Sorte, die nicht nur alleine Schicksal ist, sondern belegbare Risikofaktoren als Auslöser aufweist. Dazu gehören in erster Linie Rauchen und Alkohol-Abusus. Neuerdings weiß man auch, dass HPV high risk ein großes Risiko darstellt. Diese Virenarten sind in der Öffentlichkeit mehr für Gebärmutterhals bekannt. Kaum jemand weiß, dass sie sich auch in der Schleimhaut in der Mundhöhle ansiedeln können und im schlimmsten Fall Krebs auslösen können. Ich wußte es übrigens bei der Diagnose auch nicht, und vor sechs Jahren war das auch überhaupt kein Thema.

Ich persönlich habe über viele Jahre geraucht, somit habe ich wohl das Schicksal herausgefordert. Nicht jeder Raucher erkrankt an Krebs, die Chancen werden aber immens erhöht. Übrigens kann Rauchen Blasenkrebs auslösen, wer denkt denn an so etwas?

Ja, ich denke, für manches Risiko ist man tatsächlich selbst verantwortlich, dass man aber wirklich erkrankt, dazu gehört für mich zumindest eine Portion Schicksal dazu.

Ich glaube auch nicht an die Existenz einer Krebspersönlichkeit, die noch bis vor einigen Jahren probagiert wurde. Ich denke aber, dass Menschen in Krisensituationen, auf Grund des herabgesetzten Immunsystems anfälliger für einen Ausbruch einer bösartigen Erkrankung sind.

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