KENOSHA- MEINE IRRTÜMER ZU WAFFEN UND LEBEN, SORRY, ÄNDERT ABER NICHTS

Aussagen zu Waffen- und Selbstverteidigungsgesetze spielen in meinen beiden früheren Artikeln keine herausragende Rolle, allerdings sind sie falsch. Die beiden Artikel:

https://www.fischundfleisch.com/hawaiipiraten-von-oesterreich/massenmedien-gegen-buerger-66949

https://www.fischundfleisch.com/hawaiipiraten-von-oesterreich/siebzehn-jahre-alter-lateinamerikanischer-white-supremacist-erschiesst-weisse-auf-friedlichem-66934

Dass tödliche Gewalt zum Schutz von Eigentum in Amerika gesetzlich ist, ist falsch. Das ändert aber nichts an der Substanz und Stichhaltigkeit der verlinkten Artikel, und noch weniger an der Substanz und Wahrhaftigkeit der Videos.

Ich habe mich in meinem Irrtum allerdings nicht nur auf Social Media verlassen, sondern auf persönliche Erlebnisse und die von amerikanischen Freunden. Irrtümer zu Waffen- und Selbstverteidigungsgesetzen sind in den USA vermutlich weit verbreitet, würde ich diese Woche sagen. Ich wurde mal mit einem österreichischen Arbeitskollegen bei einem Spaziergang in der schönen Natur an der Ostküste mit vorgehaltener Waffe von einem verwaisten Campingplatz verjagt. Der Kollege war empört und ich erklärte ihm, dass uns der Mann hätte abknallen können. Wir befragten wenig später unseren Anwalt (für Visum) dazu, der meinte, die Auffassung, dass Grundbesitz und Eigentum in Amerika mehr zählen als ein Menschenleben sei "nicht ganz" richtig, aber dass es "gute Überlebenspraxis" sei, das so aufzufassen. Bei einem mutwilligen Einstieg in einen sehenswerten Garten eines Lokalpolitikers wies der nächtliche Reiseleiter den Verfasser mehrmals darauf hin, dass die Expedition tödlich enden könnte und wollte sicher gehen, dass ich über dieses Risiko aufgeklärt war. (Der Verfasser war war wenige Tage zuvor eine ca. 120m hohe Feuerleiter hinaufgeklettert. Über ihm besagter Freund, betrunken und auf Trip, sowie dessen Ex-Freundin, die nur betrunken war. Am Hochhaus selbst fand der Autor heraus, dass LSD Höhenangst vollkommen heilen kann.) Ein anderer Freund aus der selben Partie war als Teenager auf einer Baustelle am Bein angeschossen worden, auf die er sich mit einer Freundin zu Kopulationszwecken zurückgezogen hatte. Der Freund war mit einer glimpflichen Vorstrafe wegen "Trespassing" davongekommen, weil sein Pflichtverteidiger während der Verhandlung vorwiegend mit Nickerchen beschäftigt war. Das sind nicht die einzigen Erlebnisse und Berichte, auf die der Verfasser für seine Ausrede mit Waffen und Wert eines Lebens in Amerika zurückgreifen kann, bloß die haarsträubendsten. Nach solchen Erlebnissen und Berichten zum Thema hielt es der Verfasser nicht für notwendig, den Gesetzestext am Internet aufzusuchen. Vielleicht ging es seinen zahlreichen Korrespondenten auf Social Media ähnlich. Kurz gesagt: Eigentum ist in Amerika NICHT mehr wert als ein Menschenleben, allerdings könnte es sein, dass der geneigte Leser jetzt besser informiert ist als viele Amerikaner.

Hier ist der Link zum Gesetz in den Statuten des Bundesstaates Wisconsin:

https://docs.legis.wisconsin.gov/statutes/statutes/939/III/48#:~:text=(1)%20A%20person%20is%20privileged%20to%20threaten%20or%20intentionally%20use,person%20by%20such%20other%20person.

Dort ist die Rede vom "Privileg der Gewalt" im Falle eines Angriffs auf Leib und Leben, sei es das eigene oder das von jemand anderen. Die Gewalt darf nur so weit gehen wie es zur Beendigung oder Verhinderung notwendig ist, und andere Möglichkeiten nicht gegeben sind. Ein Angriff auf Eigentum per se verschafft niemandem das Privileg der Gewalt. So steht es im ersten Absatz, und das wirft natürlich Fragen auf, wie: was, wenn der Kampf eskaliert? Außerdem ist schon im ersten Absatz von "gutem Glauben" die Rede. Die anderen Paragraphen im Text klären solche und andere Fragen, sind allerdings schwer verständlich und eben ganz genau die Punkte, um die vor Gericht gestritten wird. Der Verfasser hat auch keine Erwähnung von Aufständen oder das Verhalten für die Flucht vor einem bewaffneten Mob gefunden.

Der Verfasser ist kein Anwalt.

Waffen und Minderjährige

Der Verfasser hat einmal zwei Buben im Volksschulalter (?) auf der Straße gesehen, die sichtlich ohne Erwachsenenaufsicht mit Gewehren unterwegs waren. Er nahm bisher an, das wäre legal gewesen, denn Amerikanern traut der Verfasser in dieser Angelegenheit eigentlich alles zu. Die Gschroppen-Sichtung war ungefähr zu der Zeit, als im Bundesstaat darum gestritten wurde, ob jemand im Sinne des Zweiten Zusatzartikels mehr als zehn oder zwanzig Armeemaschinengewehre pro Jahr bei Versandhäusern bestellen darf oder nicht und wie weit dabei die Melde- und Ausweipflicht gehen darf.

Wisconsin ist ein "permissive open carry state", d.h. es gibt nicht nur keine Einschränkungen beim Waffenbesitz oder für das Mittragen von Waffen (vorausgesetzt, der Bürger ist unbescholten), sondern es gibt sogar übergeordnete Gesetze, die Gesetze zur Einschränkung verbieten, was als Anerkennung des zweiten Zusatzartikels im "Bill of Rights" aufgefasst werden kann ("Preemption" ).

Wikipedia Begriffsklärung:

https://en.wikipedia.org/wiki/Open_carry_in_the_United_States#Terminology

Wikipedia Waffen in Wisconsin:

https://en.wikipedia.org/wiki/Gun_laws_in_Wisconsin

Aus diesen Artikeln geht nicht hervor, dass es eine Einschränkung für Minderjährige unter 18 gibt, bloß für Minderjährige unter 14. Der Verfasser hat die Erklärung so verstanden, dass PRIVATverkäufe von Schusswaffen am Flohmarkt nicht an Kinder unter 18 erfolgen dürfen, dass 14-18-Jährige ihre Waffen jedoch von einem lizensierten Waffenhändler kaufen dürfen. Und warum auch nicht, fragen amerikanische Waffennarren. Motorsägen, Schweißgeräte und Mopdes dürfen z.B. auch in Österreich an Minderjährige verkauft werden und können auch Leben gefährden.

Der Gesetzestext auf der Website von Wisconsin verbietet das Tragen von Waffen für Kindern unter 18 im ersten Paragraphen, allerdings gibt es viele verwirrende Ausnahmen, z.B. unter Erwachsenenaufsicht oder Privatgrund. Auf Social Media wurde um die Auslegung mehr oder weniger tagelang ununterbrochen gestritten. Der Verfasser konnte nicht erkennen, wer sich besser auskennt und erwartet, dass es in Kyles Prozess ähnlich sein wird.

Es ist aber auf jeden Fall so, dass sich das Kind, bzw. die Eltern, kaum strafbar machen, denn so ein Vergehen ist ein "misdemeanor" (Vergehen, Übertretung, <1 Jahr Schmalz). Die Überlassung ist jedoch ein "felony", d.h. Straftat. Die Straftat wurde vom Erwachsenen begangen, der Kyle das Gewehr überlassen oder verkauft hat. Für wen es interessiert, hier ist ein Bild, das angeblich Kyles Frau Mama zeigt:

Für Prozesse um Notwehr mit Waffengewalt ist vollkommen unerheblich, ob der Waffenbesitz legal ist oder nicht, ob Staatsgrenzen überschritten wurden oder nicht, usw. Das ist ganz anders als bei weniger ernsthaften Angelegenheiten wie Fahren ohne Führerschein oder Trunkenheit am Steuer, bei denen der Täter viele Rechte verwirkt und z.B. in Auffahrunfällen durch andere automatisch der Schuldige ist, auch wenn es nüchtern und mit Führerschein automatisch umgekehrt wäre.

Gestritten wird in der Praxis von Selbstverteidigungsprozessen natürlich immer darum, wer angefangen hat und was genau unter "in gutem Glauben" zu verstehen ist. Einen Vergewaltiger während der Tat in einem Hinterhof abzuknallen wird z.B. zum Problem, wenn es sich beim Vorgang um ein Sexualrollenspiel gehandelt hat. So etwas passiert leider. Amerikanische Anwälte empfehlen: Erst fragen, dann Kopfschuss.

UND DAS ALLES ÄNDERT NICHTS DARAN, DASS DIE ANWESENHEIT EINER BEWAFFNETEN MILIZ ZUM SCHUTZ VON EIGENTUM NICHT NUR LEGAL, SONDERN AUCH IM SINNE DER GRÜNDERVÄTER IST, BESONDERS IM FALL EINER ERHEBUNG.

UND DAS ALLES ÄNDERT NICHTS DARAN, DASS AUF KYLES GRUNDSTÜCK DIE MUTWILLIGE BESCHÄDIGUNG VON AUTOS DURCH WENIGSTENS EIN VIDEO DOKUMENTIERT IST.

UND DAS ALLES ÄNDERT NICHTS DARAN, DASS ZAHLREICHE VIDEOS BELEGEN, DASS KYLE VOR EINER TEILWEISE BEWAFFNETEN UND TEILWEISE MASKIERTEN MEUTE GEFLÜCHTET IST.

UND DAS ALLES ÄNDERT NICHTS DARAN, DASS BEWAFFNETE UND MASKIERTE MEUTEN IN DEN USA SEIT ZWEI MONATEN MORDEN, BRANDSCHATZEN UND PLÜNDERN UND BEREITS VIELE MILLIARDEN EURO SCHADEN VERURSACHT HABEN, WAS DIE MASSENMEDIEN MEHR ODER WENIGER KOMPLETT VERSCHWEIGEN, DIE MEISTEN BÜRGER JEDOCH INZWISCHEN TROTZDEM WISSEN, DARUNTER KYLE, DER GRUND HATTE, SICH ZU FÜRCHTEN. VIELE BÜRGERMEISTER (ALLE VON DER DEMOKRATISCHEN PARTEI) VERBIETEN DER POLIZEI DAS EINSCHREITEN.

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Nonplusultra

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Kai-Uwe Lensky

Kai-Uwe Lensky bewertete diesen Eintrag 30.08.2020 16:38:25

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