Der westukrainische Massenmörder Stepan Bandera und seine heutigen Adepten

Fotomontage Manfred Breitenberger

„Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß, und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher!“ Bertolt Brecht – Leben des Galilei

Am 3. April twitterte der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk: “Weder die Russen, noch die Deutschen haben das Recht zu bestimmen, wen die Ukrainer als Helden verehren. Stepan Bandera & Hunderttausende meine Landsleute kämpften sowohl gegen Hitler, als auch gegen Stalin für den Staat. Lasst uns in Ruhe mit euren Belehrungen.“ Am 17.10.2015 legte Andrij Melnyk im Beisein vieler Gesinnungsgenossen in einer feierlichen Zeremonie Blumen am Grab von Bandera im München nieder. Am 20.3.2022 verteidigte Melnyk das faschistische Asow-Regiment: “Mariupol wird mutig verteidigt. Und zwar vom Asow-Regiment. Jetzt verstehen Sie, warum die Russen sich in die Hosen machen, wenn sie das Wort “Asow” hören.“ Andrij Melnyk ist mit seiner Bandera-Verehrung und seinem Russenhass freilich nicht allein, in der Westukraine wird dem NS-Kollaborateur wie einem Halbgott gehuldigt und auch in Deutschland gibt es immer mehr Bandera-Versteher.

Nach dem Zerfall der Sowjetunion bildeten sich in der Ukraine mächtige und korrupte Wirtschaftsoligarchien und so bestimmen Oligarchen seither die Politik in der Ukraine. Die Ukraine war und ist ethnisch und politisch ein gespaltenes Land, gespalten in die prowestliche Westukraine, in der ukrainisch gesprochen wird und die prorussische orthodoxe Ostukraine in der viele ethnische Russen leben und in der russisch gesprochen wird. Im Jahr 1990 kam der Bandera-Kult verstärkt in die Westukraine zurück, in seinem Geburtsort Staryj Uhryniw wurde das erste Bandera-Denkmal enthüllt dem 47 weitere mächtige Heldendenkmäler folgten. Das Bandera-Denkmal in Lwiw misst sieben Meter vor einem 30-Meter-Bogen. In Iwano-Frankiwsk beispielsweise ist ein Bandera-Denkmal auf einem 4,8-Hektar-Areal errichtet und neben den Denkmälern und Tafeln wurden Hunderte von Straßen nach Stepan Bandera benannt. In Lwiv, dem ehemaligen Lemberg wurde eine Stepan-Bandera-Straße neugestaltet. Das deutsche Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit gab dafür einen Zuschuss von 72.000 Euro. Außer den Denkmälern entstanden seit 1990 sechs Bandera-Museen an mit seinen Lebensphasen verbundenen Orten. Unzählige Bandera huldigende Hagiografien wurden über ihn publiziert, Briefmarken mit seinem Konterfei herausgegeben, Musikfestivals und Jahre nach ihm benannt.

2018 wurde in der Rada, dem Parlament der Ukraine, Banderas Geburtstag pompös gefeiert und sein Geburtstag zum Feiertag erhoben. In den Schulen wird den Kindern das „heldenhafte“ Leben Banderas eingetrichtert, seine Ideologie wird in den ukrainischen Schulen mit wie die Muttermilch eingegeben. Ethnische Russen der Ostukraine bekommen dementsprechend seit vielen Jahren kein Zimmer in der Westukraine und der Zutritt in die dortigen Lokale wird „Russen“ verwehrt, pro-russische Parteien und Fernsehsender der Ostukraine wurden verboten, pro-russische Politiker eingesperrt und das russische Sprachengesetz, das seit Januar 2022 in Kraft getreten ist, um die russische Sprache zu bekämpfen, ist zutiefst undemokratisch und dem friedlichen Zusammenleben nicht gerade förderlich. Zudem hat die Rada im Jahr 2018 ein Gesetz durchgewunken wonach die Polizei und die Streitkräfte sich mit der faschistischen OUN-Phrase „Slawa Ukraini! Herojam Slawa!“ begrüßen müssen.

In dieses rechtsextreme Narrativ passen die ukrainischen Erzählungen über die große Hungersnot, die sich 1932 und 1933 in der sowjetischen Ukraine ereignet hatte, der zwischen drei und vier Millionen Ukrainer zum Opfer gefallen waren. Die Hauptursache für die Hungesnot war die stalinistische Zwangskollektivierung, die allerdings auch eine hohe Zahl von Hungertoten außerhalb der Ukraine verursachte. Die ukrainischen Nationalisten leugneten seit jeher ihre Beteiligung am Judenmord, die Fernsehserie „Holocaust. Die Geschichte der Familie Weiss“ von 1978 bereitete dieser Legende öffentlichkeitswirksam Probleme, weil ukrainische Polizisten als Judenmörder gezeigt wurden. Die Mörder fühlten sich bloßgestellt und führten eine Kampagne gegen Hollywood und Historiker, die bis heute anhält. Mit einer Gegenstrategie wurde behauptet das „ukrainische Volk“ sei selbst das Opfer durch einen „anderen Holocaust.“ Die OUN-Kollaboration im Holocaust sollte und soll offenbar mit dem Leiden der ukrainischen Bevölkerung verschleiert werden. In zahlreichen Publikationen der OUN und deren Sympatisanten wurde behauptet, dass durch die Hungersnot mindestens 6 Millionen Ukrainer durch Stalin und seine jüdischen Kommissare ermordet worden seien. Bewusst wurde auf die Zahl 6 Millionen angespielt, um den Holocaust zu relativierten und die Leiden der ukrainischen Bevölkerung in den Vordergrund zu rücken. Die Wortschöpfung „Holodomor“, die Begriffe der nordamerikanischen Ukraine-Diaspora vom „Hunger-Holocaust“ oder „ukrainischen Holocaust“ machen die Holocaustrelativierung zudem deutlich. 1986 erschien in einem Verlag von UPA-Veteranen eine Schrift, in der behauptet wird „zionistische Juden“ hätten die Hungersnot als „wirklichen Holocaust“ veranlasst, bei dem „jüdische Bolschewisten“ Christen ermordet hätten.

Im Februar 2014 stürzten die prowestlichen und rechtsextremistischen Kräfte der Westukraine mit massiver politischer, finanzieller und militärischer Hilfe der USA und Deutschlands die demokratisch gewählte pro-russische Regierung unter Janukowitsch. Die Rechtsextremisten des „Rechten Sektors“ und die antisemitischen Nationalisten von Swoboda um Oleh Tjahnybok gehörten zu den treibenden und entscheidenden Kräften des Maidan-Umsturzes. Rund 15.000 fanatisierte Menschen unter schwarz-roten Fahnen des Nazi-Kollaborateurs Bandera oder den Fahnen des Nachtigall-Bataillons zogen durch das Zentrum der Hauptstadt. Über zwei Monate dauerte die Belagerung des „Unabhängigkeitsplatzes“, bei der mit Pfeilen und Pflastersteinen auf Polizisten geschossen und geworfen und mit Brandsätzen auf Katapulten die Macht der Straße demonstriert wurde. Brennende Autobusse, herausgerissene Pflastersteine und Barrikaden mit Autoreifen prägten das Straßenbild und das oppositionelle Dreierbündnis von Swoboda, UDAR und der Allukrainischen Vereinigung „Vaterland“ übernahm mit Gewalt die Macht. Infolge des Maidan-Umsturzes spaltete sich nach einem Referendum die Krim in Richtung Russland ab und die ethnischen Russen der Ostukraine riefen die unabhängigen Republiken Donezk und Luhansk aus. Seit nun über acht Jahren terrorisieren überwiegend rechtextreme Einheiten wie das Asow-Regiment mit Hakenkreuzen auf den Stahlhelmen die pro-russische Bevölkerung in diesen Gebieten mit weit über 10.000 Toten.

Die Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN) wurde 1929 in Wien von ukrainischen Veteranen des Ersten Weltkrieges gegründet, sie war ein Zusammenschluss der Ukrainischen Militärischen Organisation (UWO) mit verschiedenen kleineren rechtsextremen ukrainischen Gruppen. Unter dem führenden Ideologen Dmytro Donzow orientierte sich die OUN am italienischen Faschismus und am deutschen Nationalsozialismus. Sie befürwortete totalitaristische Prinzipien in Staat und Gesellschaft und übernahm das Führerprinzip. Der gemeinsame Antisemitismus führte zu engen Kontakten zwischen der OUN und der NSDAP. Das Motto der OUN war: „Den ukrainischen Staat erkämpfen oder sterben!“ Die Ideologie der OUN war eine Mischung aus Ultranationalismus, Faschismus, Antisemitismus, Rassismus und revolutionär-aufständischem Geist. Die klar definierten Feinde waren Polen und Russland, bzw. die Sowjetunion und die polnische, russische und jüdische Bevölkerung, die in den „ukrainischen Territorien“ lebte. Bereits 1934 verfasste Mykola Kolodzinskyj in einem Ausbildungslager in Italien mit der faschistischen Ustascha für die OUN eine Schrift mit der Forderung Juden und Polen aus der Ukraine zu vertreiben. Die Legion Ukrainischer Nationalisten führte den Gruß „Slawa Ukraini“ bzw. „Slawa Ukraini! Herojam Slawa!“ (Ruhm der Ukraine! Ruhm den Helden!) 1925 ein und die OUN hat den Ruf übernommen und geprägt, ab 1941 hoben die Mitglieder der OUN dazu den rechten Arm zu ihrem faschistischen Gruß.

Stepan Bandera wurde am 1. Januar 1909 in dem ostgalizischen Dorf Staryj Uhryniw, als Sohn eines griechisch-katholischen Priesters geboren. Bandera schloss sich zuerst der UVO und anschließend der OUN an, in der er schnell in die Führungsspitze aufstieg und Anfang 1933 zum „Führer“ der OUN gewählt wurde. Die OUN knüpfte Kontakte zur NSDAP und verübte in Polen Attentate gegen polnische Politiker um den polnisch-ukrainischen Konflikt anzuheizen. 1934 wurde Bandera wegen der Ermordung des polnischen Innenministers Bronisław Pieracki in Polen zum Tod verurteilt, die Strafe wurde jedoch in lebenslange Haft umgewandelt. Nach dem deutschen Überfall auf Polen am 1. September 1939 spaltete sich die OUN in die OUN-B (B für Bandera) und die OUN-M (M für Melnyk). Die Mehrheit der jungen Nationalisten schloss sich der während der Pogrome in Galizien der aktiveren OUN-B an, während die OUN-M vor allem die Pogrome in der Bukowina organisierte. Bandera wurde aus dem Gefängnis befreit und arbeitete für den deutschen Geheimdienst unter dem Decknamen Konsul II, den Decknamen Konsul I. bekam Andrij Melnyk. Mit Wilhelm Franz Canaris, dem Chef der Abwehr, des Militärgeheimdienstes der Wehrmacht, stellte Stepan Bandera die Bataillone „Nachtigall“ und „Roland“ aus ukrainischen Kämpfern mit dem Verbindungsoffizier Theodor Oberländer auf.

Banderas OUN-Mitglieder aus Krakau besuchten 1940 bis 1941 Kurse der Sicherheitspolizeischule in Zakopane und der Polizeischulen in Krakau und Rabka. Die OUN-B organisierte sogenannte Marschgruppen, die nach dem Überfall auf die Sowjetunion hinter den deutschen Truppen eingesetzt waren um die Macht vor Ort zu übernehmen. Diesen Marschgruppen gehörten rund 800 Nationalisten an, darüber hinaus hatte die OUN-B rund 20.000 Mitglieder, die in über 3.000 Orten im westukrainischen Untergrund agierten. Rund 13.000 OUN-B Mitglieder waren in Ostgalizien und rund 5.000 in Wolhynien stationiert. Allein in Lemberg verfügte die OUN-B über 1.200 loyale Nationalisten und in der OUN-B Jugendorganisation lunatsvo waren 7000 junge Getreue organisiert, zuzüglich der gewaltigen Zahl an OUN-Sympathisanten versteht sich.

„Die Ukrainer nahmen auf Geheiß der Deutschen an dem Krieg gegen die Juden teil. Dies entsprach einer vom „zweiten großen Kongress der OUN“ (Banderas Fraktion) im April 1941 in Krakau angenommenen Resolution, welche die Juden als die „zuverlässigste Stütze des sowjetischen Regimes und als die Vorreiter des Moskauer Imperialismus in der Ukraine“ bezeichnete. Damit übernahm die ukrainische Organisation die Perspektive der Nationalsozialisten, die die Juden mit den Bolschewiken gleichsetzten („Judäo-Bolschewiken“ oder Żydo-Komuna auf Polnisch), und garantierte, dass das „Unternehmen Barbarossa“ für die Juden fürchterliche Konsequenzen haben würde. Die Resolution war zudem ein Treueeid der Ukrainer auf die NS-Ideologie.“, schreibt Eliyahu Yones in „Die Juden in Lemberg während des Zweiten Weltkriegs und im Holocaust 1939-1944“

Am 22. Juni 1941 überfiel Deutschland die Sowjetunion und in dem folgenden rassebiologischen Vernichtungskrieg wurden 27 Millionen Sowjetbürger ermordet, mehr als die Hälfte davon hinter der Front. In der Westukraine wurde der von der deutschen Propaganda als europäischer Kreuzzug zur Verteidigung der Kultur gegen den jüdischen Bolschewismus begeistert aufgenommen. Am 29. Juni 1941 hatte Reinhard Heydrich, Leiter des Reichssicherheitshauptamtes, den Einsatzgruppen Folgendes schriftlich mitgeteilt: „Den Selbstreinigungsbestrebungen antikommunistischer oder antijüdischer Kreise in den neu zu besetzen Gebieten ist kein Hindernis zu bereiten.“ Die enge Zusammenarbeit zwischen ukrainischer Miliz und den Einsatzkommandos und die Involvierung der Bevölkerung in die Pogrome erlauben es nicht, eine genauere Zuordnung vorzunehmen. Noch vor dem Einmarsch der deutschen Truppen verübte Stepan Banderas OUN ein Massaker in Lemberg mit über 7.000 ermordeter Juden und Kommunisten.

Das Bataillon Nachtigall marschierte am 30. Juni 1941 in Lemberg ein. Die Soldaten, etwa achthundert ethnische Ukrainer trugen deutsche Uniformen mit blau-gelben Paspeln an den Schulterklappen. Alle deutschen Truppen wurden in Lemberg enthusiastisch begrüßt. Besondere Huldigungen erfährt das Bataillon „Nachtigall“, das als „Stepan Bandera Bataillon“ gefeiert und nicht nur mit Blumen, sondern auch mit Kniefällen und Gebeten empfangen wurde. Der israelische Historiker und damalige Zeitzeuge vor Ort Eliyahu Yones schreibt dazu: „Die ersten Einheiten der Wehrmacht betraten Lemberg am folgenden Tag, am Sonntag, den 30. Juni 1941. An diesem Morgen plakatierten die Ukrainer an Anschlagbrettern und Gebäudewänden großformatige Bekanntmachungen, die sie schon vorbereitet hatten. Sie hießen die deutschen Besatzer und den „großen ukrainischen Führer“ Stepan Bandera willkommen, die endlich eingetroffen waren, „um das Volk der Ukrainer von der Herrschaft der Juden und des NKVD zu befreien, welche die ukrainischen Bauern in den Dörfern niedermetzelten“. „Erschlagt die Juden und die Kommunisten!“ forderten die Anschläge. „Lang lebe Stepan Bandera, lang lebe Adolf Hitler!“

In den Gefängnissen von Lemberg waren antikommunistische Ukrainer inhaftiert, die ins Hinterland transportiert werden sollten. Am 25. Juli versuchten ukrainische Nationalisten sich gegen die abziehenden Sowjets zu erheben, und die politischen Gefangenen zu befreien. Der Aufstand misslang und das NKWD liquidierte tausende ukrainische Häftlinge. Kurz bevor die Sowjets Lemberg verließen, hatten sie das große Brygidki-Gefängnis und die anderen Haftanstalten in Brand gesetzt. Für die Morde des NKWD wurden die Juden Lembergs verantwortlich gemacht. Die Lemberger Juden gaben diesem ersten Pogrom den Namen „Gefängnisaktion“. Im Mittelpunkt der „Gefängnisaktion“ standen die jüdischen Zentren im inneren Stadtgebiet, und zwar folgende Straßen: Janowska, Gródecka, Zygmuntowska, Mickiewicza, Legionów, Żólkiewska, Balonowa, Zamarstynów, Misjonarska, Pod Dębem, Źródlana, Arciszewska und Kleparowska bis zur Janowska. Die Lemberger Juden wurden gezwungen die sich inzwischen zersetzenden Leichen aus den Gefängnisgebäuden herauszutragen und sie auf den Gefängnishof zu legen. Weitere inzwischen zusammengetriebenen Juden wurden aus den Kellern herausgeholt und auf den Gefängnishof gebracht, geschlagen und misshandelt. Grzegorz Rossolinski-Liebe schreibt über den Pogrom von Lemberg: „In den frühen Morgenstunden des 1. Juli drang die Miliz in Wohnungen der Juden ein und verhaftete vor allem die männlichen Bewohner. Andere wurden auf den Straßen aufgegriffen und in die Gefängnisse verschleppt. Die Juden wurden von den Milizionären und der aufgebrachten Bevölkerung misshandelt, beschimpft, mit Steinen beworfen und mit Fäusten oder Stöcken und Stangen geschlagen. Einige mussten unter Anweisung der Milizionäre den Weg kriechend bewältigen. Um auf das Gefängnisgelände zu gelangen, mussten die Opfer durch ein Spalier des auf sie einprügelnden Mobs gehen. Auf dem Gefängnishof wurde den Juden erklärt, sie müssten die Leichen aus den Gefängniskellern heraustragen und sie auf dem Hof aufreihen, damit sie von Verwandten identifiziert werden könnten. Einige Zuschauer beobachteten dabei, wie zwei jüdische Männer gezwungen wurden, die Leichen am Kopf und an den Füßen hochzuhalten und wie jüdische Frauen währenddessen die Leichen mit einem feuchten Lappen abwaschen mussten. Danach wurden die Frauen gezwungen, die Hände der Leichen hochzuheben und sie zu küssen."

Unmittelbar nach dem Einmarsch der Deutschen kam es vor allem durch die ukrainische Miliz OUN zu Judenpogromen. Nach den Verhaftungen der Juden gab es als Höhepunkt der Quälereien ein immer wieder eingesetztes Ritual, durchgeführt vom Bataillon „Nachtigall“ der „Legion Ukrainischer Nationalisten“, das gestartet wurde mit dem Befehl: „Antreten zum Spießrutenlaufen.“ Auf deutschen Befehl hin stellten sich ukrainische Soldaten in einem Spalier auf und pflanzten ihr Seitengewehr auf. Der israelische Staatsbürger Abraham Goldberg hat an seine Verhaftung folgende Erinnerung: „Nach dem Aufladen gab ein Offizier den Befehl zum „Spießrutenlaufen“. Daraufhin stellten sich die Ukrainer in zwei Reihen auf, alle hatten Gewehre und pflanzten die Bajonette auf. Wir mussten durch die Reihen laufen, während sie mit den Kolben auf uns einschlugen und stachen. Mit mir waren etwa 500 Juden dort, und fast alle wurden von den Ukrainern erschlagen, auch meine beiden Freunde.“

Kurt Lewin schrieb in seinen Erinnerungen: „Ein Ukrainer prägte sich besonders in meiner Erinnerung ein. Er war sehr elegant gekleidet, trug ein wunderschönes, besticktes Hemd und hatte es auf unsere Gruppe abgesehen. Er schlug mit einem mit Eisen beschlagenen Stock. Nach einiger Zeit systematisierte er sein Schlagen und haute nur gegen die Köpfe. Mit jedem Schlag riss er Hautlappen ab. Einigen Menschen schlug er die Augen aus, riss die Ohren ab. Nach einer Weile brach der Stock. Ohne lange zu überlegen, packte er ein angebranntes Holzstück und schlug damit gegen den Kopf meines Nachbarn. Der Schädel platze und das Gehirn spritze in alle Richtungen, auch auf mein Gesicht und meine Kleidung.“

Alfred Monaster berichtete, dass am 1. Juli im Gefängnis in der Lackiego Straße schöne jüdische Frauen ausgesucht, vergewaltigt und anschließend getötet wurden. Zygmunt Tune und sein jüngerer Bruder wurden von ukrainischen Milizionären aus ihrer Wohnung mitgenommen und zum Gefängnis in der Zamarstynowska Straße verschleppt. Vor dem Gefängnis stand der Mob Spalier und schlug auf die vorbeigehenden Opfer ein. Im Anschluss prügelte das Bataillon Nachtigall auf sie ein. Nachdem sie alle Gegenstände, die sie bei sich führten, abgegeben hatten, wurden sie von Ukrainern mit Stöcken weiter malträtiert. Währenddessen mussten sie mit ihren Händen den Hof sauber machen, auf den immer mehr Juden gebracht wurden.

Ruzia Wagner erinnert sich wie jüdische Frauen und ältere Männer, die halb tot auf dem Hof lagen, mit Stöcken weiter geschlagen, getreten oder durch den Hof geschleppt wurden. Verwundete jüdische Frauen und Männer wurden entkleidet. Als die Täter einer Frau ihre gesamte Kleidung auszogen und sie mit Stöcken prügelten, wandten sich einige andere Juden an vorbeispazierende und fotografierende deutsche Soldaten mit der Bitte um Intervention. Die Soldaten hätten daraufhin geantwortet: „Das ist die Rache der Ukrainer“ und informierten sie noch voller Stolz, dass die Bilder im „Stürmer“ erscheinen würden.

Nicht nur in den drei Gefängnissen von Lemberg und auf den dorthin führenden Wegen, sondern auch in vielen anderen Teilen der Stadt wurden Juden am 1. Juli misshandelt, erniedrigt, verprügelt oder erschlagen. Felicja Heller erinnerte sich, wie ukrainische Milizionäre ihrer Nachbarin befahlen, eine Zahnbürste mitzunehmen, um Straßen zu bürsten, und wie Deutsche und Ukrainer einen Juden zwangen, den Hut abzusetzen, ihn mit Pferdemist zu beladen und wieder aufzusetzen. Irena Feinsilber sah rund zwanzig Frauen mit Besen, darunter ihre Mutter, die die Straße kehren mussten. Irenas Schwiegervater erzählte ihr, dass es Milizionäre mit blaugelben Armbinden waren, die ihre Mutter von der Wohnung abgeholt hätten.

Der deutsche Offizier Hans Schmidt beobachtete, wie „Judenfrauen kniend mit ihren Händen Glassplitter von einem Trottoire aufheben mussten“. Izydor Ferber erinnerte sich, wie auf einem Markt Juden gezwungen wurden, mit ihren Taschentüchern und bloßen Händen das Pflaster zu putzen und sie dabei heftig geschlagen wurden. Kazimiera Poraj war gerade auf dem Markt, als sie sah wie „ukrainisch-sprachige deutsche Soldaten“ eine Gruppe von Juden, unter anderem ihre Mutter, zwangen, mit ihrer eigenen Kleidung Toiletten zu reinigen. Dabei wurden sie mit Kabeln so lange geschlagen, bis sie blutig waren. Eine andere Gruppe musste, unter Kabelschlägen, mit den Händen Glassplitter von den Straßen aufheben und in zwei Wagen sammeln. Als einer der Wagen voll war, wurde er umgeworfen, und die Splitter mussten erneut unter Schlägen und Tritten aufgelesen werden.

Der Transportoffizier Hermann Teske notierte in seinem Tagebuch, dass er Juden sah, die an der Nase verletzt waren. Ein Ukrainer erzählte ihm, „dass es bei Pogromen üblich gewesen sei, den Juden zu ihrer Kennzeichnung den Nasenwirbel umzudrehen“. Später sah Teske selbst, wie der Mob Juden hetzte und die schmerzhafte Prozedur an ihnen durchführte. Unteroffizier Friedrich Brüggemann gab zu Protokoll, dass Juden aus den Fenstern ihrer Wohnungen geworfen wurden. „Jacob Gerstenfeld beobachtete aus dem Fenster seiner Wohnung, wie „alte Leute, Kinder und Frauen unter einem Hagel von Schlägen gezwungen wurden, Pflastersteine auszureißen und den Dreck der Straße von einer Stelle zu einer anderen zu schieben. Eine Frau wurde an einen arbeitenden Mann festgebunden. Unter Schlägen wurden beide gezwungen jeweils in die entgegengesetzte Richtung zu laufen. Als ein Jugendlicher ohnmächtig hinfiel, wurden andere dazu aufgefordert, ihn lebendig zu begraben.“, schreibt Grzegorz Rossolinski-Liebe zu den Pogromen in Lemberg.

Am 25. Juli kam es in Lemberg zu den sogenannten Petljura-Tagen. Der ukrainische Politiker und Armeeführer Symon Petljura wurde von Sholom Schwarzbard am 25. Mai 1926 in Paris ermordet, als Racheakt für Pogrome, die Petljuras Truppen 1919 in der Ukraine begangen hatten und Sholom Schwarzbards Familie wurde von Petljura ausgelöscht. Das Gericht sprach Schwarzbard frei. Das Attentat und mehr noch das Urteil ließen Petljura bei den damaligen und heutigen Nationalisten zum Märtyrer werden. Das Grab von Symon Petljura in Paris ist bis heute für „westlich orientierte“ ukrainische Politiker zum beliebten Anziehungspunkt geworden. Während des Pogroms verhaftete die ukrainische Polizei Juden in ihren Wohnungen und auf den Straßen und brachte sie zum Hof des Gefängnisses in der Lackiego Straße und zum Gestapogebäude in der Pelczynska Straße. Dort wurden die Opfer mit Stöcken und Eisenstangen geschlagen oder erschossen. Drei Tage durchkämmten die ukrainischen Nationalisten die jüdischen Bezirke Lembergs. Rund 2.000 Juden wurden in den Petljura-Tagen ermordet. Ein Teil der deutschen Soldaten in Lemberg war damit beschäftigt, die Pogrome mit dem Fotoapparat oder der Filmkamera zu dokumentieren. Dieses Material erschien später in der Wochenschau. Andere steuerten den Pogrom und ließen die Bevölkerung über Plakatierungen wissen, dass das Misshandeln von Juden erlaubt und erwünscht sei.

Die größten Gewaltexzesse in der Westukraine ereigneten sich in Lemberg, Ternopil und Zolochiv. Im weiteren Verlauf des Krieges ermordeten die Deutschen mit ihren ukrainischen Gehilfen, der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN) und der Ukrainische Aufstandsarmee (UPA) alleine in der Region um Lemberg 400.000 Juden und 140.000 russische Gefangene. Nach der Besetzung Kiews wurden unter anderem in der Schlucht von Babij Yar zwischen dem 29. und 30. September mehr als 33 000 Juden, überwiegend Frauen, Kinder und Alte erschossen. Beteiligt an dem Massaker waren unter anderen das Sonderkommando 4a, Kommandos des Polizeiregiments Süd und die ukrainische Miliz. Die jüdische Gemeinde Galiziens, mehr als 540.000 Menschen, wurde fast vollständig ausgelöscht. Maximal drei Prozent der galizischen Juden haben den Terror überlebt. Ukrainische Hilfspolizisten der Wehrmacht und Verbände der OUN beteiligten sich am Völkermord und exekutierten noch im Frühjahr 1944 in die Wälder geflüchtete Juden. Die OUN und die im Winter 1942 von ihr aufgestellte Ukrainische Aufständische Armee (UPA) waren teilweise mitverantwortlich und hauptverantwortlich für die Ermordung von 800.000 Juden. Auf eigene Initiative ermordeten die UPA-Einheiten etwa 100.000 Polen und vertrieben weitere Tausende aus der Westukraine. Stephan Bandera war bis zu seinem Tod der unumstrittene „Führer“ der OUN und der UPA.

Auf dem Territorium der heutigen Ukraine lebten ungefähr 2,7 Millionen Juden, 1,6 Millionen wurden von den deutschen Besatzern und den ukrainischen Gehilfen ermordet. Rund 100.000 Juden überlebten im Untergrund in den Wäldern und bei den Partisanen. Für rund 900.000 Juden, vor allem aus der Ostukraine schuf der Widerstand der Roten Armee im Sommer und Herbst 1941 die Möglichkeit zur Flucht ins Innere der Sowjetunion. Für die Ermordung von etwa 1,8 Millionen Juden und etwa 50.000 Roma während der Aktion Reinhardt brauchten die Nationalsozialisten wenig eigenes Personal. Rund 1.000 ukrainische und litauische Freiwillige wurden im Ausbildungslager Trawniki für den Judenmord in den Vernichtungslagern Belzec, Sobibor und Treblinka vorbereitet, John Demjanjuk war einer von ihnen.

Weil Banderas Stellvertreter Jaroslaw Stezko am 30. Juni 1941 eine unabhängige Regierung für die Westukraine proklamierte wurde Bandera im Juli 1941 verhaftet und als so genannter Ehrenhäftling in Sachsenhausen festgesetzt. Im September 1944 wurde Bandera aus der Haft entlassen und nach dem Krieg floh der gesuchte Kriegsverbrecher nach München wo er unter falschem Namen weiterhin die Aktionen der OUN steuerte. München war nach dem Krieg ein sicherer Ort für NS-Kollaborateure und Organisatoren der „Endlösung“. Der Vertriebenenministers Theodor Oberländer, selbst schwer belastet durch seine „Tätigkeiten“ im Battailion Nachtigall oder der muslimischen Einheit, des Sonderverbandes Bergmann, sorgte für die politische und finanzielle Unterstützung. Die OUN ermordete nach 1945 bis 1951 noch 35.000 Menschen in der Westukraine. Die terroristischen Mordaktionen richteten sich gegen Polizeikräfte, kommunistische Parteifunktionäre und gegen die Zivilbevölkerung, darunter vor allem die überlebenden Juden. Dieser Guerillakrieg wurde ab 1949 von der CIA unterstützt, die bis 1953 etwa 75 Exilukrainer per Fallschirm in der Ukraine absetzte. Stepan Bandera wurde am 15. Oktober 1959 in München von einem sowjetischen Agenten ermordet, seitdem gewann der Bandera-Kult erneut Auftrieb mit seinem vorläufigen aktuellen Höhepunkt. In der Westukraine wird Bandera mehr denn je verehrt und in der Ostukraine wird er seit jeher als Verräter, Massenmörder und Faschist wahrgenommen.

Der aktuelle Krieg Russlands mit all seinen Kriegsverbrechen gegen die Ukraine verändert die Welt. Viele Städte der Ukraine sind zerstört und tausende Menschen kamen und kommen ums Leben. Putin hat diesen Krieg bereits vor Jahren geplant und es steht zu befürchten, dass er seine Ziele erreichen wird. Putin führt nicht nur einen Krieg gegen die Ukraine er führt vor allem einen Krieg gegen den Westen. Während China höhere Weizenimporte aus Russland erlaubt und in den chinesischen Supermärkten das Mehl verramscht wird, sind in Europa die Mehlregale leer. Während Indien, China und diverse Länder in Asien und Südamerika das russische Öl und Gas abnehmen und abnehmen werden und der Rubel bereits jetzt wieder auf dem Stand vor dem Krieg ist, verzeichnen Europa und die USA bereits jetzt die größte Hyperinflation seit 40 Jahren. Deutschland und die USA haben sich verzockt und Russland hat sich perfekt auf diese Auseinandersetzung vorbereitet, hat alle möglichen Sanktionen eingerechnet und hat den Bruch mit dem Westen bereits vor Jahren beschlossen. Russland wird sich auf sehr lange Zeit mit China verbünden und den Westen nicht nur wirtschaftlich versuchen in die Knie zwingen. Tausende westliche Unternehmen werden den russischen Markt verlieren, die hohen Energiepreise und die Inflation in Europa werden die Konkurrenzfähigkeit im Weltmarkt schmälern und Arbeitslosigkeit und Armut vergrößern, ganz zu schweigen von den negativen Veränderungen in Afrika und den ärmeren Ländern dieser Welt.

Europa ist durch Putins Krieg nicht nur der finanzielle und der wirtschaftliche Verlierer, Europa und Deutschland sind dabei all ihre freiheitlichen Werte und die Demokratie zu verraten. Die deutschen Medien sind so uniformiert wie noch nie seit 1945. Der Antisemitismus in den öffentlich-rechtlichen Sendern ist legendär und bedarf kaum weiterer Belege, nach den antisemitischen Terroranschlägen in Israel vermeldete beispielsweise die Tagesschau ein Terrorist habe das Feuer eröffnet. „Ein Terrorist“ setzten die „Israelkritiker“ der Tagesschau in Anführungszeichen, das ZDF meldete: „Die Hintergründe für den Anschlag sind nicht bekannt“ und der BR sprach verharmlosend von einer „Kneipenschießerei.“ In genau diesen antisemitischen Anstalten von ARD und ZDF ist der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk, der Blumen am Grab des antisemitischen Massenmörders Stepan Bandera niederlegt, ein Dauergast. Kein einziger der Journalisten konfrontierte Melnyk in den unzähligen Auftritten in den Talkshows mit seiner Leidenschaft für einem antisemitischen Massenmörder, in einem Land in dem die Leugnung des Holocaust zurecht strafrechtlich verboten ist. Während in Deutschland russische Medien oder der Buchstabe „Z“ verboten, russische Literatur zurückgedrängt und russische Künstler mit Auftrittsverboten überzogen werden, darf ein Anhänger eines antisemitischen Massenmörders im Land der Täter ungehindert und beinahe täglich seine Propaganda verbreiten.

Während in den Medien von ARD bis RTL, von der FAZ bis zur Welt jede Meldung von Kiew ungefiltert übernommen wird, werden die Berichte von Menschen aus der Ostukraine, zum Beispiel aus Mariupol die vom Regiment Asow als menschliche Schutzschilde benutzt werden, offenbar unterschlagen. Das heftig umkämpfte Mariupol liegt im Südosten der Ukraine, rund 90 Prozent der Einwohner sind russischstämmig. Der österreichisch-schweizerische Schriftsteller und Schach-Promotor Alexander Günsberg ist mit einer russischstämmigen Frau aus Mariupol verheiratet, sein Schwager und seine Schwiegermutter, viele Schulfreundinnen und weitere Verwandte von Günsbergs Frau leben in Mariupol. Günsbergs Vater Max Günsberg floh vor der nationalsozialistischen Verfolgung nach Hitlers Einmarsch in Österreich 1938 aus Wien in die Schweiz und war einer der vom St. Galler Polizeihauptmann Paul Grüninger geretteten Wiener Juden. Alexander Günsberg schrieb am 17. März in der FB-Gruppe Israelfreunde: „…Ich konnte heute nach 7 Tagen zum ersten Mal wieder mit meinem Schwager in Mariupol telefonieren. Dort sind die Verhältnisse ganz andere als in Kiew oder Lemberg. Er und alle anderen, die von den Asow-Verbrechern als Geiseln gehalten wurden, wurden von den russischen Soldaten befreit und mit Wasser, Essen und Strom versorgt. Die Frauen küssen die russischen Soldaten wie bei der Befreiung von Paris. Im Theater, in dem ich mehrmals war, befand sich eine Asow-Kommandozentrale. Die Zivilisten benutzten sie als Schutzschild, nicht anders als in Gaza und ließen die Minen hochgehen, als die russischen Panzer kamen. Man muss bei uns einfach einmal begreifen, dass in der Ukraine zwei Völker mit gegensätzlichen Interessen leben. Präsident Zelensky, ein Jude, ist derart weit von seinem Judentum weggekommen, dass er trotz demonstrativer Besuche in Israel und bei Rabbinern den faschistischen Bandera-Kult unterstützt. Nicht umsonst lieben ihn Biden und die Europäer. Er ist ein Jude nach ihrem Geschmack. Solange die Ukraine den Russen in ihrem Land keine Autonomie gewährt, sie als Feinde betrachtet, die alle umgebracht gehören, wie es Julia Timoschenko und ihre Freunde öffentlich gesagt haben, und solange bewaffnete rechtsextreme Banden die Russen in der Ukraine terrorisieren, solange wird es keinen Frieden in der Ukraine geben. Die Juden sind für einmal nicht das Ziel der Angriffe und dank Zelensky werden sie auch nicht verteufelt oder als Schuldige hingestellt. Das kann sich sehr aber schnell ändern, wenn die Verbrechen der Asow-, Aidar- und Dobass- Regimenter auch im Westen ans Tageslicht kommen. …“

Alexander Günsberg berichtet des Weiteren von der Ermordung einer Schulfreundin und ihrer Tochter die sich aus dem Keller wagten durch ukrainische Schafschützen erschossen wurden und ähnlichen Verbrechen. In den sozialen Medien kursieren unzählige Handy-Videos die Vergleichbares belegen. All diese Nachrichten schaffen es weder in die Tagesschau noch in irgendeine Sendung der deutschen Mainstreammedien. Dem antirussischen Narrativ widersprechende abweichende Meldungen sind in der deutschen Medienlandschaft tabu. Wie lange wird es noch dauern bis ARD und ZDF, bis die Grünen, die CDU oder die FDP den deutschen Überfall auf die Sowjetunion als notwendigen Präventivkrieg darstellen werden?

Vor einigen Jahren behauptete der AFD-Politiker Alexander Gauland „Hitler und die Nazis sind nur ein Vogelschiss in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte“ und nun relativeren und verharmlosen die Oliv-Grünen im Gleichschritt mit den Medien die Verbrechen Nazi-Deutschlands und seiner Kollaborateure. Anton Hofreiter und viele weitere Bandera-Versteher behaupten Russland führe in der Ukraine einen Vernichtungskrieg und im Sender RTL wird halluziniert, dass „Auschwitz nichts im Vergleich zu Butscha“ war.

Ein Nato-Linker aus dem Umfeld der „ideologiekritischen“ Bahamas zitiert Mariana Sadovska aus Köln und schreibt: „Eine unerschrockene Sängerin liest den Pausewang-Deutschen die Lewiten: „Natürlich haben wir große Angst, dass dadurch alles eskaliert und es zu einem Atomkrieg kommt und die ganze Welt untergeht. Aber wir können doch nicht so einen Verbrecher wie Putin davonkommen lassen, nur weil er mit der Atombombe droht. Wenn die Welt untergeht, weil wir der Ukraine helfen, dann soll es halt so sein!“ In der Jungle World macht sich ein Utz Anhalt für Bandera stark und relativiert wie folgt den Holocaust: „Wem dient dieses „Aber Bandera“-Brüllen also, während das russische Staatsorgan RIA Nowosti ganz offen den Plan eines Genozids in der Ukraine mit Neuaufbau nach putinschen Konstrukten vorstellt?“ Das Elend der "ideologiekritischen" Linken ist mittlerweile am Tiefpunkt. Bandera-Linke beenden seit Monaten ihre Facebook-Postings mit dem faschistischen Gruß der OUN, mit "Slawa Ukraini!"

Anton Hofreiter von den Oliv-Grünen wird von den Medien hochgejubelt, weil er Bundeskanzler Scholz aggressiv dazu auffordert, endlich schwere Waffen an die Ukraine zu liefern. Bei einem EU-Treffen forderte die grüne Außenministerin Annalena Baerbock: „Was klar ist: Die Ukraine braucht weiteres militärisches Material, vor allem schwere Waffen“ Mit den schweren Waffen, wie dem Leopard sollen offenbar die abtrünnigen Republiken, die Krim und Mariupol zurückerobert und der Krieg verlängert werden. Für unzählige Kriegstreiber schade der Kanzler mit seinem Zögern dem Ansehen Deutschlands in Europa und der Welt. Muss für die Bandera-Versteher die Krim endlich wieder deutsch werden? Warum blieben die heutigen Bandera-Versteher während der völkerrechtswidrigen NATO-Bombardierung gegen Jugoslawien oder dem Irakkrieg mit einer Million Toten und der „Shock and Awe“-Taktik stumm wie die Fische? Warum hat damals niemand weitreichende Sanktionen gegen die NATO-Staaten oder die USA gefordert? Warum hat nur Israel Waffen an Serbien geliefert? Die Querfront von Alexander Gauland und der Bandera-Linken scheint jedenfalls geschlossen.

Welche europäischen Länder sind im deutschen Diskurs seit weit über 30 Jahren als deutschfreundlich markiert? Es sind genau die Nationen, die die Deutschen im Zweiten Weltkrieg zur Teilnahme an den Vernichtungsaktionen gegen Juden animieren konnten: Litauer, Letten, Ukrainer, Kroaten, Bosniaken und Albaner. Und welche Länder werden noch heute mit Misstrauen und Feindschaft belegt? Die tendenziösen Einheitsmeldungen der letzten 20 Jahre belegen, es sind die Russen und die Serben, es sind genau die Länder die den Nationalsozialismus am erbittertsten und mit dem höchsten Blutzoll bekämpften.

Einige der heutigen deutschen Kriegstreiber werden in nächster Zeit wegen den verdreifachten Energiepreisen, den steigenden Lebensmittelpreisen, wegen Arbeitslosigkeit, zu niederen Löhnen oder den beengten Wohnsituationen zu jammern beginnen. Solcherlei erwartbare Larmoyanz sollte mit einem gewaltigen Hohnlachen beantwortet werden: Die dümmsten Kälber wählen wie immer ihren Metzger selber.

Putins Ideologie, sein Angriffskrieg gegen die Ukraine, mit seinen Kriegsverbrechen und seinen Islamisten sind mit nichts zu rechtfertigen und zu verurteilen. Die ukrainische Regierung, die einen antisemitischen Massenmörder als Nationalhelden verehrt und eine Armee unterhält, die Hakenkreuze auf den Stahlhelmen und andere NS-Symbole auf den Uniformen präsentiert, ist keine Regierung mit der man sich gemein machten sollte. Wer wenige Jahrzehnte nach Auschwitz wie die hiesigen Bandera-Versteher den Bandera-Kult mit all seinen Auswirkungen der letzten 20 Jahre in der Ukraine verniedlicht, relativiert oder sogar leugnet und in einem Ukraine-über-alles-Wahn den Einsatz der Nato oder Offensiv-Waffen wie Leopard- oder Marder-Panzer fordert, was einen 3. Weltkrieg und Atomkrieg zur Folge haben könnte, offenbart seine ideologische Verwahrlosung und Verblödung in bemerkenswerter Weise.

Den Tod von Millionen von Menschen in Europa, den Tod meiner Nachbarn, Freunde und nicht zuletzt auch meinen Tod großzügig für eine vermeintliche Freiheit einer mir suspekten Regierung in Kauf zu nehmen nehme ich sehr persönlich. Die grenzenlose Dummheit und Geschichtsvergessenheit dieser nekrophilen Kriegstreiber, die offenbar wie die Islamisten den Tod mehr als das Leben lieben, macht mich fassungslos. Wie alle Antisemiten, Faschisten und Islamisten sind auch die Bandera-Versteher ein Frontalangriff auf die Zivilisation. Wenn Bandera-Versteher, eingeschüchtert durch selbstsüchtige und unterbelichtete Lohnschreiber, sich damit begnügen, wie die Lemminge jedes Gerücht nachzuplappern wird die Aufklärung zum Krüppel gemacht. Die Kluft zwischen euch und der Realität kann eines Tages so groß werden, dass euer Jubelschrei über irgendein gesunkenes Kriegsschiff von einem universalen Entsetzensschrei beantwortet werden könnte.

Quellen: Grzegorz Rossolinski-Liebe- Der Verlauf und die Täter des Lemberger Pogroms vom Sommer 1941- Jahrbuch für Antisemitismusforschung 22- Metropol-Verlag | Simon Wiesenthal – Recht, nicht Rache – Ullstein-Verlag | Eliyahu Yones – Die Juden in Lemberg während des Zweiten Weltkriegs und im Holocaust 1939-1944- Ibidem-Verlag | Erich Später – Die Befreiung der Nation – Ukraine über alles- Konkret-Verlag | Longerich, Jäckel, Schoeps – Enzyklopädie des Holocaust – Piper | Thomas Sandkühler – Das Fußvolk der »Endlösung«. Nichtdeutsche Täter und die europäische Dimension des Völkermords. »Aktion Reinhardt«: die Rolle der »Trawniki-Männer« und ukrainischer Hilfspolizisten

Gleichzeitig veröffentlicht bei Mission Impossible

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