Die Pauschalfloskel "einfache Lösungen" ist längst zu einer Nazikeule light geworden. Wann immer man selber keine Lösungen und Argumente vorzuweisen hat, ist der Gegner "populistisch", predigt einfache Lösungen oder ist Fake-News und Stammtischparolen auf den Leim gegangen.

Aber was soll das denn heißen: Einfache Lösungen? Es ist mitunter kompliziert, Lösungen zu entwickeln, aber müssen die Lösungen selber deshalb kompliziert sein? Und sind einfache Lösungen nicht in jedem Fall besser als gar keine Lösungen?

Eine Lösung wird nicht dadurch besser, dass sie in einen Schwall intellektuell klingender Worte gekleidet wird, und auch nicht, weil irgend ein „Experte“ jahrelang daran herumgerechnet hat oder irgend ein „Intellektueller“ sie für empfehlenswert hält. Eine Lösung funktioniert entweder, oder halt nicht.

Die einfachste Lösung überhaupt ist es, Meinungsgegnern „einfache Lösungen“ vorzuwerfen, vor allem, solange man selber keine hat. Keine, die funktionieren.

Eine der genialsten Erfindungen der Menschheit ist das Rad. Lösung für unendlich vielschichtige, teilweise sehr komplexe Probleme und Aufgaben. Was aber könnte einfacher sein als das Rad?

Um zum obigen Bildbeispiel zu kommen: Dem Denkklischee vieler Menschen nach ist die Problemlösung mit dem Lineal (statt Pythagoras) eine, die man dem jungen Donald Trump zutrauen würde. Ja und? Sie führt zum richtigen Ergebnis, in kürzester Zeit, ist nicht anfällig für Fehler, und längst hätte ein jugendlicher Trump damit begonnen, anhand dieses Ergebnisses ein Baumhaus zu bauen, während mancher Nerd noch am herumrechnen ist und schließlich am Auflösen der Wurzel scheitert, weil der Akku seines Taschenrechners/Smartphones gerade leer ist …

Es gibt keine einfachen Lösungen. Es gibt nur richtige oder falsche, solche die funktionieren oder eben nicht. Und jeder Techniker oder Programmierer weiß, dass die einfachsten Lösungen mitunter die besten sind. Die Evolution weiß das ebenfalls.

„Man sollte alles so einfach wie möglich sehen - aber nicht einfacher.“

Albert Einstein

„So kompliziert wie nötig, so einfach wie möglich.“

Steve Jobs (Apple)

Schließlich fällt mir dazu auch noch Alexander der Große und der Gordische Knoten ein. Viele kluge Menschen in der Welt hätten den Knoten womöglich lösen können, nach tagelangem Tüfteln, aber Alexander fand die schnellste und politisch effektivste Lösung: Er durchschlug ihn mit dem Schwert.

Auch das ein Aspekt, den man nicht übersehen darf: Es wird immer Menschen auf der Welt geben, die einfache Lösungen bevorzugen. Auch unmoralische oder unmenschliche Lösungen zur Anwendung bringen. Oft außerordentlich effektiv. Wie naiv muss man sein, um zu glauben, alle Menschen wären genauso friedfertig, wohlüberlegt, tolerant und verhandlungsbereit, wie man nicht einmal selber ist?

Pommifizierter Mad Max Vollstrecker

Auch, wenn man selber einfache Lösungen ablehnt. Die Welt wimmelt nur so von Leuten, die damit SEHR erfolgreich sind.

Und die wird man mit seinen "komplexen Lösungen", um nicht zu sagen seiner Handlungs- und Entscheidungsunfähigkeit, wenig beeindrucken und ihnen keinen nennenswerten Widerstand entgegensetzen können.

Viele Menschen stehen sich aber auch selbst im Weg, weil sie zu kompliziert denken, den Wald vor Bäumen nicht sehen, weil sie eventuell großes Wissen erworben haben, aber nie gezwungen waren und deshalb auch nie gelernt haben, dieses Wissen systematisch und lösungsorientiert anzuwenden. Deshalb sind Praktiker den Theoretikern oft haushoch überlegen und im Leben erfolgreicher. - Im Idealfall aber hört man aufeinander.

Auch bei diesem Bild komme ich um eine Trump-Assoziation nicht herum. Und Angela Merkel, als dessen Antipode. Letztere bürdet einem ganzen Volk Lasten auf, die langfristig nicht zu tragen sind, und warnt gleichzeitig vor einfachen Lösungen. Trump dagegen pfeift auf Mäßigung und pseudo-seriöse Hohlphrasen. Er würde sich kurzerhand auf den Elefanten setzen. Das ist ziemlich chauvinistisch, ruft Tierschützer auf den Plan, und solche, die gewohnheitsmäßig den Elefanten im Porzellanladen befürchten. Immer dann, wenn etwas passiert, wozu ihnen selber Mut, Entschlossenheit und Originalität fehlten. Kurz, das Geschrei wird groß sein. Aber wer wird den Elefanten über die Ziellinie bringen?

Ist es denn tatsächlich eine einfachere Lösung, den Stier bei den Hörnern zu packen, den Elefanten beim Rüssel, als kurzerhand alle Lasten und Probleme ANDEREN aufzubürden, den Bürgern und Wählern?

Wir schaffen das. Wir müssen den Gürtel enger schnallen. Wir haben über unsere Verhältnisse gelebt. Alles Merkelsprüche! Merkel ist damit dick geworden. Das Volk auch?

Dazu gibt es einen wunderbar analytischen Beitrag bei Youtube. Zeit, die man sich nehmen sollte.

Natürlich ist die Realität quasi unendlich komplex, zu komplex für unseren arg begrenzten Verstand, ja sogar zu komplex für aufwändige Computersimulationen, die zigtausende von Faktoren berücksichtigen und einrechnen und dennoch eine Vereinfachung darstellen. Das alles bedeutet aber nicht, dass auch Problemlösungen komplex sein müssten. Im Gegenteil, je einfacher eine Lösung ist, desto weniger fehleranfällig ist sie auch.

Für alle, die sich für lösungsorientiertes Denken interessieren (am wenigsten vermutlich jene, die es am meisten anginge) habe ich hier noch einen wunderbaren Link:

http://www.egon-w-kreutzer.de/Ressourcen/092017d.pdf

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